Kleve: CDU-Kritik an neuer Bahnhofsplanung

Kleve: CDU-Kritik an neuer Bahnhofsplanung

Wer parkt, muss Treppen steigen, so sieht es die künftige Planung vor. Das könnte man nciht akzeptieren, sagt die CDU. Ansonsten wurde die Planung begrüßt. Minoritenplatz soll von mehreren Investoren bebaut werden.

Die Kritik von Kleves stellvertretendem Bürgermeister an der jüngst vorgestellten Planung für das neue Bahnhofsumfeld war deutlich: Wenn er mit einem 20-Kilo-Koffer zum Bahnhof komme, wolle er bestimmt nicht damit die steile Stiege hoch, die Gleise queren, und dann die gleiche steile Stiege auf der anderen Seite wieder runter. "Das geht so nicht", stellte Joachim Schmidt beim politischen Frühschoppen der CDU im Klever Kolpinghaus klar.

Die jetzt gemeinsam mit der Bahn-Entwicklungs-Gesellschaft von der Stadt vorgestellte Planung für das Bahnhofsumfeld sieht vor, dass die Pkw-Parkplätze auf die andere Seite der Bahn in Richtung Van-den-Bergh-Straße verlegt werden und dort, wo jetzt die Park-and-Ride-Plätze sind, die Busse halten. Auch soll die Lohengrinstraße vor dem Bahnhof abgebunden werden: Man habe nicht mehr die Möglichkeit, von dort in Richtung Stadt zu kommen. Langfristig könnte, so CDU-Fraktionschef Wolfgang Gebing, die Lohengrin-Straße später nach rechts parallel der Gleise in Richtung Nosenhof/Autohaus Minrath durchgezogen werden. Das in der Flucht dort stehende "Sozialgebäude" der Bahn solle ja abgerissen werden.

Vor dem Bahnhof vermissten alle eine vernünftige Zufahrt, eine Vorfahrt zum Bahnhof. "Dann müssen schon mal die, die mit dem Auto gebracht werden, nicht mit ihren Koffern über die Brücke", sagte Gebing. Behindertenparkplätze sind rechts neben dem Bahnhof geplant.

Gebing erklärte zudem, dass der Bahnhof auf seine historischen Maße zurückgebaut werden soll. "Die Anbauten, die nicht denkmalgeschützt sind, will die Bahn ebenso abbauen, wie das große Dach über dem Bahnsteig", informierte der Fraktionschef und designierte CDU-Bürgermeisterkandidat über die Pläne. Als Ersatz für das alte Dach gibt es ein neues Dach über dem Bereich zwischen Fußgängerbrücke und Bahnhof und künftigen Bus-Bahnhof. Da müssen die Stadt und Politik darauf achten, dass sie einen entsprechenden, wertigen Entwurf für diese Überdachung bekommen. Die Busse werden künftig in einer Schleife von einer Verlängerung der Herzogstraße wieder auf die Bahnhofstraße geführt und haben ihren Halt in Fahrtrichtung, erklärt Gebing. Damit bleiben größere Flächen übrig. Die könnten bebaut werden. "Das hätte Charme, weil wir dann die Herzogstraße optisch verlängern und der Blick der Bahngäste direkt entlang möglicher neuer Häuser in die Stadt geleitet werden", sagt Gebing. Genauso könne man aber auch an einen Bahnhofsplatz, an Anlagen denken. Selbst an Parkplätze, wie es aus der Versammlung lautete. Gebings Fazit zur Bahnhofsplanung: "Wir müssen hier nachjustieren."

Die Position der CDU beim Minoritenplatz machte Stadtverbandschef Jörg Cosar noch einmal deutlich: "Wir möchten den Platz bebaut sehen. So, wie sich der Platz jetzt präsentiert, ist es ein hässlicher Parkplatz". Gebing erklärte: "Wir haben gelernt, dass keine Großbebauung in Kleve gewollt ist. Deshalb wollen wir kleinteiliger, schicker bauen, an zwei bis drei Investoren vergeben, das können dann auch einheimische sein", so der Fraktionschef. So wie die neuen Häuser am Platz und am Opschlag alle von einheimischen Investoren geplant seien.

(RP)
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