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Corona-Krise: Kleve Kreis gibt Soforthilfen für kleine Betriebe

Unterstützung in Corona-Krise : Kreis Kleve gibt Soforthilfen für kleine Betriebe

Der Kreis Kleve startet sein angekündigtes Soforthilfeprogramm für Kleinunternehmen und Freie Berufe.

Der Kreis Kleve vergibt ab jetzt Sofort-Hilfen für gewerbliche Kleinunternehmen aus allen Wirtschaftsbereichen sowie Soloselbstständige und Angehörige der Freien Berufe einschließlich Kulturschaffende. Anträge können auch landwirtschaftliche Betriebe und Gartenbau-Betriebe mit bis zu zehn festangestellten Vollzeitkräften (einschließlich des Unternehmers bzw. des Antragstellers) stellen. „Voraussetzung dafür ist, dass diese unmittelbar infolge der durch den Coronavirus ausgelösten Pandemie in eine existenzgefährdete wirtschaftliche Schieflage geraten sind und diese nicht allein mit Eigenmitteln sowie EU-, Bundes- und Landesfördermitteln oder sonstigen Fremdmitteln ausgleichen können, um eine Schließung des Unternehmens zu verhindern“, heißt es in der Presse-Erklärung des Kreises Kleve. Natürlich, so heißt es gleich weiter, muss der den Antrag stellende Betrieb oder die Arbeitsstätte im Kreis Kleve liegen. Gewährt werden im Schnitt Zuschüsse von bis zu 7.500 Euro für Unternehmer und Freiberufler mit Angestellten. Das sind Zuschüsse, die nicht zurückgezahlt werden müssen.

Zunächst sind zwei Millionen Euro freigegeben. Die finanzielle Soforthilfe wurde von allen sechs Fraktionen im Kreistag als Dringlichkeitsbeschluss unterschrieben. „Dies war notwendig, um angesichts der existenzbedrohenden Umstände kurzfristig dafür handlungsfähig zu werden, den gefährdeten Betrieben und freiberuflichen Selbständigen schnell helfen zu können“, sagt Landrat Wolfgang Spreen.

Hintergrund: Zunächst hatte Spreen eine Sofort-Hilfe von zehn Millionen Euro vorgeschlagen, die aber von den Bürgermeistern und von Ratsparteien abgelehnt wurde, weil sie über die Kreisumlage finanziert werden sollte. Jetzt wurde „zunächst ein Volumen von zwei Millionen Euro“ genehmigt. Ob damit die zehn Millionen durch die Hintertür an die Geschäftswelt kommt, bleibt abzuwarten.

Für die Hilfe sind zwei Formblätter auszufüllen, die man auf der Internetseite des Kreises Kleve findet. Die müssen dann per Post oder Upload auf einer verlinkten Seite an den Kreis geschickt werden. Es werden bis zu 7.500 Euro gefördert, die sich in maximal 3.000 Euro für den Kleinunternehmer/ Selbständigen sowie zusätzlich 500 Euro für jede weitere angestellte Vollzeitkraft aufaddieren. „Die Obergrenze für die Höhe der Förderung ist der Betrag des durch die Corona-Krise verursachten entgangenen Gewinns für einen Zeitraum von maximal drei Monaten“, so der Kreis Kleve. Anträge, die sich auf wirtschaftliche Schieflagen vor dem 1. März beziehen, sind dagegen nicht förderfähig, es gibt auch keinen Rechtsanspruch auf die Förderung. Damit eröffnet der Kreis gerade den Kleinstunternehmern und auch den Kulturschaffenden eine Fördermöglichkeit. „Wir werden diese Anträge so schnell es geht bearbeiten, das hat für den Kreis Kleve oberste Priorität. Wir können aber noch keinen Zeitraum angeben, wie lange es dauert, bis die Unternehmen das Geld haben“, sagt Kreissprecher Jürgen Pastoors. Das Hilfsprogramm solle vor allem dann greifen, wenn die anderen Programme nicht zur Existenzsicherung ausreichen. „Es geht darum, zu verhindern, dass viele kleine Betriebe schließen müssen“, sagt Spreen. Sollten jedoch andere Förderprogramme reichen, werde der Kreis kein Geld ausgeben müssen.

www.kreis-kleve.de/corona-soforthilfe