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Corona im Kreis Kleve: Inzidenz bald wieder über 100?

Corona im Kreis Kleve : Mutationen – Kreis bittet um Mithilfe

Wenn sich der Trend fortsetzt, treiben die Corona-Mutationen die Inzidenz im Kreis Kleve in den kommenden zwei Wochen wieder über eine Marke von 100, warnt der Kreis. Die Hälfte der Fälle weiß nicht, wo sie sich infiziert hat.

Mit eindringlichen Worten appelliert die Kreisveraltung an die Bürger, konsequent die Corona-Regeln einzuhalten. „Wenn sich dieser Trend fortsetzt, erwarte ich, spätestens innerhalb der nächsten zwei Wochen eine 7-Tage-Inzidenz von über 100 zu erreichen“, sagt  Martina Scherbaum, Amtsärztin des Kreises Kleve. „Wir brauchen die Mithilfe aller Bürger, damit die Infektionszahlen aufgrund der ansteckenderen Corona-Mutationen nicht durch die Decke schießen“ sagt auch Landrätin Silke Gorißen. „Keiner kann sagen: Das geht mich nichts an! Denn das Virus macht vor keinem Bereich unseres Alltags Halt. Ob Kita oder Schule, ob Arbeitswelt oder Freizeitangebote, ob Treffen mit der Familie oder mit Freunden – überall müssen die Abstands- und Hygieneregeln beachtet werden, damit es einen Weg zu ‚mehr Normalität‘ geben kann.“

Wie berichtet, steigen durch die zunehmende Ausbreitung von Corona-Mutationen auch im Kreis Kleve die Fallzahlen in den vergangenen Tagen. Am Freitag lag die 7-Tage-Inzidenz bei 81,6. Immerhin: am Donnerstag war der Wert noch bei 85,5. „Wir merken, dass gerade diese mutierten Viren erheblich schneller weitergegeben werden“, sagt Amtsärztin Scherbaum.

Seit dem 8. Februar wurden im Kreis Kleve 116 Virus-Mutationsfälle – 114 Fälle der britischen Variante und 2 der südafrikanischen – durch Test-Typisierung bestätigt. Außerdem wurden bislang 52 so genannte „epidemiologische“ Fälle erfasst. Dabei handelt es sich um positiv getestete Personen, die direkten Kontakt zu einer Person hatten, bei der eine Virus-Mutation nachgewiesen wurde. 168 Mutationsfälle bei gleichzeitig insgesamt 539 gemeldeten Fällen bedeuten, dass in 31 Prozent der Coronafälle ein Mutationsfall vorliegt. Der prozentuale Anteil der Virus-Mutationen liegt jedoch wahrscheinlich viel höher. „Das Gesundheitsamt veranlasst Typisierungen immer dann, wenn der Verdacht auf eine Mutation besteht, beispielsweise bei einer unerwarteten Krankheitsschwere oder einem ungewöhnlichen Ausbruchsgeschehen“, sagt Scherbaum.

Etwa jede zweite positiv getestete Person weiß nicht, wo und bei wem sie sich angesteckt hat. Bei den verbleibenden 50 Prozent der Fälle können und werden die Infektionsketten nachvollzogen. Gut 30 Prozent der Ansteckungen erfolgen bei privaten Kontakten und am Arbeitsplatz, zehn Prozent stehen in einem Zusammenhang mit größeren Ausbrüchen und fünf bis zehn Prozent der Ansteckungen erfolgen im eigenen Haushalt.

Auch wenn alle nach einem Jahr Corona alle erschöpft seien und sich endlich wieder normaler im Alltag bewegen wollen, sei es wichtig, weiterhin die Kontakte konsequent zu begrenzen, heißt es aus dem Corona-Stab.  So könnten beispielsweise Einkäufe gebündelt werden, um mehrfache Besuche im Supermarkt oder im Lebensmittel-Einzelhandel zu verringern. „Wir dürfen nicht nachlässig werden.“

Bei Erkältungssymptomen sollte beim Hausarzt ein Corona-Test durchgeführt werden. Zumindest sollte die erkrankte Person so lange zuhause bleiben, bis für 48 Stunden keine Erkältungssymptome mehr vorliegen. Da das Gesundheitsamt zunehmend Ausbrüche in Betrieben feststellt, sollten auch die Unternehmen im Kreisgebiet ihre Hygienekonzepte überdenken. Regelmäßige Schnelltests könnten geeignet sein, um Ausbrüche in Betrieben frühzeitig zu erkennen und zu begrenzen.

Auch wenn Kinder und Jugendliche häufig bei einer Corona-Infektion nur geringe Symptome haben, können sie das Virus verbreiten. Deshalb sollten auch sie ihren aktiven Freundeskreis begrenzen und in der Gemeinschaft konsequent eine medizinische Maske tragen, wie es aus dem Corona-Stab heißt.