Das neue Berufskolleg wächst rasant. Werkstätten bald fertig.

Das neue Berufskolleg Kleve : Werkstätten statt Fußball

In nur wenigen Monaten soll die neue Halle für die Werkstätten des Berufskollegs Kleve im Rohbau fertig sein. In einer Woche kommt das Dach.

Die Löcher oben in der Mauer des Großbaus im Sternbusch sehen aus wie Fenster – doch es sind die Öffnungen, die die mächtigen Träger für das Dach aufnehmen. Die werden in wenigen Tagen Stück für Stück per Schwertransport an den Niederrhein transportiert werden und sollen Mitte Januar das künftige Dach der großen Werkstatthalle für das neue Berufskolleg in Kleve tragen: In der Mitte sind die hölzernen Leimbinder 1,6 Meter hoch, sie sind 45 Zentimeter tief und überspannen locker die 16 Meter Breite des Gebäudes. Obendrauf kommt Trapezblech, darauf die Dämmung, darüber eine Folie und schließlich – ganz im Sinne der Klima-Diskussion – ein Gründach. Das Dach soll Ende Januar oben drauf gesetzt werden, sagt Gerhard Koenen, Geschäftsführer der Kreis Klever Baugesellschaft (KKB). Dann ist der Rohbau der acht Meter hohen Halle mit umbauten 3500 Quadratmeter Fläche fertig. Knapp sieben Millionen Euro werden verbaut.

Koenen, Wilfried Suerick, Zandra Boxnick vom Kreis Kleve und KKB-Bauleiter Klaus Loffeld stehen am Fuß der Mauer und schauen hinauf zu den Öffnungen. Vor einem halben Jahr, Mitte Juli 2019, standen sie noch auf dem alten Fußballplatz an der Felix-Roeloffs-Straße und sprachen vom Bau der neuen Werkhalle. Jetzt steht der Rohbau bis aufs Dach. Kräne fahren im Inneren der künftigen Halle, richten Betonwände auf, Fertigteile aus Beton werden hinein gehoben. Es läuft reibungslos: Hier ist bald Werkstatt statt Fußball angesagt.

Der Eingang zur Halle liegt wie das niedrigere Foyer vor dem eigentlichen Werkstattbau und hat eine durchgängige Fensterfront. Die Halle dahinter ist zweigeteilt und nimmt nimmt die sechs Innungen auf, deren Auszubildende hier ihr Handwerk lernen: Die Kfz-Werkstätten, die Schweißer, der Metallbau, die Heizungs- und Sanitärleute, die Tischler und nicht zuletzt die Maler. Jede der Innungen bekommt in der mächtigen Halle einen eigenen Bereich, jede Innung ein eigenes Meisterbüro. Im Mitteltrakt der Halle werden Umkleideräume, Besprechungszimmer und schließlich das Foyer untergebracht. Eine Seite gehört der Technik und eine andere Haus Freudenberg.

Koenen ist zuversichtlich, dass im Sommer 2020 der Umzug der Innungen beginnen kann, dann soll die große Halle mit einer Faserzement-Fassade in zwei Grautönen umgeben sein und sich mit Leben füllen. Der KKB-Geschäftsführer bringt nach dem Neubau des Berufskollegs in Geldern und der Hochschule in Kleve seinen in Kleve letzten Großbau vor dem Ruhestand scheinbar locker über die Bühne – im gewohnten Team mit Suerick und Boxnick.

„Als nächstes wird die alte Werkstatt abgerissen und das Gelände hergerichtet“, sagt Koenen. Dann soll der Bau der Dreifachturnhalle beginnen, die der Kreis den Schülern des Berufskollegs spendiert. Es muss alles ineinander greifen, will man in rund eineinhalb Jahren mit dem Großvorhaben „Neubau und Ertüchtigung des Berufskollegs in Kleve“ fertig werden.

Dabei nimmt der Kreis Kleve viel Geld in die Hand, um das Berufskolleg auf einem modernen, zeitgemäßen Stand zu halten. „Bis 2021 wird der Kreis 40 Millionen Euro investieren“, nennt Boxnick nochmals die von Beginn an geplante Gesamtsumme für den Bau. Das Erfolgsrezept, warum die Bauvorhaben beim Kreis so gut laufen? „Die kurzen Wege zwischen Baugesellschaft, Kreis und Politik“, sagt Boxnick.

Und das funktioniert bis jetzt auch bei den Umbauten im Berufskolleg-Altbau, obwohl Altbauten immer wieder für Überraschungen gut sein können.