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Kreis Kleve: CDU: Inklusion verunsichert die Eltern

Kreis Kleve : CDU: Inklusion verunsichert die Eltern

Die CDU-Landtagsabgeordneten Margret Voßeler und Günther Bergmann haben im Landtag eine Kleine Anfrage zum Thema Inklusion im Kreis Kleve gestellt. Die Antwort von Schulministerin Löhrmann halten beide für unbefriedigend.

Die meisten Förderschulen im Kreis Kleve werden wohl nicht überleben. Von kreisweit acht Förderschulen sind sechs bis sieben von der Schließung bedroht, weil die Mindestschülerzahl jeweils nicht erreicht wird. Vor diesem Hintergrund haben die CDU-Landtagsabgeordneten Margret Voßeler und Günther Bergmann im Dezember im Landtag eine Kleine Anfrage zum Thema Inklusion gestellt – speziell mit Blick auf den Kreis Kleve.

CDU-Landtagsabgeordneter Günther Bergmann. Foto: eve

So wollten die beiden Landtagsabgeordneten konkret wissen, wie viele Förderschulen im Kreis Kleve geschlossen werden müssen. Eine weitere Frage, die sie Schulministerin Sylvia Löhrmann (Bündnis 90/Die Grünen) stellten, lautete: "Wie will die Landesregierung sicherstellen, dass betroffene Kinder, Eltern, Lehrer und Kommunen zeitlich und inhaltlich nicht überrumpelt, sondern sorgsam Schritt für Schritt in ihre jeweiligen neuen Situationen hineinwachsen können?"

CDU-Landtagsabgeordnete Margret Voßeler. Foto: seyb

Nun kam die Antwort, und die enttäuscht die beiden Abgeordneten. "Die Landesregierung tut so, als hätten die Landesentscheidungen keine Auswirkungen auf unsere Schullandschaft und alles sei Schulträgerangelegenheit. Das ist falsch", sagt Margret Voßeler. Gerade, dass bisherige Ausnahmeregelungen für Mindestgrößen von Förderschulen fallen sollen, stößt auf ihr Unverständnis. Löhrmann hatte in ihrer Antwort auf die Kleine Anfrage auf das Recht der Schulträger, öffentliche Schulen zu errichten und zu schließen, verwiesen. Ob Förderschulen geschlossen würden, müsse allein der Schulträger anhand der Schülerzahlen entscheiden. Der Prozess der Inklusion solle "zielgerichtet und schrittweise umgesetzt werden", so Löhrmann.

Hintergrund der Debatte ist eine UN-Konvention, die als Basis für die Inklusion im Schulbereich dient. Inklusion bedeutet gemeinsamer Unterricht von Kindern mit und ohne Behinderung. Im Kreis Kleve werden heute in acht plus drei Förderschulen knapp 1500 Schüler auf den Gebieten geistige Entwicklung, Sprache Primärbereich, emotionale und soziale Entwicklung, körperliche und motorische Entwicklung, Lernen sowie Sprache beschult.

"Die Inklusionspläne der Landesregierung haben zu großer Verunsicherung bei Eltern, Lehrern und Kommunen geführt. Sie vermissen eine breite Aufklärung zur Inklusion", betont Günther Bergmann. Er hält die Antwort der Schulministerin für eine "bodenlose Frechheit." "Die Eltern wollen schließlich wissen, was mit ihren Kindern wird. Viele möchten, dass ihr Kind auch weiterhin an einer Förderschule unterrichtet wird."

Die Wahlfreiheit würde bei Auflösung der Förderschulen nicht erhöht, sondern reduziert. Die Landesregierung unternehme zu wenig, um Schulen und Lehrer auf ihre Aufgaben vorzubereiten. Günther Bergmann meint abschließend: "Frau Löhrmann versucht, die Verantwortung wegzuschieben. Wer per Gesetz vorgibt, muss auch bezahlen und nicht die Probleme bei Kommunen abladen."

(RP)