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Corona im Kreis Kleve: Sperrstunde kommt – Besuchsverbot in Krankenhäusern

Corona im Kreis Kleve : Sperrstunde kommt – Besuchsverbot in Krankenhäusern

Erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie ist die 7-Tages-Inzidenz im Kreis Kleve über 50 gestiegen. Der Kreis hat eine neue Allgemeinverfügung mit Sperrstunde erlassen. Das Karl-Leisner-Klinikum schränkt Besuche drastisch ein.

Nach der Entwicklung der vergangenen Tage kommt es nicht überraschend: Der Kreis Kleve hat erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie die 7-Tage-Inzidenz von 50 überschritten. Das Robert-Koch-Institut meldete mit Stand Donnerstag, 0 Uhr, eine Inzidenz von 53,4. Der Kreis Kleve hat eine neue Allgemeinverfügung erlassen, die die Gefährdungsstufe 2 feststellt.

In der Öffentlichkeit dürfen sich – außerhalb von Familien und Personen zweier Hausstände – nur noch Gruppen von höchsten fünf Personen treffen. An privaten Festen aus herausragendem Anlass dürfen höchstens zehn Personen teilnehmen. Gäste, die an einem Fest mit mehr als zehn Personen teilnehmen, müssen mit einem Bußgeld von 250 Euro rechnen. Es gilt eine Sperrstunde für Gastronomiebetriebe sowie ein Verkaufsverbot für alkoholische Getränke zwischen 23 und 6 Uhr. Bei Innen- und Außen-Veranstaltungen gilt eine Höchstgrenze von 100 Personen. Ausnahme: das Gesundheitsamt lässt aufgrund eines besonderen Hygiene- und Infektionsschutzkonzepts eine Ausnahme zu. Aus der bereits in Kraft getretenen Allgemeinverfügung zur Feststellung der Gefährdungsstufe 1 gilt weiterhin, dass der Mund-Nasen-Schutz in geschlossenen Räumen bei Veranstaltungen auch am Sitz- oder Stehplatz getragen werden muss.

Ob über diese Regeln hinaus noch weitere Maßnahmen getroffen werden, etwa eine Mundschutz-Pflicht in den Fußgängerzonen, muss jede der 16 Kommunen im Kreis Kleve für sich entscheiden. In der kommenden Woche soll es eine Konferenz der Bürgermeister geben, in der es um dieses Thema gehen soll. Der Sprecher der Bürgermeisterkonferenz, der Reeser Bürgermeister Christoph Gerwers (CDU), befindet sich derzeit noch im Urlaub.

Auch wenn in den Rathäusern die Botschaft verbreitet wird, dass man Maßnahmen genau prüfen und eine gemeinsame Lösung finden möchte: Es gibt schon unterschiedliche Signale zu Maskenpflicht-Regeln in den Innenstädten.

Während es zum Beispiel in Kleve, Goch und Rees heißt, dass man aktuell zusätzliche Mundschutzregeln für nicht zwingend nötig hält, sieht es weiter südlich anders aus. In Kevelaer appelliert die Stadtverwaltung bereits seit Tagen an die Bevölkerung, in der City einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Die Verantwortlichen sind dabei, alles vorzubereiten, dass eine Maskenpflicht in der Innenstadt schnell umgesetzt werden könnte. Sogar Angebote für entsprechende Hinweisschilder hat die Kommune schon eingeholt. Der Entwurf für die entsprechende Verfügung liegt zur Abstimmung beim Land. „Natürlich wollen wir uns grundsätzlich mit den anderen Kommunen im Kreis abstimmen, aber wir müssen immer auch auf die besonderen lokalen Gegebenheiten schauen“, sagt Ludger Holla vom Ordnungsamt. Kevelaer sei nun einmal eine Pilgerstadt, am Wochenende machen sich Pilger wieder von Rees aus auf den Weg in die Marienstadt. „Unsere Situation ist teilweise nicht mit anderen Städten zu vergleichen. Die Fußgängerzone in Geldern beispielsweise ist viel breiter als bei uns Hauptstraße oder Busmannstraße.“

Zusätzliche Maßnahmen ergreift schon jetzt das das Katholische Karl-Leisner-Klinikum. Um die Gesundheit von Patienten und Mitarbeitern zu schützen, schränkt die Klinik in Absprache mit dem Gesundheitsamt des Kreises Kleve die Besuchsmöglichkeiten für seine Krankenhäuser drastisch ein. Demnach sind im St.-Antonius-Hospital Kleve, Wilhelm-Anton-Hospital Goch und Marienhospital Kevelaer ab Freitag, 23. Oktober, keine Patientenbesuche mehr möglich. Ausnahmen sind der Besuch schwerstkranker Patienten, der Besuch von Kindern (Absprachen erforderlich) und durch Väter bei Geburten.

Das St. Nikolaus-Hospital Kalkar ermöglicht als einziges Haus des Klinikums weiterhin individuelle Besuchsregelungen, auch hier ist eine Absprache erforderlich.

Dringend benötigte persönliche Gegenstände wie Wechselkleidung oder Toilettenartikel sollen für Patienten in den Empfangsbereichen der Krankenhäuser abgegeben werden. Die Behandlung ambulanter und stationärer Patienten sei in allen Krankenhäusern des Klinikums weiterhin ohne Einschränkungen gewährleistet, wie es heißt. Patienten werden gebeten, sich jeweils am Empfang der Krankenhäuser zu melden. Das gilt auch für Patienten der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin im St.-Antonius-Hospital Kleve.