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Das Leasing von Diensträdern boomt im Kreisgebiet Kleve

Kreis Kleve : Dienstfahrräder immer beliebter

Vor allem Leasing-Angebote von E-Bikes sind gefragt. Unternehmen berichten von einem Ansturm der Mitarbeiter. Alleine bei den Katholischen Kliniken haben sich seit Mai Hunderte gemeldet.

Dienstfahrrad, Firmenfahrrad, Betriebsfahrrad – egal, wie man es nennt: es boomt. Gemeint sind Fahrräder, die Arbeitnehmer  kostengünstig über ihren Arbeitgeber leasen. Was für den ein oder anderen erst einmal kompliziert klingt, funktioniert vereinfacht gesagt so: Der Arbeitgeber schließt mit einem Rad-Leasing-Anbieter einen Rahmenvertrag ab. Dann können sich Angestellte ihr Dienstrad bei einem teilnehmenden Händler aussuchen. Ob das ein E-Bike oder ein ganz klassisches Fahrrad ist, das spielt dabei zunächst keine Rolle. Gerade E-Bikes werden aber im ländlichen Raum wie dem Kreis Kleve immer beliebter. Der Arbeitgeber least dann die Räder für die Angestellten und überlässt sie ihnen für die Vertragslaufzeit zur freien Nutzung. Und auch Selbstständige, Freiberufler oder Kommunen können Diensträder leasen.

Diensträder gibt es für Arbeitnehmer in der Regel in zwei unterschiedlichen Varianten. Bei der einen zahlt der Arbeitnehmer die monatlichen Raten aus seinem Bruttolohn. Die Raten müssen nicht wie der restliche Lohn versteuert werden, nur die private Nutzung muss mit 0,25 Prozent versteuert werden. Insgesamt lässt sich so Schätzungen zufolge bis zu 40 Prozent gegenüber dem üblichen Kauf eines E-Bikes oder Fahrrads sparen. Wenn sich der Arbeitgeber außerdem mit Zuschüssen beteiligt, kann die Ersparnis sogar noch höher sein.

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Die zweite Variante ist sogar steuerfrei: Überlässt ein Arbeitgeber einem Arbeitnehmer ein Dienstrad als Bonus zusätzlich zum Arbeitslohn und übernimmt die kompletten Kosten, entfällt für den Arbeitnehmer auch die Versteuerung des geldwerten Vorteils. Das ist in der Form erst seit 2019 möglich und gilt für Fahrräder und Pedelecs, die eine Motorunterstützung bis maximal 25 km/h besitzen.

In Zeiten des demografischen Wandels müssen Unternehmen sich immer mehr Gedanken darüber machen, wie sie für ihre Mitarbeiter attraktiv bleiben – und wie diese möglichst lange fit bleiben. Umso beliebter werden die Leasing-Angebote. Eines der Beispiele: die Katholische Karl-Leisner-Trägergesellschaft (KKLE). Sie unterstützt Mitarbeiter seit Mai  ebenfalls bei ihren Zweirad-Aktivitäten. Wie das Angebot ankommt? In den vergangenen Monaten haben mehr als 250 Mitarbeiter bereits davon Gebrauch gemacht, wie die Klinik nun in einer Mitteilung bekanntgab. „Die Nachfrage ist riesig“, sagt Maik Möller, Personalleiter der Katholischen Karl-Leisner-Trägergesellschaft. Die Vorteile für die Arbeitnehmer lägen – über die gesunde Freude am Fietsen hinaus – auf der Hand: Sie zahlen keinen hohen Anschaffungspreis. Stattdessen kleine monatliche Raten, die bei KKLE direkt vom Gehalt abgezogen werden.

Mit Fahrrad Nummer 250 fietst jetzt Nicole Kersjes, die im Medizincontrolling des Klinikums als Kodierfachkraft tätig ist, durch den Niederrhein. „Nachdem ich sieben Jahre kein Fahrrad gefahren bin, habe ich das E-Bike meines Freundes ausprobiert“, erzählt sie. „Und ich war sofort begeistert.“ Die Strecke vom Wohnort Hasselt bis zum Büro im St.-Antonius-Hospital in Kleve ist nun „ein Klacks“.

Nicole Kersjes ist von dem klimafreundlichen Angebot begeistert: „Ich kenne auch sehr viele Kolleginnen und Kollegen, die ein Fahrrad geleast haben“, sagt sie. „Bei diesem Angebot muss man auch nicht lange überlegen, das sollte man einfach nutzen.“