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Kleve: CDU gibt Sontowski eine "letzte Chance"

Kleve : CDU gibt Sontowski eine "letzte Chance"

Der Erlanger Investor darf in der Sitzung am 6. November vor dem Rat noch einmal für sein Geschäftshaus auf dem Minoritenplatz werben und einen Fragenkatalog beantworten. Für das Rathaus stimmt die CDU einhellig für Klinker.

Eigentlich war der geplante Bau eines Geschäftshauses auf dem Minoritenplatz schon abgeschrieben — doch jetzt soll der Erlanger Investor Klaus Sontowski noch eine allerletzte Chance bekommen, am 6. November persönlich in nichtöffentlicher Sitzung den Rat von seinem Projekt zu überzeugen. "Wir halten das für ein Gebot der Fairness", sagte gestern CDU-Fraktionschef Udo Janssen nach dem politischen Frühschoppen des CDU-Stadtverbandes in der Klever Stadthalle. Janssen betonte, er habe allerdings nach der vergangenen Ratssitzung den Eindruck gehabt, dass Sontowski sich ohne Gesichtsverlust zurückziehen wolle.

"Mit anderen Worten: Von dieser Vorstellung war die CDU maßlos enttäuscht und die Stimmung kippte von wohlwollend auf ablehnend bis maximal neutral", sagt Jörg Cosar, CDU-Stadtverbands-Chef. Nach Presse-Berichten aus München und einer Klausurtagung habe man dem Investor jetzt die letzte Chance eingeräumt. "Wir wollen uns ja nicht vorwerfen lassen, wir würden nur aus dem Bauch heraus entscheiden", so der CDU-Stadtverbandschef. Der geplante Besatz sei für eine Mittelstadt wie Kleve durchaus attraktiv, auch mit der Architektur habe man sich anfreunden können. Die sei vom Prinzip her auch gut gewesen, so Cosar. Alle hätten Zeit genug gehabt, die von der Politik gewünschte 3-D-Animation des Sontowski-Vorhabens vorzubereiten — man erwarte sie jetzt in der Ratssitzung Anfang November, sagt Janssen. Nach nichtöffentlicher Sitzung soll das Ganze dann der Presse und der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Will Sontowski noch das Ruder herumreißen und den Rat tatsächlich überzeugen, muss der Investor aber auch noch einen Fragenkatalog beantworten. So will die Klever CDU neben dem virtuellen 3-D-Rundgang wissen, wie die verschiedenen Fassaden gestaltet sind, welche Materialien verwendet werden und wie die übrigen Flächen des Hauses (also die Büroetagen) vermietet werden sollen. Auch wollen die Christdemokraten eine Garantie, dass das Projekt in der Sontowski-Gruppe bleibt und wer das Gebäude verwaltet. "Wir wollen das alles beantwortet haben — dann geben wir ihm noch eine Chance. Bis Weihnachten wird die Entscheidung gefallen sein", sagt Janssen. Falls es eine Entscheidung für Sontowski gibt, kommt ein Ratsbürgerentscheid. Falls Sontowski abgelehnt werde, sei aber eins sicher: "Wir wollen den Minoritenplatz auf jeden Fall bebauen und das Knochenmodell umsetzen", so Janssen.

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Einhellig sind Fraktion und Partei dafür, das neue Rathaus zu verklinkern, wenn das im gesteckten Kostenrahmen von 11,6 Millionen Euro machbar ist. Das sei langfristig nicht nur wirtschaftlicher, sondern auch die ästhetisch bessere Lösung. Janssen und Cosar räumten ein, dass man dies erst spät, aber nicht zu spät vorbringe. Nur noch die Verwaltung scheint gegen den Klinker zu sein. "Von dort kommen bis jetzt nur negative Reaktionen, die ich persönlich aber nicht nachvollziehen kann", sagt Cosar.

(RP)