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Das Naturfreibad in Goch öffnet Fronleichnam

Schwimmbäder : Ab in die Ferien und ins Wasser

Die Freibäder im Südkreis sind bereits geöffnet – jetzt zieht der Nordkreis nach. Die Saison im Naturfreibad von GochNess beginnt Fronleichnam. Das Sternbuschbad wird zu den Sommerferien öffnen und das Embricana wohl gar nicht.

Besonders in Zeiten, in denen der Sommerurlaub für etliche Familien abgesagt werden muss, besitzen Freibäder eine nahezu systemrelevante Funktion. Im Südkreis erfüllen sie diese schon. So öffnete am vergangenen Wochenende das „Hexenland“ in Sevelen, Samstag wird das Waldfreibad in Walbeck freigegeben. Die Badesaison im Nordkreis startet hingegen knapp drei Wochen später. So hatten sich das Klever Sternbuschbad, GochNess, das BedburgerNass und das Embricana in Emmerich zunächst auf einen gemeinsamen Öffnungstermin geeinigt. Frühestens am 28. Juni sollte die Saison beginnen. Das Naturfreibad von GochNess öffnet jedoch jetzt bereits zu Fronleichnam.

Die Frage, warum die Schwimmbecken im Südkreis bereits geöffnet sind und die größeren im Norden noch nicht, kann Claudia Dercks, Geschäftsführerin der Stadtwerke Kleve, beantworten: „Die Betreiber im Südkreis waren bei einem Abstimmungstermin nicht dabei. Wir hatten uns auf den Termin zum Ferienstart verständigt. Hinzu kommt, dass jedes Bad unterschiedlich ist und damit die Vorgaben anders erfüllen muss.“ Doch räumt Dercks ein, dass es sicherlich nicht unmöglich gewesen wäre, einen früheren Zeitpunkt zu wählen. Ab dem 20. Mai hatte die Landesregierung das Schwimmen in Freibädern erlaubt. „Es gibt in Nordrhein-Westfalen jedoch auch einige, die überhaupt nicht öffnen“, weiß die Geschäftsführerin.

Dercks betont, dass die Gesundheit der Gäste beim Öffnungstermin im Vordergrund gestanden hätte. Doch dürfte die Priorität in Sevelen und Walbeck keine andere gewesen sein. Ein Naturfreibad – wie etwa das in Walbeck – hat gegenüber einem Kombibad (Hallen- und Freibad) Vorteile. So sind die Hygiene- und Infektionsschutzstandards leichter umzusetzen.

Fest steht jetzt, dass der vorgesehene Öffnungstermin für das Sternbuschbad eingehalten werden kann. Was sich hingegen ändert, sind die Besucherzahlen. Waren zu Spitzenzeiten im vergangenen Jahr täglich bis zu 4800 Gäste im Bad, wird die Zahl auf 1000 beschränkt. Eine kurzfristige Entscheidung, das Bad zu besuchen, wird kaum Erfolg haben. „Tickets müssen im Vorfeld online bestellt werden. Wir wollen nicht, dass Besucher vor der Tür stehen, weil sie aufgrund der Auslastung nicht hinein dürfen“, sagt Dercks. Abstandsregeln gelten im Wasser ebenso. Darum muss der Zutritt so geregelt werden, dass die Anlagen unter Wahrung der allgemeinen Abstandsregeln genutzt werden können. Das führt dazu, dass im Hallenbad lediglich Bahnen gezogen werden dürfen. Was die wirtschaftliche Seite betrifft, so sieht diese ebenso negativ aus, wie in nahezu allen anderen Betrieben auch. Eine wichtige Voraussetzung wird im Sternbuschbad Anfang der Woche erfüllt. Am Montag wird das Wasser in die Becken gelassen.

Die Möglichkeit, bei Freibad-Wetter auch schon früher ein entsprechendes Angebot zu machen, hat Carlo Marks (Freizeitbad GochNess). Das Naturfreibad „Copa Gochana“ lässt im Hinblick die Corona-Zeiten mehr Spielraum. Marks erklärte: „Wir werden an Fronleichnam das Naturfreibad öffnen.“ Auch am Sandstrand müssen Abstandsregeln von 1,5 Metern eingehalten werden. Noch nicht geklärt ist, ob das Hallenbad im GochNess pünktlich zum 28. Juni öffnet. Wie in Kleve darf auf eine bestimmte Fläche nur eine festgelegte Zahl Personen. „Das muss überwacht werden“, sagt der Geschäftsführer. Wie schon Claudia Dercks betont auch Marks: „Wirtschaftlich macht die Öffnung der Bäder nur wenig Sinn.“

Gar keinen Sinn macht es beim Embricana in Emmerich. Geschäftsführer Udo Jessner erklärt, dass die Ausrichtung des Bades eine völlig andere sei als in Goch oder Kleve: „Wir haben einen Kombibetrieb, der aus einer Sauna und dem Familienbad besteht. Dabei darf die Sauna nicht geöffnet werden.“ So bliebe allein das Becken, in dem dann die Sportschwimmer unterwegs wären. „Diese Gruppe reicht nicht, um die Gastronomie zu öffnen, die für uns eine große Bedeutung besitzt.“ Im vergangenen Jahr waren an einem Tag bis zu 2500 Gäste im Embricana. Aktuell geht Jessner davon aus, dass es bei der Schließung bleibt und betont: „So einen Badesee wie in Goch hätte ich auch gerne.“

Noch nicht geklärt ist, wann das BedbugerNass in wieder öffnet.