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Niederrhein: Charlotte kämpft gegen Krebs

Niederrhein : Charlotte kämpft gegen Krebs

Millionen-TV-Publikum nimmt bei Carreras-Gala Anteil am Schicksal der leukämiekranken Charlotte Crefeld (17) aus Hamminkeln. Ihre Eltern wohnen im Carreras-Haus in Tübingen in ihrer Nähe. Am KDG ist Charlotte nicht vergessen.

Charlotte Crefeld ist an Leukämie erkrankt. Seit zwei Jahren kämpft die 17-jährige Schülerin tapfer gegen die lebensbedrohliche Krankheit — seit knapp einem halben Jahr in der Uniklinik in Tübingen, 600 Kilometer entfernt von ihrem Heimatort Hamminkeln. "Am meisten vermisse ich meine Freunde", sagte die Gymnasiastin in dem Filmbeitrag, der während der großen José Carreras-Gala der ARD ein Millionen-Publikum erreicht hat. Ihre Freunde am Konrad-Duden-Gymnasium haben Charlotte nicht vergessen. Nach der all-adventlichen Aufführung des Musicals Artaban am Montagabend sammelten die jungen Akteure am Ausgang der KDG-Aula für die Carreras-Stiftung. Rund 400 Zuschauer warfen 1100 Euro in den Hut und setzen so auch ein starkes Signal, dass ihnen Charlottes Schicksal nicht gleichgültig ist.

"Es hilft zu spüren, dass Charlotte in ihrer Schule weiter präsent ist", sagt ihr Vater Günter Crefeld, bekannt auch als SPD-Politiker, der in der Carreras-Gala auf dem Sofa im Gespräch mit Moderatorin Desirée Nosbusch für die Unterstützung des Fördervereins für krebskranke Kinder in Tübingen geworben hat. "Aufgrund unserer persönlichen Erfahrungen wissen nur zu gut, wie wichtig die Arbeit des Vereins ist, die ohne Spenden so nicht möglich wäre", sagte Crefeld gestern.

Spagat zwischen Hoffen und Angst

Seit fünf Monaten wird Charlotte in Tübingen therapiert, nachdem die Ärzte in Düsseldorf ihr nicht mehr helfen konnten. Dabei schien sie nach einer vielversprechenden Knochenmark-Übertragung schon über dem Berg. Doch es kam zu einem schweren Rückfall. In Tübingen haben die 17-Jährige und ihre Eltern neue Zuversicht geschöpft, obwohl niemand sagen kann, ob der Kampf gegen die tückische Krankheit ein gutes Ende nimmt.

Es hilft der Familie Crefeld sehr, dass sie eine Wohnung in dem der Klinik angeschlossenen Carreras-Haus nutzen kann, die der Förderverein zur Verfügung stellt. Hier wechseln sich Günter und seine Frau Elisabeth wöchentlich ab. So kann einer immer ganz nah bei der Tochter in Tübingen sein, während ein Elternteil sich zu Hause um Charlottes Bruder Julius kümmert. "Einen von uns ganz in ihrer Nähe zu wissen, hilft Charlotte, ruhig schlafen zu können", sagte ihr Vater im Einspieler bei der TV-Gala. Und es ist gut für die Familie, die seit Jahren den ständigen "Spagat zwischen Hoffen und Bangen" hinbekommen muss.

Den Auftritt im Fernsehen habe er zugesagt, nachdem Charlotte eingewilligt hatte, "um die lebenswichtige Arbeit des Fördervereins zu unterstützen". Ergriffen habe ihn das "ehrliche Mitgefühl" der Promis, die er ja sonst nur aus dem Fernsehen kennt. Mit Olaf Thon habe er sich lange unterhalten. Der Fußball-Weltmeister, der in Schermbeck wohnt, will die Crefelds jetzt zu Hause besuchen.

(RP/jul)