Kleve: Christus-König-Kirche: Ex-Pfarrvorstand erhebt Vorwürfe

Kleve : Christus-König-Kirche: Ex-Pfarrvorstand erhebt Vorwürfe

Zwei ehemalige Mitglieder von Gemeindegremien wenden sich gegen den Kirchenvorstand und Propst Mecking. Die geplante Profanierung der Christus-König-Kirche werde den Menschen aufgezwungen. Die Kritisierten wehren sich.

Die geplante Entweihung der Christus-König-Kirche sorgt weiter für Unmut. Zwei ehemalige Mitglieder von Gemeindegremien haben eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht. Darin kritisieren sie die die Kirchenleitung, die allein auf finanzielle Dinge schaue, aber die Sorge und Nöte der Gemeindemitglieder nicht beachte.

Lothar Gramm war vor der Fusion im Jahr 2005 mehrere Jahre Vorsitzender des Pfarrkomitees bzw. des Pfarrgemeinderates und zweiter Vorsitzender des Kirchenvorstands. Ludger Wucherpfennig war ebenfalls für einige Zeit Vorsitzender des Pfarrgemeinderates. Beide finden, dass sich die Dinge seit Gemeindefusion 2005 nur verschlechtert haben. "Funktionierenden Gemeinden werden einer XXL-Gemeinde geopfert. Finanzen und Sicherung der kirchlichen Machtpositionen stehen im Vordergrund. Pastorale fehlen weiterhin", schreiben sie.

Die Fusionierung in Kleve sei "offensichtlich gegen die Wand gefahren". So wirke die angedachte Profanierung wie eine "Disziplinierung der Gemeinden, um die Fusionierung noch irgendwie zu retten", heißt es in dem Schreiben. Gruppierungen und Aktivitäten seien ignoriert und nicht gepflegt worden. "Wenn dann immer weniger Menschen mitmachen, kann man gut behaupten, dass die Gläubigen desinteressiert seien und die Verlässlichkeit fehlt", schreiben Gramm und Wucherpfennig. Die Kirchenleitung habe sich "Strategien von Wirtschaftsberatungsgesellschaften angeeignet, und das Pastorale sei "zur Unkenntlichkeit verkommen". Beide kommen zu dem Schluss: "Es mag sein, das gespart werden muss, das Quadratmeterzahlen zuerkannt werden oder nicht. Demgegenüber stehen sprudelnde Kirchensteuereinnahmen, Gewinne aus Verkäufen, edelste Behausungen von Bischöfen und eine zögerliche Offenlegung von Finanzdaten der Diözese." Eine Stellungnahme von Propst Johannes Mecking zur Entwicklung der Großgemeinde erinnere an den "Bericht eines Immobilienmanagers" und gehe "mit keinem Wort auf die Nöte der Menschen ein, die an ihrer Kirche hängen". Lothar Gramm (85) betont: "Wir kommen uns vor wie Christen zweiter Klasse."

Diesen Vorwürfen tritt Pastoralreferent Michael Beermann entgegen. So habe der Propst viele Gespräche mit verschiedenen Gruppen in der Gemeinde geführt, als etwa über die Zukunft des Pfarrheims "Ons Lind" diskutiert wurde. "Das haben die beiden Herren aber nicht mehr mitbekommen, weil sie den Gremien nicht mehr angehörten", sagt Beermann. Die Verfasser des Schreibens "meinen, dass alles so bleiben muss, wie es vor Jahrzehnten war", so der Pastoralreferent. Das ginge aber nicht mit im Schnitt 100 bis 120 Gottesdienstbesuchern in der Christus-König-Kirche.

Gramm und Wucherpfennig hätten nie den Dialog gesucht. "Wir als Pfarreiteam sind für alle Gespräche offen. Jeder kann sich bei uns mit seiner Kritik und seinen Vorschlägen melden. Wir können uns gerne zusammensetzen", sagt Beermann.

Lothar Gramm und Ludger Wucherpfennig schließen ihr Schreiben mit folgendem Satz: "Papst Franziskus hat dazu aufgerufen, mutige Vorschläge zu entwickeln und neue Möglichkeiten zuzulassen, dass auch in Zukunft in überschaubaren Gemeinden Gottesdienste in lebensnahen Zusammenhängen gefeiert werden können." Pastoralreferent Michael Beermann betont: "Genau das wollen wir ja. Dafür brauchen wir aber keine Kirche mit 500 Plätzen."

(RP)
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