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Kleve: Das Monopol der Kaminkehrer wackelt

Kleve : Das Monopol der Kaminkehrer wackelt

Hausbesitzer haben ab 2013 freie Auswahl, wer Wartungsarbeiten an Heizungen vornimmt. Doch damit sind die Bezirksschornsteinfeger-Meister nicht ganz aus dem Rennen. Kunden können mit mehr Service rechnen.

Post vom Schornsteinfeger für Hausbesitzer. Darin sind wichtige Hinweise, wie es ab dem Jahr 2013 mit der Arbeit der Bezirksschornsteinfeger weitergehen wird. Diese Hinweise werden Feuerstätten-Bescheinigung genannt. Denn ab 2013 wird das Monopol eines Bezirksschornsteinfeger-Meisters wenigstens teilweise aufgebrochen. Die Feuerstättenschau etwa alle vier Jahre bleibt in den Händen des heimischen Schornsteinfegers — das ist die Kontrolle der gesamten Feuerungsanlage von der Heizung bis zum Schornstein. Doch alle anderen Arbeiten, die in der Feuerstättenbescheinigung aufgeführt sind, können vom Hausbesitzer frei vergeben werden.

"Fast alle Feuerstättenbescheinigungen sind verschickt worden. Spätestens bis zum Jahresende müssen die Bescheide in den Briefkästen der Hausbesitzer sein", sagt Andreas Peeters, Obermeister der Schornsteinfeger-Innung im Regierungsbezirk Düsseldorf. Der Wachtendonker erklärt zum weiteren Verfahren: "Im Feuerstättebescheid stehen die Aufgaben beschrieben und bis wann sie erledigt werden müssen. Entweder wird der heimische Schonsteinfeger mit den Arbeiten beauftragt oder die Arbeiten werden an einen Mitbewerber vergeben. Dieser muss dann ein Formblatt ausfüllen, das der Hauseigentümer 14 Tage nach Frist-Ende an den Schornsteinfeger-Meister schicken muss."

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Er ist jedoch der Überzeugung, dass es für den Kunden immer besser sei, wenn die Arbeiten in einer Hand liegen. Damit meint der Obermeister die Arbeiten aus dem Feuerstättenbescheid und der Feuerstättenschau, die von dem Schornsteinfeger vor Ort geleistet werden müssen. Das sei für den Haubesitzer übersichtlicher, betont der Obermeister.

Zum Thema Preise erwartet Basten keine großen Veränderungen. Für die Feuerstättenschau gebe es eine feste Gebührenordnung. Bei den anderen Leistungen habe man bereits seit Jahren mit flexiblen Preisspannen arbeiten können. Wer die Wartungsarbeiten günstiger als der heimische Schornsteinfeger leisten könne, würde das nicht lange durchhalten, mahnt Peeters.

Andere Fachleute gehen derzeit davon aus, dass freie Schornsteinfeger den "Platzhirschen" — den Bezirksschornsteinfeger-Meistern — Konkurrenz machen würden. Noch bieten diese ihre Dienste jedoch nicht flächendeckend in der Region an.

Es könnte jedoch mit Preisvorteilen von zehn bis 30 Prozent sowie mehr Service (Termine samstags und am frühen Abend) gerechnet werden. Allerdings glaubt der Obermeister, dass das aus betriebswirtschaftlichen Gründen nicht lange durchzuhalten sei.

(RP)