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Kleve: Chaos droht: Brücke am Ring vor Abriss

Kleve : Chaos droht: Brücke am Ring vor Abriss

Die Brücke über die Klever Spyckstraße ist in einem schlechten Zustand. Der Landesbetrieb Straßenbau NRW erklärt, dass eine Sanierung aus wirtschaftlichen Gründen nicht sinnvoll ist. Bei der Stadt ist vom Abbruch noch nichts bekannt.

Bei der Stadt Kleve ist man gespannt, was da kommen wird. Die Spannung könnte in blankes Entsetzen umschlagen, denn was in den nächsten Jahren auf den Verkehr im Stadtgebiet zukommen wird, hat beste Chancen, für chaotische Zustände zu sorgen. Fest steht: Die Brücke, die über die Spyckstraße führt, muss abgerissen werden. Das bestätigte gestern Klaus Münster vom Landesbetrieb Straßenbau NRW. Münster ist Projektleiter beim Landesbetrieb und zuständig für den Bereich Brücken.

 Unter der Brücke: Rost greift die Spannungsglieder der Überführung an der Spyckstraße an. Wasser dringt durch undichte Fugen ein.
Unter der Brücke: Rost greift die Spannungsglieder der Überführung an der Spyckstraße an. Wasser dringt durch undichte Fugen ein. Foto: Gottfried Evers

Alleine zu dem Zeitpunkt, wann die Brücke weichen muss, wollte der Fachmann keine konkrete Angabe machen. "Die Brücke hat Defizite, die aus wirtschaftlicher Sicht nicht instand gesetzt werden können. Sie muss komplett abgerissen und neu gebaut werden", sagt Münster. Derzeit, so der Ingenieur, stelle die Überführung noch keine akute Gefahr dar. Turnusmäßig werden die Brücken alle sechs oder alle drei Jahre auf Schäden kontrolliert. Der Spyckstraßen-Übergang wird aber bereits jedes Jahr genau untersucht. Drei Gründe führt Klaus Münster für das kurze Intervall an. So macht Korrosion der Brücke zu schaffen. Der Rost greift die Spannungsglieder an. Ein weiteres Problem sind die Fugen, die es zulassen, dass Wasser in die Brücke eindringt. Zudem sind an verschiedenen Stellen bereits Risse an Fertigteilen aufgetreten. Münster erklärt, dass die Lebensdauer einer Brücke etwa 100 Jahre betrage. 1976 wurde der 90 Meter lange Überweg gebaut, um den Klever Ring fertigzustellen. "Der heutige Zustand macht einen frühzeitigen Abbruch erforderlich", sagt Münster.

Bei der Stadt Kleve wusste man bis gestern noch nichts davon, dass die Überführung der Spyckstraße den Weg alles Irdischen gehen wird. Jürgen Rauer, Technischer Beigeordneter der Stadt, sagte: "Wir haben darüber gesprochen und warten gespannt auf Details, denn von einem kompletten Abriss wissen wir noch nichts." Was Rauer jedoch weiß, ist, dass diese Brücke von enormer Bedeutung für den Verkehrsfluss in der Kreisstadt ist. Das Bauwerk dem Erdboden gleich zu machen, ohne den Verkehr über eine eventuelle Behelfsbrücke — wie man sie häufig auf Autobahnen aufbaut — zu führen, konnte sich Rauer gestern nicht vorstellen. Aber genau das muss er wohl, denn Münster machte nicht viel Hoffnung auf einen alternativen Überführung an dieser Stelle: "Ich habe mir das schon angeschaut, das sieht nicht gut aus."

Nach einer Verkehrszählung in 2010 fuhren bereits damals im Durchschnitt 15 000 Fahrzeuge (Pkw und Lkw) innerhalb von 24 Stunden über die Brücke. Eine Sprecherin des Landesbetriebs Straßenbau erklärte, dass dies für eine innerstädtische Verbindungsstraße ziemlich viel Verkehr sei. Die Zeit, in der man sich keine Gedanken über die "Resterampe" an der Spyckstraße machte, dürfte nach der Erklärung des Landesbetriebs Straßenbau vorbei sein.

(RP)