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Coronavirus im Kreis Kleve: Erster Fall nachgewiesen

Infektion im Kreis nachgewiesen : Erster Corona-Fall in Kleve

Eine Person aus Kleve hat sich auf einer Auslandsreise mit dem Virus angesteckt. Das Kreisgesundheitsamt hat häusliche Quarantäne angeordnet. Kindergarten Arche Noah geschlossen.

Erstmalig wurde jetzt auch im Kreis Kleve eine Corona-Infektion nachgewiesen. Die Person war nach einer Auslandsreise mit Beschwerden in das Fieberzelt des St.-Antonius-Hopitals gekommen. Die Tests gaben dann Sicherheit: Die Person aus Kleve hat sich mit dem Virus infiziert. „Das Kreisgesundheitsamt hat vor wenigen Stunden die amtliche Bestätigung über das Testergebnis erhalten“, sagt Kreissprecherin Ruth Keuken. Keuken bestätigte auch nochmals, dass die betroffene Person aus Kleve bisher nur unter leichten Beschwerden leide und sehr leichte Symptome aufweise. „Wichtig ist, dass die Ansteckung auf einer Auslandsreise erfolgte“, unterstreicht Keuken. Es soll sich, so heißt es, um einen Mann handeln.

Für den erkrankten Klever und seine Familie sei häusliche Quarantäne angeordnet worden, so die Kreissprecherin. Das Kreisgesundheitsamt ermittelt nun die Personen, die mit dem Erkrankten in Kontakt gekommen sind. Die Kollegen des Amtes haben bereits am Morgen mit den Ermittlungen begonnen und hoffen, zügig eine komplette Liste aufstellen zu können.

Der Kindergarten „Arche Noah“ in Kleve-Kellen ist ab sofort vorrübergehend geschlossen. Das teilte Propst Johannes Mecking als Pfarrverwalter der Pfarrei St. Willibrord mit. Hintergrund ist eine entsprechende dringende Empfehlung des Kreises Kleve vom 10. März. Demnach ist bei einem Angehörigen eines Kindes, das den Kindergarten besucht, der neuartige Coronavirus „Covid-19“ festgestellt worden.

Einen ersten bestätigten Fall gibt es zudem im benachbarten Berg en Dal, wenige Kilometer jenseits der deutsch-niederlädnischen Grenze zwischen Kleve und Nimwegen. Im niederländischen Groesbeek, einem Ortsteil von Berg en Dal, ist damit der 15. Patient im Süden der Provinz Gelderland festgestellt worden. Die Verwaltung habe gleich begonnen, seine Kontakte festzustellen, so das Gesundheitsamt in den Niederlanden. Während der unmittelbar Betroffene in häusliche Quarantäne muss, sind die Kontaktpersonen aufgefordert, regelmäßig ihre Temperatur zu messen, um bei Fieber gleich Bescheid zu geben. So soll versucht werden, die Ausbreitung des Virus möglichst zu verhindern, sagen auch die Niederländer.

Der Kreis Kleve listet noch einmal die wichtigsten Fakten zu Corona: Eine Übertragung des Corona-Virus erfolgt hauptsächlich über die Sekrete der Atemwege, also zum Beispiel durch Küssen, Sprechkontakt über geringe Distanz, Kontakt zu Erbrochenem, Anhusten oder Anniesen. Die Einhaltung folgender Hygieneregeln kann Ansteckungen mit Infektionskrankheiten deutlich minimieren:

  • regelmäßig und gründlich Hände mit Seife waschen
  • Hände aus dem Gesicht fernhalten
  • in die Ellenbeuge und nicht in die Hand husten oder niesen
  • auf Händeschütteln verzichten
  • Abstand von mindestens einem Meter zu anderen Menschen halten

Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen (MAGS NRW) informiert unter der Rufnummer 0211 9119 1001 zum Corona-Virus. Diese landesweite Hotline ist erreichbar von montags bis freitags zwischen 08:00 und 18 Uhr.

Wer eine Beratung bezüglich des Coronavirus braucht oder fürchtet, sich angesteckt zu haben, oder seinen Hausarzt telefonisch nicht erreicht, kann sich auch telefonisch an den Ärztlichen Bereitschaftsdienst wenden. Die Hotline ist erreichbar unter der Nummer 116 117. Hier hilft medizinisches Fachpersonal bei der Klärung weiterer Fragen und es kann durch die Anwendung eines standardisierten medizinischen Ersteinschätzungsverfahrens und gezielte Fragen an den Erkrankten in kurzer Zeit eingeschätzt werden, ob ein Risiko besteht, beziehungsweise ob ein Test erforderlich ist.

Auf der Internetseite des Kreises Kleve (www.kreis-kleve.de), auf der Internetseite der Kassenärztlichen Vereinigung (https://coronavirus.nrw/) und auf der Seite des Patientenservices (www.116117.de) finden sich außerdem Antworten auf die häufigsten Fragen zum Thema Coronavirus sowie eine Handlungsempfehlung für möglicherweise infizierte Personen.

(RP)