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Coronavirus: Masken sind im Kreis Kleve ausverkauft

Coronavirus : Coronavirus: Masken sind ausverkauft

Die Menschen im Kreis Kleve sind besorgt wegen der Ausbreitung des Erregers. Laut Kreisapotheker Ulrich Schlotmann sind keine Masken mehr erhältlich. Die seien zum Schutz auch nicht geeignet.

Das Coronavirus breitet sich weiter aus. Auch viele Menschen im Kreis Kleve sind besorgt, dass sie sich anstecken könnten. Wir geben einen Überblick über die aktuelle Situation.

Fallzahlen und amtliche Maßnahmen Derzeit gibt es im Kreis Kleve keine gemeldeten Fälle von Coronoavirus-Erkrankungen. Falls ein Verdacht gemeldet wird, setzt eine Alarmierungskette ein.

Schutzmaßnahmen Ulrich Schlotmann, Sprecher der Apotheken im Kreis Kleve, rät zu Gelassenheit: „Es gibt absolut keinen Anlass zur Panik. Ganz im Gegenteil: Die Menschen in der Region müssen gar nichts dagegen unternehmen. Die Grippewelle, die sich derzeit von Österreich zu uns ausbreitet, bietet im Vergleich viel mehr Anlass zur Sorge.“

Gleichwohl habe das Coronavirus den Apotheken in der Region einen Ansturm von Kunden, die eine Mundschutzmaske kaufen möchten, beschert. „Die Masken sind derzeit ausverkauft, bei den Herstellern ist nichts mehr zu bekommen, auch keine OP-Masken“, sagt Schlotmann. Das sei jedoch auch völlig unerheblich. „Durch eine Mundschutzmaske lassen sich Ansteckungen bei sich selbst nicht verhindern“, betont Schlotmann. Die Masken seien nur sinnvoll für Personen, die den Virus bereits in sich tragen und andere vor einer Ansteckung bewahren wollen, so der Apotheker. Die sinnvollste Abwehrmaßnahme vor einer Ansteckung sei das gründliche Händewaschen, mehrmals am Tag. „Es ist auch nicht unhöflich, jemandem nicht die Hand zu geben, wenn man Symptome einer Erkältung oder gar Grippe bei sich bemerkt“, sagt Schlotmann. Niesen sollte man in die Armbeuge, nicht in die Handflächen. Bei Anzeichen einer Grippe sollte man sich an seinen Hausarzt wenden. Das Fazit des erfahrenen Apothekers: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Coronavirus am unteren Niederrhein auftaucht.“

So reagiert die Hochschule Rhein-Waal An der Hochschule mit Standort in Kleve und Kamp-Lintfort sind nach eigenen Angaben aktuell 255 Studierende chinesischer Nationalität eingeschrieben. Derzeit befänden sich die Studierenden aus China aufgrund der Prüfungsphase noch an der Hochschule Rhein-Waal. „Die Hochschule hat aber mit der möglichen Reise dieser Studierenden in ihr Heimatland in der vorlesungsfreien Zeit und ihrer Rückkehr zum Sommersemester sowie der Ankunft neu eingeschriebener Studierenden für den Beginn der Masterstudiengänge im Sommersemester das Thema im Blick“, betont Pressesprecherin Gabriele Stegers. Die Hochschule Rhein-Waal stehe bereits in Kontakt mit dem betriebsärztlichen Dienst und bereitet in Abstimmung mit diesem für die Hochschulmitarbeiter und Studierenden eine Information vor. „Darüber hinaus erfolgen derzeit in Nordrhein-Westfalen Abstimmungsgespräche mit Gesundheitsbehörden, anderen Hochschulen sowie der Hochschulrektorenkonferenz“, sagt Stegers. Sie verweist auf offizielle Stellungnahmen: „Die Gefahr für die Gesundheit der Menschen in Deutschland durch die neue Atemwegserkrankung aus China bleibt nach Einschätzung des Robert-Koch-Instituts weiterhin gering.“

So reagiert der örtliche Klinikverbund Auch bei der Katholischen Karl Leisner Trägergesellschaft, die Krankenhäuser und Senioreneinrichtungen in Kleve, Goch, Kevelaer und Kalkar betreibt, beschäftigt man sich mit dem Coronavirus. „Wir haben das in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt im Blick. Praktisch bedeutet das für uns im Moment, dass wir die Mitarbeiter sensibilisieren und die Notfallambulanzen aussagekräftig beschildern“, sagt Sprecher Christian Weßels. Patienten mit Anzeichen einer Erkältung, die in den vergangenen 14 Tagen in der betroffenen chinesischen Region waren oder Kontakt zu einem sicher an dem neuen Virus erkrankten Patienten hatten, würden separat warten beziehungsweise direkt in einen Behandlungsraum geleitet. „Unser Pflegepersonal würde geeignete Schutzkleidung beziehungsweise Schutzmasken tragen“, erläutert Weßels.