Kleve: Das neue Bettenhaus ist fertig

Kleve : Das neue Bettenhaus ist fertig

Vor genau 175 Jahren wurde das Klever Krankenhaus gegründet. Ein Grund zu feiern: Mit einem Tag der offenen Tür stellt sich auch das Bettenhaus am Samstag, 9. Juni vor. Mit eingeladen sind die kranken Teddys der Kinder.

Der kleine Bär ist fasziniert: Zwar ist seine Pfote in einen dicken Mullverband gewickelt und sollte geröntgt werden. Auch muss Bär mal richtig untersucht werden. Sicher ist sicher. So, wie beim Tiger, dem der Streifen verrutscht war. Aber was der kleine Bär da so sieht, im neuen Klever Bettenhaus, lenkt den steiffen Teddy glücklicherweise ab: Das neue Bettenhaus des Krankenhauses ist fertig - jetzt kommen alle Patienten in den Genuss neuer, bestens ausgestatteter Zimmer mit modernen Nassräumen, mit großen Fenstern. Zimmer, zu denen geräumige, helle Flure führen und offene Stationen für die Pflege, die an den Ecken der Flure leicht zu finden sind.

"Für unser Klinikum ist das neue Bettenhaus des St.-Antonius-Hospitals ein Meilenstein", betont Bernd Ebbers, Geschäftsführer des Katholischen Karl-Leisner-Klinikums. "Wir setzen mit Funktionalität, Ausstattung und Gestaltung des Neubaus Maßstäbe in der Region." Das Bettenhaus bietet auf mehr als 14.000 Quadratmetern Platz für 287 Patienten in 103 Zimmern. Acht Pflegestationen - davon zwei Privatstationen und eine Intermediate Care-Station - sowie eine zentrale Aufnahmestation gruppieren sich auf fünf Etagen, erklärt Krankenhaus-Sprecher Christian Weßels den Neubau. Ein Herzstück des neuen Bettenhauses ist die Zentrale Notaufnahme im Untergeschoss. Rund um die Uhr erfolgt dort die Behandlung medizinischer Notfälle aus allen Fachgebieten.

Damit ist das vor genau 175 Jahren gegründete Krankenhaus im 21. Jahrhundert angekommen. Seine Geschichte begann, als am 12. Juni 1843 der Justizrat und Notar Hermann Josef Effertz die Schenkung des Minoritenklosters an der Klever Kavarinenstraße "zum Zwecke der Gründung einer Krankenheilanstalt" beurkundete. Am 6. September 1843 kamen die ersten beiden Clemens-Schwestern nach Kleve. In vier Stuben des alten Minoritenklosters nahmen sie die Krankenpflege auf - unterm Patronat des Namengebers Antonius von Padua. "175 Jahre und jedes Bettenhaus - das ist ein Grund zur Feier", sagt der Krankenhaussprecher. Und fast auf den Gründungstag genau lädt das Krankenhaus am 9. Juni zu seinen runden Geburtstag mit einem Festakt und einem Tag der offenen Tür ein.

Gebaut wurde auch kurz nach der Gründung: Am 4. Oktober 1845 war der Ausbau des Klosters soweit gediehen, dass die ersten 18 Kranken aufgenommen werden konnten. Knapp zwei Jahre später erteilte König Friedrich Wilhelm seine Erlaubnis zur Gründung der Krankenanstalt. Damals gab's ein langes Haus aus Backstein, grau verputzt. Ein Haus mit einem kleinen Balkon auf der einen und dem "Kopfbau" auf der anderen Seite, mit verzierten Giebeln und Blendläden an den Fenstern. Zimmer reihte sich an Zimmer und über die Flure huschten die Schwestern im steifen Ornat. 1944 lag dann auch St. Antonius in großen Teilen in Trümmern, umgeben vom Schutt. 1952 wurde der Grundstein für das neue Krankenhaus gelegt, das ganz in weiß auf der grünen Wiese vor der Stadt hochgezogen wurde und heute wieder "mitten" in der Stadt liegt, mit dem neuen schicken Bettenhaus.

Das steht auch im Mittelpunkt der Feier am Samstag, 9. Juni, beim Tag der Offenen Tür, bei dem sich das Krankenhaus den Bürgern aus dem Kleverland von 11 bis 17 Uhr präsentiert. "Das wird ein echtes Erlebnis für die ganze Familie", verspricht Bernd Ebbers. "Besucher können bei Führungen durch Operationssäle, durch das Herzkatheterlabor oder die Radiologie hinter die Kulissen des Krankenhauses schauen und das neue Bettenhaus inspizieren, das seit Herbst 2017 komplett in Betrieb ist", verspricht Weßels. "Besucher haben neben interessanten Einblicken viele Gelegenheiten zum Mitmachen: Hände desinfizieren, Protheseneinsatz und Harnleiterspiegelungen an künstlichen Modellen - Einsatz ist gefragt", fügt er an. Dabei zeigen natürlich auch die Mitarbeiter des St.-Antonius-Hospitals, was sie können. Auch die anderen Einrichtungen der Katholischen Karl-Leisner-Trägergesellschaft wie das Katholische Alten- und Pflegehilfenetzwerk am Niederrhein (KAN), das Marianne van den Bosch Haus oder die Bildungsakademie für Gesundheitsberufe seien mit Informationen vor Ort. Dazu gesellen sich Fördervereine und Partner wie der Rettungsdienst des Kreises Kleve oder die Radboud-Uniklinik aus Nimwegen.

Und natürlich werden die kranken Plüschgesellen der Kinder untersucht. Ganz genau - bis hin zum Röntgen, verspricht das Krankenhaus. Damit Teddy wieder gesund ist. Und keine Mullbinde mehr für die Pfote braucht.

(mgr)
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