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Demo in Kalkar: Frostiger Empfang am Freitag für die AfD am Wunderland

Bundesparteitag in Kalkar : Frostiger Empfang für die AfD am Wunderland

Geschätzt 300 Demonstranten sind am Freitag zum „unfreundlichen Empfang“ der AfD am Kalkarer Wunderland gekommen. Am Samstag wird mit deutlich mehr Gegnern der Veranstaltung gerechnet.

Sie haben vor 40 Jahren schon gegen den Schnellen Brüter protestiert, vertreten Flüchtlingsorganisationen, lassen sich ihre Sexualität nicht vorschreiben oder sind einfach nur Bürger, die es unverschämt finden, dass 600 rechtspopulistische Politiker trotz Corona einen Präsenzparteitag veranstalten. Die AfD tagt im Wunderland Kalkar – vor den Toren wird demonstriert.

Schon die Auftaktveranstaltung zur eigentlichen Demo, die Samstag vom frühen Morgen bis zum Nachmittag stattfindet, war deutlich besser besucht als vermutet. Geschätzte 300 Demonstranten ignorierten die feuchte Kälte und skandierten hinter ihren Masken Sprüche, die die Veranstalter des „Bündnis gegen Rassismus“ vorgaben. Die kernigen Inhalte wurden dann von Megaphonen und jaulenden Sirenen begleitet. Auf zahlreichen Transparenten, Bannern und Schildern waren die Sprüche zu lesen. „Die AfD ist doof“, sagt auch der kleine Torran, der in dieser Analyse von seinem Bruder Rune unterstützt wird. Mama Patricia Welling aus Hönnepel ist mit der Familie gekommen, um den unwillkommenen Gästen mitzuteilen, was sie von ihnen halten.

Immer wieder erinnerten die Organisatoren an die Abstandsregel, zu deren leichterer Einhaltung Kreuzchen auf den Boden gemalt waren, und an die absolute Maskenpflicht. Der muss sich auch die AfD in der Messehalle beugen, wenn sie nicht Gefahr laufen will, dass der Parteitag von den Ordnungsbehörden vorzeitig beendet wird. Das NRW-Oberverwaltungsgericht in Münster hatte dem Eilantrag, auf Masken verzichten zu dürfen, nicht stattgegeben.

Die meisten Parteitagsteilnehmer dürften unbehelligt aufs Gelände gekommen sein, denn sie wurden durch Hönnepel geleitet, während die Demonstranten aus der anderen Richtung kamen. Ein Pkw mit Parteitagsteilnehmern aus Berlin, der aus der Richtung der Demonstranten auf die Einfahrt zum Veranstaltungsgelände zufuhr, bekam gleich eine verbale Kostprobe der Stimmung verpasst. Am Samstag geht’s mit den Protesten aber erst richtig los. Start ist um acht Uhr morgens am „Campino“ am Wisseler See.