Stimmen zur Landratswahl im Kreis Kleve „Jetzt gilt es, die Spannung hoch zu halten“

Kreis Kleve · Während sich die einen auf die Stichwahl fokussieren, versuchen die anderen, Erklärungen für ihr Abschneiden zu finden. Das sind die Stimmen vom Wahlabend.

Jubel und Frust bei der Wahlparty im Klever Kreishaus
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Jubel und Frust bei der Wahlparty im Klever Kreishaus

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Foto: Markus van Offern (mvo)

(lukra/mgr) Das Klever Kreishaus war am Sonntagabend wieder der politische Mittelpunkt des Kreises Kleve. Hier trafen sich die Parteien und Kandidaten, um die Ergebnisse zu verfolgen. Wir haben Stimmen des Wahlabends gesammelt.

Der CDU-Landtagsabgeordnete und Kreisvorsitzende Günther Bergmann war sichtlich zufrieden: „Guter Kandidat mit einem guten Ergebnis“, kommentierte er das Abschneiden von Christoph Gerwers. Man habe gewusst, dass Wahlen auch im Kreis Kleve für die CDU keine Selbstläufer mehr seien. „Jetzt gilt es, die Spannung hoch zu halten“, sagte Bergmann. „Dafür haben wir noch einiges im Köcher – wir werden auch nochmals Ministerunterstützung für unseren Kandidaten bekommen“, sagte Bergmann. Das Ergebnis der Freidemokraten mit nur 2,5 Prozent der Stimmen mache ihn traurig. „Die FDP muss die Weichen für die Zukunft jetzt bald richtig stellen – sonst wird es sehr schwer“, sagte er. Man habe mit einer Stichwahl gerechnet, sagte auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Stefan Rouenhoff. „Das ist ein sehr gutes Ergebnis. Jetzt werden wir alles daran setzen, auch in der Stichwahl zu gewinnen“, sagte Rouenhoff.

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Foto: Markus van Offern (mvo)

Auch wenn Stefan Welberts nur in der Kreisstadt Kleve auf Schlagdistanz zu Gerwers kommen konnte, war man bei SPD und Grünen am Sonntag zuversichtlich, noch Stimmen gewinnen zu können. Man werde für die Stichwahl plakatieren, werde werben, sagte Grünen-Sprecher Bruno Jöbkes. Aber vor allem setze man auf die hohe Motivation in den Grünen-Ortsverbänden. Der Grünen-Landtagsabgeordnete Volkhard Wille rechnet ebenfalls mit einer spannenden Stichwahl. „Das Ganze wird relativ knapp werden – wir sind guter Dinge.“

Das ist auch der SPD-Kreisvorsitzende Torsten Rupp. Während die CDU „ausmobilisiert“ sei und nur noch ihr Stammklientel an die Urnen bringe, habe die SPD da noch Potenzial, sagte Rupp. „Wir werden alles daran setzen, die Wähler auch in zwei Wochen an die Urnen zu bekommen, wir werden unsere Wähler erinnern, zur Wahl zu gehen. Da sind genug Menschen, die wir bewegen können, zusammen für Stefan Welberts zu stimmen“, sagte Rupp. Die CDU habe keinen Durchmarsch hingelegt und es seien und noch genügend Wählerstimmen vorhanden.

„Man kann um das Ergebnis nicht drumherum reden. Wir hätten uns mehr gewünscht“, kommentiert Stephan Haupt, ehemaliger FDP-Landtagsabgeordneter das schlechte Ergebnis von FDP-Kandidat Ralf Klapdor. Das spiegele auch den derzeitigen Bundestrend wieder. Es sei ein schwieriger Wahlkampf gewesen. Nicht zuletzt auch, weil die FDP-Stammwählerschaft inzwischen mit der „Ampel“ fremdele und das auch auf den Kreis Kleve durchschlage.

Wirklich tiefenentspannt schien an diesem Abend nur Peter Driessen zu sein. Der ehemalige Bürgermeister der Gemeinde Bedburg-Hau war vor zwei Jahren gegen die spätere Landrätin und jetzige NRW-Ministerin Silke Gorißen (CDU) ins Rennen gegangen und von vier Parteien unterstützt worden. Jetzt stand er auf der Wahlparty im Kreishaus gelassen zwischen den Politikern und sah sich die einlaufenden Ergebnisse an. Er sei froh, alles hinter sich gelassen zu haben, sagt Driessen. Jetzt genieße er seinen Ruhestand. Allerdings nicht ohne ein neues Projekt. Aber das ist ganz unpolitisch: Er baut eine Scheune in Schneppenbaum zum neuen Domizil um.

Der Wahlabend war am Sonntag relativ schnell entschieden – die Diskussionen darüber werden aber noch für Tage anhalten.

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