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Corona im Kreis Kleve: Fragen und Antworten

Gefährdungsstufe 1 : Fragen und Antworten zu Corona im Kreis Kleve

Werden nur mehr Fälle gemeldet, weil auch mehr getestet wird? Und wann können Maßnahmen wieder gelockert werden? Ein Überblick über Fragen und Antworten zur Corona-Pandemie im Kreis Kleve.

Die Corona-Situation im Kreis Kleve hat sich seit Ende vergangener Woche zugespitzt. Seit einer 7-Tages-Inzidenz von 35,2 am Freitag ist die Gefährdungsstufe 1 erreicht. Wir beantworten Fragen zu dem Thema.

Gibt es einen großen Corona-Hotspot im Kreis Kleve? Nein. Das Infektionsgeschehen verteilt sich gleichmäßig im Kreis Kleve, ohne dass sich besondere „Treiber“ ausmachen lassen, wie uns Kreissprecherin Ruth Keuken bereits Ende vergangener Woche bestätigt hat. „Die Pandemie ist im Alltag angekommen“, sagte Keuken.

Was hat es mit dem Inzidenzwert auf sich? Die Politik hat Größen definiert, ab denen strengere Maßnahmen getroffen werden sollen, um das Infektionsgeschehen einzudämmen. Die beiden entscheidenden Inzidenzwerte sind 35 (Gefährdungsstufe 1) und 50 (Gefährdungsstufe 2). Das heißt, dass sich in den vergangenen sieben Tagen mehr als 35 oder 50 Menschen auf 100.000 Einwohner gerechnet mit dem Coronavirus infiziert haben. Das war im Kreis Kleve erstmals am vergangenen Freitag der Fall. Daher gelten nun strengere Maßnahmen. So dürfen an Festen aus herausragendem Anlass höchstens 25 Personen teilnehmen. Der Mund-Nasen-Schutz muss in geschlossenen Räumen bei Veranstaltungen auch am Sitz- oder Stehplatz getragen werden. Veranstaltungen, Versammlungen und Kongresse mit mehr als 1000 Personen sind verboten.

Wann können die Maßnahmen wieder gelockert werden? Die Feststellung der Gefährdungsstufe 1 kann erst aufgehoben werden, nachdem die 7-Tage-Inzidenz von 35 über einen Zeitraum von sieben aufeinander folgenden Tagen unterschritten wurde. Wenn der Wert also sechs Tage am Stück unter 35 liegt, dann aber nur einen Tag wieder über 35 steigt, beginnt das Zählen von vorne.

Werden nur mehr Corona-Fälle identifiziert, weil in den vergangenen Tagen häufiger getestet wurde? Nein. Die Anzahl der Testungen im Kreis Kleve befindet sich nicht erst seit Ende vergangener Woche auf einem hohen Niveau, sondern schon seit einigen Monaten. Es muss daher davon ausgegangen werden, dass der aktuelle Anstieg tatsächlich auch auf zunehmende Infektionszahlen zurückzuführen ist.

Wie ausgelastet sind die Behörden? Sogar als die Infektionszahlen nach der ersten Welle zurückgingen, war die Pandemie für die Behörden im Kreis Kleve noch mit erheblichem Aufwand verbunden. „Bei steigenden Fallzahlen und einem wechselnden Personaleinsatz aus anderen Bereichen der Kreisverwaltung zur Unterstützung des Gesundheitsamtes leisten die Mitarbeitenden einen Kraftakt“, sagt Ruth Keuken.

Wer infiziert sich im Kreis Kleve mit dem Coronavirus? Die größte Altersgruppe an nachweisbar Infizierten ist die zwischen 35 und 59 Jahren (40,7 Prozent), gefolgt von 15 bis 34 Jahren (29,3 Prozent). Die Altersgruppe 60+ kommt auf 24,2 Prozent, 0 bis 14 Jährige machen lediglich 5,6 Prozent des Infektionsgeschehens im Kreis Kleve aus. Infizierte sind dabei genauso häufig männlich wie weiblich.

Wer stirbt im Kreis Kleve am Coronavirus? Insgesamt 37 Menschen sind im Kreis Kleve am Coronavirus gestorben. Die Gruppe der am meisten Infizierten hat jedoch nicht die meisten Todesfälle zu beklagen. Im Gegenteil: Dem Robert-Koch-Institut zufolge hat es im Kreis Kleve keinen einzigen Corona-Todesfall bei Menschen im Alter unter 60 Jahren gegeben. 35,1 Prozent der Todesfälle war zwischen 60 und 79 Jahre alt, 64,9 Prozent älter als 80 Jahre alt.

Warum meldet der Kreis Kleve in Teilen andere Zahlen als das Landeszentrum Gesundheit NRW (LZG)? Beim Blick in die LZG-Statistik fällt auf, dass dort manchmal mehr Fälle auftauchen, als das Gesundheitsamt des Kreises Kleve meldet. Diese Diskrepanz gibt es laut Kreispressestelle seit geraumer Zeit. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um Personen, die zwar im Kreisgebiet gemeldet sind, sich jedoch in einem anderen Kreis oder einer anderen Stadt aufhalten und dort ihre Quarantäne verbringen, zum Beispiel Studierende. Solche Einzelfälle wurden seit Beginn der Pandemie in den Fallzahlen-Listen des Kreisgesundheitsamtes nachträglich korrigiert.

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