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Kleve: Das schöne Kleve

Kleve : Das schöne Kleve

Die Kister-Stiftung hat im Stadtgebiet 25 Tafeln aufgestellt, die an das alte Kleve erinnern und mit Stichen und Zeichnungen aus verschiedenen Jahrhunderten Ansichten der Stadt zeigen.

Als der Zeichner Jan de Beijer vor rund 200 Jahren nach Kleve kam, war die Welt noch in Ordnung: solze Bürgerhäuser umstanden den kleinen Markt vor der Stiftskirche, Stadttore erzählten noch vom Mittelalter, und über all dem thronte die große Burg. Heute ist von der Idylle nur die Burg geblieben – Krieg und Nachkriegsaufbau haben das Gesicht der Stadt verändert. Geblieben sind die Straßenzüge und die Erinnerung.

Die Perle

Damit die Erinnerung nicht verblasst und Klever und Touristen sehen können, wie schön Kleve im Mittelalter und Barock war, hat die Kisters-Stiftung jetzt im ganzen Stadtgebiet Schilder aufgestellt, die von einer Stadt erzählen, die einst als Perle am Niederrhein galt.

15 000 Euro schoss die Stiftung für das Material zu, dazu gab's private Spenden. Aufgestellt wurden die Tafeln von den Umweltbetrieben der Stadt Kleve (USK). Größtenteils auf städtischem Grund, aber auch vor dem Landgericht und einige auf privaten Grundstücken. Kräftigen Edelstahl-Ständern halten Tafeln, auf die eine Nürnberger Druckerei die ausgesuchten Motive druckte. In Farbe die schönen Zeichnungen de Beijers, aber auch die bekannten Stiche aus der Sammlung Angerhausen, die Kleve zu verschiedenen Zeiten dokumentieren. Am Fischmarkt ist dies der Blick de Beijers auf das Mitteltor, von dem noch heute eine Platte im Pflaster kündet. Gesäumt wird die Straße von herrschaftlichen Häusern mit Stufengiebeln und hohen Fenstern, an Ständen werden Waren verkauft. Jedes der Bilder wird mit einem Text erklärt, der in deutscher, englischer und niederländischer Sprache abgedruckt ist.

Wie im Forstgarten

"Diese Schilder waren eines der letzten Projekte von Karl Kisters", sagt Michael Rübo, Geschäftsführer der Kisters-Stiftung. Noch im Krankenbett habe der Klever Ehrenbürger an den Ideen zu diesen Tafeln gearbeitet, sagt Rübo und zieht ein DIN-A-4-Blatt aus einem Ordner, auf dem oben eine Kopie des Bilder und unten mit Bleistift akkurat der jeweilige Straßenzug und die Stellung der Tafel eingezeichnet sind.

Insgesamt 25 verschiedene Bilder zeigen die Tafeln, wobei einige der Schilder auf der Vorder- und der Rückseite unterschiedliche Motive haben. Etwa an der Schwanenburg: Mit Blick auf die Burg zeigt es das barocke Schloss, schaut man über den Marstall hinweg auf die Stadt, zeigt das Schild den Prinzenhof und den anschließenden Park.

"Wir haben gute Erfahrungen mit den Schildern gemacht, die so auch im Forstgarten die verschiedenen Pflanzen erklären", sagt Maria Kisters. Es sei eine Herzensangelegenheit ihres Mannes gewesen, das alte, das schöne Kleve zu dokumentieren. Mit Bildern, die vielleicht auch Beispiele geben könnten, in die Fassaden zu investieren.

(RP)