Wohnungsnot Caritas-Projekt „Endlich ein Zuhause“

Kreis Kleve · Die Wohnungsnot betrifft die Ärmsten in der Gesellschaft ganz besonders. Hilfen sind dringend nötig. Drei Institutionen im Kreis Kleve kümmern sich um die betroffenen Menschen.

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Foto: Caritas

(jul) Die Caritas Kleve ist seit gut einem halben Jahr im Nordkreis Kleve unterwegs, um Menschen, die von Wohnungslosigkeit

betroffen sind, mit einem aufsuchenden Hilfeangebot zu unterstützen. Das Projekt „Endlich ein Zuhause! - Das Kümmerer-Projekt”, das von Land und Kreis im Rahmen einer Landesinitiative  für drei Jahre

finanziell gefördert wird, wird gut angenommen, so die Caritas. Bereits 31 Haushalte mit 44 Personen seien erreicht und drei Wohnungen vermittelt worden.

Sie sind dort, wo sich Wohnungslose aufhalten. In den Einrichtungen, in denen sie schlafen. Am Bahnhof, im Stadtpark und vor den

Obdachlosenunterkünften der Städte und Gemeinden.  Maria Laakmann und Stefan Schraven sind Mitarbeiter des Caritasverbandes Kleve und seit Juli 2022 mit den den Wohnungsnotfällen im Nordkreis befsst. Dreimal in der Woche sind sie unterwegs, um ein mobiles Beratungsangebot zu etablieren. Der Kreis Kleve und das Land NRW fördern es finanziell im Rahmen der Landesinitiative „Endlich ein Zuhause“.

„Das Projekt knüpft optimal an die bereits bestehenden Angebote an. Denn anders als bei unserer Fachberatungsstelle handelt es sich um ein mobiles, aufsuchendes Angebot“, sagt Rita Fergen, Fachbereichsleitung Soziale Hilfen.  Bereits

31 Haushalte haben sie und ihr Kollege im ersten halben Jahr erreicht. „Wir stehen in Kontakt mit 15 Frauen und 16 Männern und haben bereits drei Wohnungen vermittelt“, sagt die Sozialarbeiterin. Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Projektes ist der mobile Beratungsbus, in dem es sogar Küche, Schlafsäcke  und Isomatten aus der Winterhilfe gibt, außerdem  Hotspot, Drucker und viel Datenvolumen für die schnelle und unbürokratische Hilfe vor Ort. „Seit Mitte Januar ist unser

Beratungsbus endlich da. Nachdem wir im ersten halben Jahr viel Organisatorisches geleistet und uns überall persönlich vorgestellt haben, steht jetzt die praktische Arbeit im Vordergrund. Wir legen unter anderem einen Tourenplan für die verschiedenen Städte und Gemeinden fest“, berichtet Marie Laakmann.

Mehr als 700 Menschen seien im Kreis Kleve als wohnungslos gemeldet; „viel zu viele für die Mitarbeitenden der Fachberatungsstelle für Wohnungslose“, sagt Rita Fergen. Mit der zusätzlichen vollen Stelle im Projekt  biete sich nun die Chance, weitere Menschen zu erreichen. „Das ist ein Schritt in die richtige Richtung. So können wir Menschen, die von Wohnungslosigkeit betroffen oder unmittelbar von ihr bedroht sind oder die in unzumutbaren Wohnverhältnissen leben, noch besser helfen.“

Das sehen die Ordnungsämter der Städte und Gemeinden übrigens genauso. Sie alle haben den Projektverantwortlichen Unterstützung – auch in puncto Sicherheit – zugesagt. Auch der Kreis Kleve ist positiv gestimmt: Bei einem Vor-Ort-Termin am Kontaktcafé der Caritas Kleve überzeugte sich Landrat Christoph Gerwers selbst und sagt: „Dieses Projekt hilft da, wo die Menschen es benötigen: unmittelbar vor Ort. Es ergänzt hervorragend das bereits bestehende soziale Unterstützungsprogramm und sorgt dafür, dass Menschen eine Perspektive bekommen, die in der Vergangenheit oftmals in weite Ferne gerückt war. Gerne unterstützen wir als Kreis Kleve dieses Projekt.“

Natürlich nahm der Landrat auch selbst auf der gemütlichen Sitzbank im Bus Platz und machte sich so ein eigenes Bild von dem neuen Angebot. Gerne ließ er auch ein Foto von sich mit Fachfrau Marie Laakmann und dem Caritas-Vorstand Rainer Borsch und Fachbereichsleiterin Rita Fergen machen.

Marie Laakmann (2. von rechts) stellte Landrat Christoph Gerwers (re.) den  Beratungsbus vor. Vorstand Rainer Borsch und Fachbereichsleiterin Rita Fergen waren dabei.

Marie Laakmann (2. von rechts) stellte Landrat Christoph Gerwers (re.) den  Beratungsbus vor. Vorstand Rainer Borsch und Fachbereichsleiterin Rita Fergen waren dabei.

Foto: Caritas

„Endlich ein Zuhause“ ist eine Landesinitiative gegen Wohnungslosigkeit. Im Kreis Kleve gibt es insgesamt drei Projektträger, die versuchen, die Lücken im Hilfesystem zu schließen: die Caritas Kleve mit dem mobilen Beratungsbus, zuständig im Nordkreis Kleve, die Diakonie im Kirchenkreis Kleve mit einem präventiven Projekt im Südkreis Kleve, um Wohnungen zu halten und der Sozialdienst katholischer Frauen, der ab April 2023 Übergangswohnungen für Frauen in Wohnungsnot bereitstellen möchte.

(jul)
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