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Das Katholische Karl-Leisner-Klinikum hat in Kleve ein Fieberzelt errichtet

Gesundheitsvorsorge im Kreis Kleve : Fieberzelt zur Corona-Diagnose in Kleve

Es gibt noch keinen Corona-Verdachtsfall im Kreis Kleve, aber die Angst der Menschen, sich zu infizieren, ist groß. Deshalb werden in einem Zelt am Klever Krankenhaus von Samstag an Schnelltests vorgenommen.

Das weiße Zelt, das vor den Bereichen für die Kindermedizin und der Wirbelsäulenchirurgie in Kleve aufgebaut ist, dürfte bald Anlaufpunkt für viele beunruhigte Patienten sein: Denn das Karl-Leisner-Klinikum hat sich entschlossen, eine zentrale Fieberambulanz einzurichten. In den vergangenen Tagen stellten sich an allen Standorten des Klinikums besorgte Menschen vor, die ausschließen lassen wollten, eventuell mit dem Coronavirus infiziert zu sein. Künftig sollen sie alle nach Kleve kommen und sich dort am „Fieberzelt“ melden.

Christian Weßels, Sprecher des Klinikverbundes, betont, dass es sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme handele. Eine klinische Behandlung werde im Zelt nicht stattfinden. Es gehe darum, die Gesundheit der Mitarbeiter und Patienten zu schützen. Das Fachpersonal werde in dem Zelt eine Corona- und Grippe-Ausschlussdiagnostik betreiben. Die Fieberambulanz nimmt ihren Betrieb Samstag, 29. Februar, 14 Uhr, auf. Entsprechende Untersuchungen an den anderen Standorten des Verbundes gibt es nicht mehr.

„Wenn sich Patienten mit grippeartigen Symptomen in der Fieberambulanz vorstellen, folgen Anamnese, Grippeschnelltest und bei negativem Grippebefund eine Testung auf das Coronavirus. Angewandt wird jeweils ein Speicheltest“, sagt Weßels. Eine Influenza kann nach etwa 20 Minuten ausgeschlossen werden, ein Corona-Ergebnis soll es am folgenden Tag geben. Was, wenn tatsächlich Corona vorliegt? „Eine stationäre Aufnahme von Patienten mit grippeartigen Symptomen erfolgt nur, wenn der Gesundheitszustand eine klinische Versorgung erfordert. Als Isolierstation dient im St.-Antonius-Hospital die Rochusstation“, erklärt Weßels.

Ein niedergelassener Arzt aus Goch erklärt, dass ein Verdacht nur dann bestehe, wenn ein hochfieberhafter Infekt mit dem Wissen um einen Kontakt zu einem Infizierten zusammen komme oder jemand aus einem besonders betroffenen Gebiet eingereist sei und entsprechende Symptome habe. „Wir ermutigen unsere Patienten, die Ruhe zu bewahren, Panik ist unangebracht“, sagt der Mediziner.

Der Kreis Kleve hat auf seiner Internetseite Informationen und Verhaltensregeln zusammengetragen. Bürger, die bestimmte Gegenden Chinas, Südkoreas, des Iran oder Italiens besucht haben, werden aufgefordert, sich im Kreis-Gesundheitsamt zu melden. Ärzte müssen Verdachtsfälle der Gesundheitsbehörde melden. Unbedingt sollte man bei einem Krankheitsverdacht zu Hause bleiben. Ansonsten ist die Situation im Kreis Kleve unverändert, sagt Kreissprecherin Elke Sanders. Sollte sich die Lage ändern, sei der Kreis so vorbereitet, dass sofort alle zuständigen Mitarbeiter zusammenkommen können.

Auch an der Hochschule Rhein-Waal ist die Situation unverändert: „Wir haben alle Hochschulangehörigen informiert und auf die Links zu Robert-Koch-Institut, Gesundheitsministerium und Auswärtiges Amt verwiesen, zudem wurden überall in der Hochschule mobile Desinfektionsstände aufgestellt“, sagt Gabriele Stegers, Sprecherin der Hochschule Rhein-Waal. Dienstreisen nach China wurden abgesagt, Tagungen mit internationalen Teilnehmern verschoben. Für die Studierenden – die meisten sind bis 23. März in Semesterferien – gelte das selbe, wie für alle Bürger. „Man muss sich auch bewusst sein, dass es bei Reisen ins Ausland oder in gefährdete Regionen problematisch sein kann, dass man nicht mehr zurückkommt, weil die Verbindungen unterbrochen sind“, sagt Stegers. Die asiatischen Schüler des Internats Collegium Augustinianum Gaesdonk in Goch wurden angehalten, im Internat zu bleiben und auf Reisen nach Hause zu verzichten. „Es hat seit Weihnachten keine Flugreisen nach Asien gegeben“, sagt Markus Oberdörster, Direktor der Schule.