Das Restaurant "Deich-Gräf" in Kalkar-Grieth lockt mit Ausblick

Heimatserie 2019 : Speisen mit tollem Blick auf den Rhein

Riesige Panoramafenster ermöglichen es den Gästen des „Deichgräf“ in Grieth, auch drinnen ganz nah am Rhein zu sitzen. Bei schönem Wetter lockt die Terrasse schon mittags, nachmittags gibt es Kaffee und Kuchen.

Wenn der Niederrheiner sich bei gutem Wetter auf den Weg macht, um irgendwo nett zu essen, fällt ihm meist als eine der ersten Möglichkeiten der Rhein ein. Schön am Fluss sitzen, Schiffe gucken, den Wolken beim Weiterziehen zusehen – das macht das Essen oder Kaffeetrinken zum Event. Das Griether Restaurant „Deich-Gräf“ profitiert von der Lust der Ausflügler und Stammgäste am schönen Blick zum guten Essen: Ab April ist wieder Hauptsaison, da gibt es nur noch einen freien Tag in der Woche. Ansonsten ist der „Deichgräf“ täglich von 11 Uhr an durchgehend geöffnet.

Wer Sonne auf dem Teller haben möchte, kommt zum Mittagessen. Später am Tag liegt die Terrasse im Schatten. „Aber das ist, wenn es warm ist, ja auch nicht schlecht“, sagt Chefin Helga Hell. Ohnehin sitzen ihre Gäste mindestens ebenso gerne wie draußen im gepflegten Speisesaal hinter der riesigen Panoramascheibe. Da blendet nichts, es gibt keinen unangenehmen Wind, man muss nicht schwitzen, und sehen kann man doch alles, was sich draußen so tut.

„Inzwischen ist unser Haus auch barrierefrei. Rollstuhlfahrer oder Gehbehinderte mit Rollator können uns problemlos erreichen“, erzählt Helga Hell. Seit die Inhaber vor einigen Jahren den Wintergarten mit zusätzlichen 30 Sitzplätzen anbauten, gibt es auch einen ebenerdigen WC-Trakt. Das ist der Erwähnung wert, weil das verschachtelte Gebäude so seine Besonderheiten hat: „Bis vor einigen Jahren hatten wir nur die WCs im Keller. Früher hat man da einfach nicht drüber nachgedacht“, wundert sich die Gastronomin selbst.

Der Bau des „Deichgräf“ hat eine interessante Vorgeschichte: Vor 25 Jahren wurde das Haus an einer Stelle realisiert, an der sich bis dahin ein Bunker befunden hatte. Meterdicke Wände waren aufzubrechen und zu entsorgen, bevor der Neubau Platz hatte. „Dass der Bau überhaupt möglich wurde, haben wir dem damaligen Deichgräfen Johannes Heisterkamp zu verdanken“, sagt Helga Hell. Heute würde der Deichverband einen vergleichbaren Antrag vermutlich nicht mehr genehmigen. Aber die Gäste wissen die unmittelbare Lage an den Griether Rheinwiesen zu schätzen. Natürlich liegt das Gebäude – über Treppen und eine Rampe erschlossen – ein gutes Stück höher, damit bei Hochwasser niemand nasse Füße bekommt. Umso prächtiger ist die Aussicht auf den Fluss und das Treiben auf dem Wasser.

„Neben der Aussicht ist es sicher unsere gute Küche, die die Gäste anzieht“, sagt die Mutter von Chefkoch Gerd Hell, der das Lokal auch übernehmen wird, wenn sich die Eltern in absehbarer Zeit zurückziehen. „Ich führe das Restaurant inzwischen 25 Jahre, 20 Jahre vorher habe ich in unserer Metzgerei gearbeitet“, erzählt die Chefin. Auch die Tochter macht sich um die Gastronomie in Grieth verdient, sie vermietet in „Haus Grieth“, in dem die Eltern Hell ihren privaten Wohnsitz haben, Zimmer mit Frühstück. Im ehemaligen Grafenschloss mit ebenfalls tollem Rheinblick logieren Naturfreunde mit Sinn für Stil sehr gerne. „Die sechs Zimmer sind während der Saison oft ausgebucht“, weiß Helga Hell. Klar, dass die Übernachtungsgäste abends gerne im „Deichgräf“ speisen. „Umgekehrt werden wir von Touristen oft nach Zimmern gefragt – da ergänzen wir uns also bestens“, lächelt sie.

Wer dann am gepflegten Tisch des „Deichgräf“ sitzt, kann sich an saisonaler und regionaler Küche erfreuen. Gerd Hell stellt täglich wechselnde Tagesempfehlungen zusammen und bietet regelmäßige Überraschungsmenüs. In den Herbst- und Wintermonaten kommen die Fischmenüs mit vielen kleinen Probierhäppchen gut an. Jetzt im Frühling locken Maischolle, Matjes, etwas später Pfifferlinge und natürlich immer wieder Spargel. Auf der Terrasse werden gerne Eisbecher und selbst gebackene Torte bestellt.

Der einzige Punkt, der den Betreibern des schönen Lokals Kopfzerbrechen bereitet, ist das knappe Personal. „In der Küche kommt unser Sohn zurecht, aber im Service bräuchte ich dringend mehr Unterstützung“, sagt die Grietherin. Studentinnen oder andere (junge) Leute, die eine Teilzeitstelle in der Gastronomie suchen, seien immer willkommen.

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