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Corona-Pandemie: Angebote der Tafeln im Kreis Kleve sind eingeschränkt

Karitative Organisation : Klever Tafel hat wieder geöffnet

Nach der einwöchtigen Schließung soll die Ausgabe bei der Klever Tafel ab Dienstag wieder normal erfolgen. Ähnliche karitative Angebote in Uedem, Goch und Kalkar bleiben zwar geschlossen, doch es soll geliefert werden.

Kann die karitative Essensausgabe in den aktuellen Zeiten aufrecht gehalten werden? Diese Frage stellten sich viele Verantwortliche der Tafeln vor Ort. Knapp die Hälfte der bundesweit insgesamt 950 Tafeln haben ihren Betrieb vorläufig eingestellt – als präventive Maßnahme zum Schutz der Kunden wie Helfer. Doch machen die ersten Tafeln bereits wieder auf, nachdem die Abläufe umstrukturiert wurden.

Dazu zählt auch die Klever Tafel. Vergangenen Woche musste die kariative Einrichtung erstmalig in ihrer 16-jährigen Geschichte die Türen schließen. Doch nur für eine Woche, wie jetzt bekannt wurde. Ab kommenden Dienstag, 24. März, kann der Betrieb wieder aufgenommen werden – wobei der Ablauf an die aktuellen Vorgaben des Gesetzgebers angepasst wird.

„Das Wesensmerkmal der Tafel ist, dass wir offen sind“, sagt Michael Rübo im Gespräch mit der Redaktion. Zuletzt zeigte sich der Diakon betrübt über die Schließung. Doch befindet er jetzt: „Es ist gut, dass wir ausgesetzt haben. Damit wir uns finden und neu organisieren konnten.“ Am Donnerstagmittag tagte das Tafel-Team, besprach die aktuelle Lage – und fand eine Lösung. Jetzt kann „der ganz normale Tafelbetrieb“, wie Rübo es nennt, also das Sammeln, Sichten und Verteilen von Lebensmitteln an wöchentlich 1400 Personen, wieder erfolgen. Die Ausgabe findet weiterhin wie gewohnt dienstags und donnerstag von 11.30 bis 13 Uhr statt.

Um den regulären Betrieb wieder gewährleisten zu können, müssen Vorkehrungen getroffen werden. So werden künftig nicht mehr als fünf Kunden gleichzeitig in die Tafel gelassen. Auch soll nur noch eine Person pro Familie zur Tafel kommen, um die Zahl der Personen vor Ort ebenfalls gering zu halten. Bei der Ausgabe selbst wird eine gewisse Distanz zwischen den Tafelgängern untereinander sowie zwischen den Helfern und Kunden eingehalten.

Eventuell könne zunächst lediglich „ein überschaubares Angebot“ geboten werden, sagt Michael Rübo. „Vom Tafelsortiment, zum Beispiel frisches Obst und Gemüse, bleibt in den Supermärkten momentan weniger übrig“, so der Diakon. Aber er versichert: „Es wird etwas geben – es hat immer etwas gegeben.“

Ferner setzt die Klever Tafel personelle Maßnahmen um: Alle der insgesamt 60 ehrenamtlichen Helfer, die zur sogenannten „Risikogruppe“ gehören, legen vorerst ihre Arbeit nieder. „Wir werden die Aufgaben auf andere Schultern verteilen“, sagt Rübo. So sucht die Klever Tafel aktuell Helfer, die die entstehenden Lücken auffüllen. „Das Potential ist groß“, sagt der Diakon. Denn viele Menschen, etwa Schüler und Studenten, aber auch Berufstätigt, seien in der aktuellen Situation bereit zu helfen. Und eben diese Ehrenamtler brauche die Tafel jetzt.

Während die Klever Tafel ihre positive Nachricht verkündet, schließen allerdings die Ausgabestellen anderenorts. So hat die Tafel Kalkar seit vergangenem Wochende ihren Betrieb eingestellt. „Die Entscheidung viel uns nicht leicht“, heißt es vom Vorstand. Ein Grund für die Schließung sei mitunter, erklärt Angelika Schulz, stellvertretende Vorsitzende des örtlichen Vereins, dass viele der Helfer zur Risikogruppe gehören: „Wir sind zu alt und teilweise auch vorerkrankt, also gefährdet.“ Bis zum 19. April soll der Betrieb ruhen. Am letzten Ausgabetermin, am vergangenen Freitag, war noch „gut was los“, so Schulz. Besonders schade sei, dass jetzt alles weggeschmissen werden müsse. „Wir haben den Läden schon abgesagt.“ Zumal das Angebot am Freitag besonders hoch war: Die Kalkarer Tafel hatte die Lebensmittel der umliegenden Restaurants erhalten. Doch gibt Schulz auch an: „Wenn sich etwas ergibt, machen wir natürlich auch vor dem 19. April wieder auf.“ Konzeptideen dafür stünden bereits im Raum. „Unter Vorbehalt“ muss die Tafel geschlossen bleiben, sagt Schulz.

Geschlossen, zunächst bis Ostern, bleibt die Gocher Tafel sowie die Arbeit des Trägervereins „Arche“. Die Vorsitzende Rahel Schaller begründet die Schließung, dass Kunden und Helfer zur „schützenswerten Gruppe“ gehören und, dass sich „aufgrund der räumlichen Gegebenheiten die vorhandenen Vorschläge zur Vermeidung einer Ansteckung nicht ausreichend umsetzen“ ließen. Dafür springt „Goch hilft“ ein. der Verein will Tüten zu den Kunden der Tafel nach Hause bringen. Bis wurden schon 100 Tüten verteilt, was durch die Unterstützung von der Verbandssparkasse Goch, CDU, SPD und Bürgerspenden möglich wurde. Dafür bittet der Verein Goch hilft um weitere Spenden.

Für nicht umsetzbar hält die tafelähnliche Einrichtung „Café Konkret Uedem“ den laufenden Betrieb „unter Einhaltung aller Vorsichtsmaßnahmen im Zusammenhang mit den Risiken des Coronavirus“, erklärt das Leitungsteam. Daher bleibt das Café bis nach den Osterferien geschlossen. Deshalb geht ein Appell des „Café Konkret“ an alle Uedemer, zweckgebunden für diese Aktion zu spenden. Cafe Konkret führt ein Konto bei der Volksbank an der Niers. Die IBAN-Nummer lautet: DE 27 3206 1384 2900 6330 79, Hinweis „Coronahilfe“. „Wir gewährleisten, dass Ihre Spenden ausschließlich und zügig unseren hilfsbedürftigen Kunden zugutekommen. Auch diese Hilfe wird über Gutscheine zur Verfügung gestellt“, sagt Kahrl. Bereits gespendet hat der Werbering, so dass am Dienstag das „Café Konkret“ an ihre Kunden Einkaufsgutscheine verteilen kann.