Kranenburg: Das Denkmal geschützt

Kranenburg : Das Denkmal geschützt

Das ehemalige St.-Johannes-Hospital in Kranenburg darf nicht abgerissen werden. Dies entschied gestern das Verwaltungsgericht in Düsseldorf. Die Kirchengemeinde wollte an der Stelle ein neues Pfarrheim errichten.

Das ehemalige und derzeit leerstehende St.-Johannes-Hospital in Kranenburg darf nicht abgerissen werden. Der Kirchenvorstand der Gemeinde St. Peter und Paul, der die Abrissbirne durch das historische Gemäuer pendeln lassen wollte, musste gestern vor dem Verwaltungsgericht in Düsseldorf eine Niederlage hinnehmen. Das unter Denkmalschutz stehende Gemäuer muss stehenbleiben.

Für Kranenburgs Bürgermeister Günter Steins, ein Kämpfer für den Erhalt der ehemaligen Heilanstalt, war gestern ein gelungener Tag. "Das ist eine gute Nachricht für Kranenburg", sagt Steins, der die Entscheidung des Gerichts in der gestrigen Ratssitzung verkündete.

Ein neues Pfarrheim

In den vergangenen Jahren hielt sich das Interesse für das historische Gemäuer in Grenzen. Erst als seitens der Kirchengemeinde der Abbruch-Antrag gestellt wurde, rückte die ehemalige und jetzt denkmalgeschützte Anstalt in den Mittelpunkt des Interesses. Plan der Kirchengemeinde St. Peter und Paul war es, das Gebäude abzureißen und an der Stelle ein neues Pfarrheim zu bauen. Grund für den Abrissantrag ist auch die finanzielle Situation. Die Pfarrgemeinde ist, was irdische Güter betrifft, nicht gerade auf Rosen gebettet. Zudem möchte man weiterhin bestimmen können, was an dieser exponierten Lage gegenüber Kirche und Pastorat entsteht. 2,5 Millionen Euro, so hieß es im Vorfeld, müssten investiert werden, um das Haus auf den heutigen Standard zu sanieren.

  • Kranenburg : Altes Gemäuer frisch entdeckt
  • Kranenburg : Der Streit ums Denkmal
  • Kranenburg : SPD-Antrag aus dem Verkehr gezogen

Kirchenvorstandsmitglied Ludger Janhsen war gestern ebenfalls nach Düsseldorf gefahren, um sich das Urteil live anzuhören. Janhsen bekräftigte erneut, dass das Grundstück, auf dem das ehemalige St.-Johannes-Stift stehe, niemals verkauft werde. "Wir brauchen ein neues Pfarrheim, das ist sicher und ebenso sicher ist, dass wir das Johannes-Stift nicht sanieren können. Hinzu kommt, wir könnten es auch gar nicht unterhalten." Innerhalb des Kirchenvorstandes will man sich jetzt über die nächsten Schritte abstimmen. Janhsen nahm die Niederlage recht gelassen: "Wir müssen generationenübergreifende Entscheidungen treffen. Unseren Verein gibt es jetzt seit mehr als 2000 Jahren, da kommt es auf zehn oder 20 Jahre auch nicht an." Worauf es Ludger Janhsen jedoch ankommt, ist, dass ein neues Pfarrheim her muss: "Wenn wir Gäste haben, muss man sich für unsere Situation mit dem alten Don-Bosco-Heim schämen. Jede andere Gemeinde hat da bessere Bedingungen." Doch machte Janhsen auch den Weg frei für neue Überlegungen gemeinsam mit der Verwaltung: "Wir wollen doch nur das Beste für unsere Gemeinde." Da hätte man schon einen großen gemeinsamen Nenner — denn genau das wollen Politik und Bürgermeister Steins doch auch immer.

(RP/jul)