Kleve: De Werd: Zwei hohe Orden in zwei Tagen

Kleve: De Werd: Zwei hohe Orden in zwei Tagen

Hohe Auszeichnung für den Direktor a.D. des Museums Kurhaus: Von Ministerin Schäfer das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse, vom Landschaftsverband den Rheinlandtaler. Und von den Museums-Freunden die Ehrenmitgliedschaft.

Sanft blickte am Freitag die strahlende Göttin Athene von ihrem Sockel auf dem Belvedere auf ihren Jünger Guido de Werd herunter. Es kann nur sanft und anerkennend gewesen sein – denn es war de Werd, der es ihr in einer seiner unvergleichlichen Aktionen ermöglicht hatte, wieder auf dem angestammten Platz oben über den Dächern der Stadt stehen zu dürfen. Sie, die Göttin der Künste und Wissenschaft, muss dem Mann wohlgesonnen sein, der sich so für Künste und Wissenschaft in Kleve eingesetzt und erreicht hat, wie kein Zweiter. Mit dem Orden, der ihm am Freitag der stellvertretende Vorsitzende der Landschaftsversammlung Rheinland auf Vorschlag der Kreis Klever Politikerin Inge Verweyen überreichte, schloss sich ein Kreis: Denn den Rheinlandtaler ziert Athenes Medusenhaupt und im Haus Koekkoek begann 1972 die Karriere de Werds als junger Kunsthistoriker.

Am Tag zuvor hatte der jetzt in Jerusalem lebende Kunsthistoriker, der Freitagvormittag der Presse die neue Ausstellung zu Kalkars Mittelalter vorstellte (siehe Seite Lokale Kultur), aus der Hand von NRW-Kulturministerin Ute Schäfer das Bundesverdienst 1. Klasse bekommen. "Mit Ihrer einzigartigen Fähigkeit und Ihrem außerordentlichen Engagement haben Sie die Menschen für die Kunst begeistert. Ihre Begeisterung für die Kunst und die hohe fachliche Kompetenz brauchen wir, um in NRW die kulturelle Vielfalt weiterzuentwickeln", sagte Schäfer. Wie Schäfer betonte am Freitag Schittges, stellvertretender Vorsitzender der Landesversammlung des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR), dass de Werd ein wichtiger Brückenbauer zwischen den Niederlanden und Deutschland sei. Wie die Bilder aus den Niederlanden im Haus Koekkoek zeigen.

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Zuvor hatte Dr. Ulf Hientzsch für die Stiftung Haus Koekkoek die Gäste, die die Salons des klassizistischen Palais' füllten, begrüßt. Wie gewohnt war für die Stadt Kleve Bürgermeister Joachim Schmidt für die Stadt gekommen. Er bedankte sich bei de Werd als einen Mann, der ihn für die Sache der Museen überzeugt habe. "Es war eine Bereicherung für mich, Sie kennengelernt zu haben", sagte Schmidt.

De Werd selbst, den die Freunde des Museums zuvor in den erlauchten Kreis der Ehrenmitglieder aufgenommen hatten, querte in seiner Rede mal eben nonchalant 40 Jahre Klever Museumsgeschichte, die zugleich die Seine ist. Sie war von Beginn an eng mit LVR verbunden: "Erst jüngst kam ihr Zuschuss für die Athene – und zu Beginn meiner Arbeit haben sie 1972 das erste Jahr mein Gehalt gezahlt", erinnert er sich schmunzelnd. Mit Kleve verbinde ihn Prinz Moritz von Nassau und dessen "unnachgiebiges Gefühl für Qualität" in Sachen Architektur und Stadtplanung. De Werd erinnerte an einen weiteren Kreis, der sich schloss: Er wird Sonntag die Ausstellung in Kalkar über das Triumphkreuz der Dominikaner eröffnen – jenes Kreuz, das ihm letztlich seine Stelle in Kleve einbrachte, weil er die Datierung dieses Kreuzes durch den damaligen Museumsleiter Dr. Friedrich Gorißen hart kritisiert hatte. Doch der reagierte nicht dünnhäutig, wie heute so manch anderer, sondern stand bald vor seiner Studentenbude mit den Worten: "Herr de Werd, wollen sie nicht nach Kleve kommen?"

(RP)