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Bedburg-Hau: Das teure Bad der Bürger

Bedburg-Hau : Das teure Bad der Bürger

Das Ergebnis spricht eine deutliche Sprache: 2496 Bürger haben für den Erhalt des Bedburger Nasses gestimmt, rund 1200 dagegen.

Ein ein "Ja" für die 1,5 Millionen Euro teure, mit Krediten finanzierte Sanierung, ein "Ja" der Bürger, dass die Gemeinde zwischen 250 000 und 300 000 Euro jährlich für die Schwimmer in der Gemeinde investieren soll. Die Bad-Freunde dürfen sich freuen — das BedburgerNass wird weiter betrieben.

Doch nach dem "Ja — wir wollen das Bad" warten auf die Befürworter schon die nächsten Gipfel. Für Bürgermeister Peter Driessen, der sich demonstrativ hinter die Bad-Freunde stellte, und seinen Kämmerer Fischer kann das "Ja" zum Bad zum Bumerang werden. Wenn Kleve in zwei, drei Jahren das Superbad eröffnet und in Schneppenbaum die Besucher ausbleiben sollten, wenn die nächste Sanierung des alten Bades ansteht, wird noch nicht ein Cent des Kredites zurückgezahlt sein.

Sollten sogar die Bad-Gegner Recht behalten und die Gemeinde weiterhin keine ausgeglichenen Haushalte mehr vorlegen können, werden beide in Erklärungsnot geraten. Dann sind die heutigen Bäder-Helden sehr schnell nur noch Vergangenheit.

Richtig Arbeit wartet auch auf die Initiative der Badfreunde: Sie müssen schon jetzt intensiv am Image des alten Bades arbeiten, das durch die 1,5-Millionen-Euro-Sanierung ja nicht sichtbar moderner wird. Sie müssen die Schwimmer bei Laune halten, wenn sie ihren Vorschlag, die Preise zu erhöhen, auch umsetzen. Vor allem müssen sie Konzepte haben, wie sie ihre Schwimmer im alten Bad halten können, wenn Kleve das neue Bad baut. Und dies mit sehr großer Wahrscheinlichkeit auch gleich auf der anderen Straßenseite des größten Ortes der Gemeinde, im Sternbusch.

Gestern war feiern — ab heute aber ist Arbeit angesagt.

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(RP/rl)