Kleve: Das KAG bekommt einen Neubau

Kleve : Das KAG bekommt einen Neubau

Nach langer, teils hitziger Diskussion wurde der CDU-Antrag, das Kellener Gymnasium neu zu bauen, einstimmig vom Rat verabschiedet. Vorwürfe gegen Bauamt. Die Christdemokraten erwarten in einem Jahr die Vergabe an Architekten.

Die Verwaltung hat jetzt ein Jahr lang Zeit, den Neubau für das Konrad Adenauer Gymnasium (KAG) an der Riswicker Straße vorzubereiten. Einstimmig verabschiedete der Rat nach langer Diskussion den Antrag der CDU, nicht weiter über eine Sanierung des Altbaus nachzudenken und innerhalb eines Jahres die Rahmenbedingungen zu schaffen, dass der Neubau an einen Architekten vergeben werden kann. Einen Generalunternehmer (GU) möchte die CDU-Fraktion nicht mehr haben. Zu viele Bauvorhaben mit GU sind aus Sicht der Politik nicht optimal verlaufen.

Jörg Cosar, schulpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion, mahnte in der vorangegangenen Diskussion: "Wir wollen Lehrer, Eltern und Schüler nicht immer vertrösten müssen, weil Bauvorhaben nicht umgesetzt werden". Deshalb hatte CDU-Fraktionschef Wolfgang Gebing in seinem Antrag formuliert, dass der Bau in einem Jahr, also Anfang 2018, soweit vorbereitet sein muss, dass ein Architekt beauftragt werden kann. Dabei haben die Christdemokraten als Fertigstellungstermin für das 25-Millionen-Euro-Projekt 2021/22 im Blick.

Kleves Technischer Beigeordneter Jürgen Rauer wehrte sich gegen den Zeitplan: Man habe zwei Gesamtschulen auszuschreiben und zu vergeben und nicht die Kapazitäten, dann auch noch die Vergabe einer dritten Schule vorzubereiten. "Ich habe keine Ahnung, ob wir dies planerisch angehen können", wetterte der Technische Beigeordnete und pochte darauf, erst die Gesamtschule fertigzustellen. (Die bereits deutlich in Verzug ist). Wie Rauer versuchte auch Kämmerer Haas, Zeit zu gewinnen, und schlug vor, eine Vorlage für die nächste Schulausschuss-Sitzung zu erstellen. Er sehe ein, dass die Politik einen Neubau wolle, aber die Verwaltung müsse erst Gesamtkosten, Rahmenprogramm und dann eine Zeitschiene aufstellen. Bürgermeisterin Northing führte an, man habe doch jetzt erst die Fakten vorliegen. Gebing wiederum beharrte auf seiner Forderung, 2018 Architekten für das Bauvorhaben KAG beauftragen zu können. "Wir reden über dieses Projekt seit acht Jahren - da muss man auch mal zu Potte kommen. Und Sie haben ja jetzt ein Jahr Zeit", sagte er. Der Neubau-Vorschlag für das KAG komme nicht aus heiterem Himmel. Grüne und SPD warfen ein, dass die Gesamtschule Vorrang habe, man aber grundsätzlich für einen Neubau des KAG sei, so Tekath (SPD) und Meyer-Wilmes (Grüne). Tekath begrüßte den Weg über den Schulausschuss.

Die FDP käme zum gleichen Schluss wie die CDU, sagte Daniel Rütter. "Wir haben die Studie zur Kenntnis genommen und wir wüssten nicht, worüber wir noch groß diskutieren sollten" so der FDP-Fraktionschef. Die Umsetzung des Bauvorhabens sei keine Frage des Schulausschusses. Es habe immer wieder gravierende Mängel bei der Umsetzung der Schulbauten gegeben, wie bei der Gesamtschule in Rindern, wie bei der Hoffmannallee, wo man inzwischen eine ganze Dekade im Rückstand sei, wurde Rütter grundsätzlich. Er verlangte, den Fachbereich und das Gebäudemanagement (GSK) so aufzustellen, dass die Beschlüsse, die der Rat in Bauangelegenheiten trifft, auch umgesetzt werden. Rauer räumte zwar Rückschläge bei der Gesamtschule 1 ein, verwies aber auch auf die vielen Bauvorhaben die anstehen, auf Grundschulbauten und vor allem auf die Unterbesetzung seines Amtes. Man arbeite derzeit an allen Schulen gleichzeitig.

Nachdem Gebing nochmals betont hatte, dass man ein Jahr Zeit habe, Vorlagen zu erstellen und Rahmenbedingungen zu schaffen und einen Architekten zu finden (der europaweit ausgeschrieben werden müsse), wurde der Antrag doch einstimmig verabschiedet.

(RP)
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