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Kleve: Das ist Kleves neues Kombibad

Kleve : Das ist Kleves neues Kombibad

Im Sportausschuss sind die Pläne für die neue Bäderlandschaft in Kleve vorgestellt worden. Jens Schulz vom Planungsbüro Thalen Consult präsentierte die Ergebnisse der Arbeitsgruppe Bäder.

Monatelang hat die Arbeitsgruppe Bäder daran gearbeitet, jetzt wurden sie dem Sportausschuss vorgelegt: die Pläne für Kleves neues Kombibad. Jens Schulz vom beratenden Planungsbüro Thalen Consult präsentierte die neue Bäderlandschaft den Ausschussmitgliedern in Zahlen und Fakten. Rund 14 Millionen Euro wird das neue Bad am Standort Sternbusch kosten. Alleine 9,5 Millionen Euro davon entfallen auf das vergrößerte Hallenbad.

Am Königsgarten präsentierte sich den Planern ein desolates Bild. An dem Hallenbad, 1958 errichtet und 1983 das letzte Mal vollständig saniert, haben die 50 Jahre Betrieb deutlich ihre Spuren hinterlassen. Elektronische Anlagen, die Lüftungs- und Badewassertechnik, die Abdichtungen und Fliesen, die Umkleidekabinen, die Fassaden, Fenster und Betonelemente seien schlicht marode. "Alle Bauteile sind massiv sanierungsbedürftig", so Schulz.

Auch in der Nutzung des Bades stellten sich erhebliche Probleme dar. Da es neben dem Kinderbecken nur ein großes Becken gab, das sowohl von den Freizeitschwimmern als auch von den Vereinen und Schulen genutzt werden konnte, zeigten sich im Belegungsplan schnell Engpässe. So war es den Freizeitschwimmern bisher montags nur möglich, im Klever Hallenbad schwimmen zu gehen, wenn sie früh aufstanden: Entweder von 6 bis 8 Uhr oder von 9.30 bis 11 Uhr. Der Rest des Tages war von Schulen, Vereinen oder Reinigungsarbeiten belegt.

Um das zu verhindern, gibt es zukünftig zwei Becken neben dem Kinderbecken im Innenbereich. Ein Sportbad für Vereine und Schulen mit vier 25-Meter-Bahnen und einem Ein- sowie einem Dreimeterbrett. Und ein öffentliches Familienbad mit sechs 25-Meter-Bahnen.

"Das Sportbecken kann, wenn nicht gerade Vereine oder Schulen darin schwimmen, natürlich auch von Familien und Freizeitschwimmern genutzt werden", so Schulz. Was aus dem sogenannten "Filetstück" am Königsgarten wird, wenn das Schwimmbad dort erst einmal abgerissen ist, bleibt abzuwarten. Es befindet sich derzeit im Besitz der Bäderbetriebe. Auch für das Freizeitbad Sternbusch bringt das Kombibad massive Veränderungen mit sich.

Es ist bereits seit 1975, also seit 37 Jahren, in Betrieb. "Hier war die Überlegung, wie wir es zukunftsfähig machen", sagt Schulz. "Wir hatten die Vorgabe, die Wasserfläche zu reduzieren und die Qualität des Bades zu steigern."

Faktisch bedeutet das: rund 50 Prozent der (laut Schulz "überdimensionierten") Wasserfläche des Freibads entfallen. Aus 2700 Quadratmetern Wasserfläche werden nun inklusive den Flächen im Innenbereich 1900 Quadratmeter. Im alten Bad zeigten sich wie auch im Hallenbad deutliche Mängel. So seien etwa die Badewassertechnik und die Lüftungsanlage marode, die Beckenhydraulik und Aufstiege der Sprungtürme seien nicht DIN-gerecht gewesen.

Die Fliesen werden gegen Edelstahlbecken ausgetauscht, die bereits in 80 Prozent der kommunalen Bäder vorhanden sind. Aus dem großen Becken mit sechs 50-Meter-Bahnen wird nun ein Kombibecken mit vier 25-Meter-Bahnen und zwei 50-Meter-Bahnen sowie einem Nichtschwimmerbereich. Auch das Becken am Sprungturm wurde verkleinert — als Folge werden die Zehn- und 7,5-Meter-Bretter entfallen.

Das Kinderbecken wird in einen "Wasserspielgarten" mit Matschbereich umgestaltet. Würde man Frei- und Hallenbad einzeln nur in ihrem Bestand sanieren, ergäben sich jährliche Betriebskosten von 1 160 793 Euro. Die Variante des Kombibades kostet im Jahr 1 345 277 Euro. Durch das Kombibad ergeben sich "personell wie im Betrieb Synergien, die Kosten einsparen", so Schulz. Nun hat der Rat über die Pläne zu entscheiden.

(RP/rl/ila)