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Kleve: Das war Kleves großer Jahresrückblick

Kleve : Das war Kleves großer Jahresrückblick

Es war die bisher längste Veranstaltung ihrer Art: Die sechste Auflage von "Made in Kleve" trumpfte mit hochkarätigen Gästen und einigen Überraschungen auf. Viel Musik und eine große Portion Humor sorgten für Unterhaltung.

Am Anfang galt es als Experiment — mittlerweile hat sich "Made in Kleve" in die Herzen der Besucher gespielt. Das Format stimmt: Eine Klever Mischung aus "Wetten Dass...?" ohne Wetten, Bambi-Verleihung ohne goldenes Reh und großem Jahresrückblick ohne Günther Jauch. Die sechste Auflage, präsentiert von der Sparkasse, dem Presseclub sowie Stadtwerken Kleves wird in den kommenden Jahren schwer zu überbieten sein.

Dabei brauchte die Veranstaltung ein wenig, um auf Betriebstemperatur zu kommen. Insgesamt boten die mehr als drei Stunden Programm aber beste Unterhaltung — mit Gesprächspartnern, die etwas zu sagen haben und solchen, die tolle Geschichten erzählen können.

Wie Dorotheé Sack, Professorin an der Technischen Universität Berlin, die von ihrer Arbeit an historischen Städten in Syrien und im Süden Iraks berichtete. Oder Daniela Lesmeister, die erzählte, wie ihr Team von ISAR Germany derzeit auf den Philippinen am Rande der Belastbarkeit arbeitet. Für Lesmeister, die sich über einen Spenden-Scheck in Höhe von 2000 Euro freuen konnte, war der Auftritt sicher nicht einfach: Ihr Mann ist im Krisengebiet, wird vom US Militär geschützt.

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Sichtlich wohl auf der Bühne fühlte sich Schauspieler Guido Broscheit, der mit treuem Blick versicherte: "Frauen am Set zu küssen ist Arbeit, auch wenn es nicht danach aussieht." Viele Zuschauer kennen den gebürtigen Klever aus Formaten wie "Sturm der Liebe" oder "Rote Rosen", erste TV-Erfahrung sammelte er in den berüchtigten Gerichtsshows.

Zu Füßenlag das Publikum dem Ex-Fußball-Profi Willi "Ente" Lippens. Berühmt sein Wortgefecht mit einem Schiedsrichter in der Regionalliga. Als dieser ihn anfuhr "Ich verwarne Ihnen", konterte Lippens mit "Ich danke Sie". Nicht die einzige Geschichte, die er erzählen wollte. In einem stetigen Gerangel um das Mikrofon mit Moderator Helmut Vehreschild plauderte die "Ente" munterweiter. Eine Steilvorlage für Moderations-Kollege Christoph Kepser. "Den Preis für die sportlichste Leistung des Abends bekommt garantiert Helmut Vehreschild", sagte er und imitierte das Gezerre.

Von der sportlichen Seite zeigten sich auch die Schüler der Karl-Kisters-Realschule. Diese erliefen auf 4500 Kilometern von Sponsoren unterstützt 32 000 Euro für den guten Zweck. Nicht die einzigen Klever Gesprächspartner auf der Bühne: Kleves letzter Schuster Norbert Leenders, der Pressesprecher von 1899 Hoffenheim, Holger Tromp, oder Stadtbrandinspektor Jürgen Pauly erzählten aus ihren Leben.

Einen fulminanten Auftritt legte die 14-jährige Lara Boschkor mit ihrer Violine hin, begleitet von Anja Speh. 600 Zuschauer könnten eine 14-Jährige eigentlich nervös machen. Für Boschkor, die schon vor 2000 Menschen in Mexiko gespielt hat, war der Auftritt aber fast schon Routine. Der 18-jährige Lukas Kepser sang erst eine gefühlvolle Ballade, ehe er anschließend die Voice of Germany-Teilnehmerin Katharina Schoofs am Piano begleitete. Die meisten Lacher des Abends hatte Markus Kock auf seiner Seite, der aus der Sicht eines Bangladeschi die vielen Verrücktheiten in Kleve parodierte. Wenn 600 Stadthallen-Besucher nach 23 Uhr Zugaben von der Acapella-Gruppe Basta fordern — das ist "Made in Kleve".

Hier geht es zur Bilderstrecke: Hochkarätige Gäste bei "Made in Kleve" 2013

(lukra)