Kleve: CDU will Minoritenplatz-Investor aus Kleve

Kleve: CDU will Minoritenplatz-Investor aus Kleve

In München führten die vier Vertreter der Stadt Kleve Gespräche mit möglichen Interessenten für eine Bebauung des Minoritenplatzes. Die Verwaltung drängt den Rat, Pflöcke zu setzen. Die Fraktionen haben bereits Eckpunkte gesetzt.

Mit Verwunderung reagierten gestern die Fraktionschefs der Parteien im Klever Rat auf die neuesten Nachrichten von der Expo in München. Dort hatten die Vertreter der Stadtspitze mit zwei Interessenten - vielleicht gar möglichen Investoren - zum Minoritenplatz gesprochen und drängen jetzt darauf, dass der Rat zügig Pflöcke für eine Bebauung setzen möge, damit die Stadt mit Interessenten intensivere Gespräche führen könne.

Tatsächlich wird im Rat und in den Fachausschüssen seit Wochen über das Thema diskutiert, die Eckpunkte stehen eigentlich klar im Raum, liegen aber noch nicht, wie von der Verwaltung gewünscht, schriftlich vor (erklärte Hedwig Meyer-Wilmes, Grüne). Eher verhalten reagierte die Klever Politik auch auf die Ankündigung der Stadt, einen oder zwei "Interessenten" in München gefunden zu haben.

Wolfgang Gebing, Chef der Klever CDU-Fraktion, reagierte zurückhaltend. Von seinem Büro blickt der Rechtsanwalt direkt auf den Minoritenplatz: "Wenn ich mich hier umschaue, sind all die Dinge, die verwirklicht wurden, von Klever Investoren umgesetzt worden. Ich sehe da keinen Entwurf von außen. Deshalb denken wir bei einer Bebauung des Minoritenplatzes auch vornehmlich an - möglichst mehrere - Investoren aus der Region, die dann mit verschiedenen Architekten im Rahmen der städtebaulichen Planung eine kleinteiligere Bebauung des Platzes umsetzen und dort auch Wohnen ermöglichen", so Gebing. Sicherlich werde man sich Ideen, die von außen an die Stadt herangetragen werden, anschauen. Einer "Super-Sache" würde man sich nicht verschließen. Aber: Im Fokus stehe bei der Klever CDU die Vergabe an mehrere möglichst heimische Investoren. Ganz wichtig: Man habe aus dem Sontowski-Verfahren gelernt, dass die Stadt die Oberhoheit der Planung behalten müsse. Aufgrund des intensiv diskutierten Siegerentwurfs könne man hierzu präzise Vorgaben formulieren.

"Wir wollen eine kleinteilige Bebauung mit Geschäften und Wohnen auf dem Platz. Das sind die Eckpunkte, über die wir schon gesprochen haben", kommentierte Hedwig Meyer-Wilmes aus dem fernen Frankreich den Vorstoß der Verwaltung. Wichtig für die Grünen: "Wir wollen eine interessante Architektur, eine Ästhetik, die sich auf die Umgebung bezieht. Die Bauten sollen spannend und hochwertig sein, die Wallgrabenzone erhalten bleiben." Über mögliche Investoren habe man sich bei den Grünen noch keine Gedanken gemacht. Von Sontowski sollten alle gelernt haben, dass die Stadt die Leitung in der Hand behält, sagt Meyer-Wilmes.

Wohnen und Geschäfte auf einer Fläche möchte auch die SPD - ebenso die Kleinteiligkeit der Bebauung. Aber Petra Tekath mahnt eindringlich: "Wir befinden uns immer noch im laufenden Verfahren mit Sontowski. Ich frage mich, ob es nicht schädlich ist, wenn dann schon Gespräche mit anderen möglichen Interessenten oder Investoren geführt werden." Sie sei neugierig, was die Stadtspitze öffentlich von der Expo erzähle. FDP-Fraktionschef Daniel Rütter spielt den Ball richtig an die Stadt zurück: "Bevor die Verwaltung drängt, dass der Rat Pflöcke einschlagen soll, sollte sie doch erst einmal das Verfahren Sontowski vernünftig zu Ende bringen."

Fabian Merges, Chef der OK-Fraktion, machte auch deutlich, dass die OK einen Ereignisplatz möchte.

(RP)
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