Großes Campusfest Kleve feiert 15 Jahre Hochschule und Schwanenritter Race

Kleve · Mit einem Campusfest würdigte die Hochschule Rhein-Waal in Kleve ihren 15. Geburtstag, Schwanenritter Race inklusive. Die Chancen für Absolventen stehen gut: „Der Markt saugt derzeit alles auf“, sagt HSRW-Präsident Oliver Löcker-Grütjen.

Schwanenritter-Race und 15Jahre Hochschule in Kleve
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Endlich wieder Schwanenritter-Race in Kleve

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Foto: Markus van Offern (mvo)

Ein Eis essen auf dem Dach der Mensa, dem YouTuber und Forscher Jacob Beautemps beim Erzählen über Nachhaltigkeit zuhören, mit Joel kochen, Professoren beim Musik machen zuhören oder ferngesteuerte Autos über einen Parcours schicken – das alles waren beliebte Tätigkeiten beim Klever Campusfest. Zwar machte hartnäckiger Sprühregen nachmittags den Aufenthalt am Spoykanal hier und da ein wenig ungemütlich, aber man konnte ja in den Gebäuden Zuflucht suchen oder immer mal wieder unter einen Schirm springen. Die Teilnehmer am „Schwanenritter-Race“, dem traditionellen Bootsrennen, das während der Coronajahre ausfallen musste, waren gut beraten, den Regen zu ignorieren. Denn wenn innerhalb von zwei Stunden aus Spanplatten und Seilen schwimmfähige Konstrukte, die auch noch Menschen tragen, werden müssen, dann ist Eile geboten. Und dass die Skipper nass werden würden, stand ohnehin außer Frage. Manch einer ist bei früheren Gelegenheiten schon mit einer Art U-Boot ins Ziel gepaddelt.

Gaudi also, Essen und Trinken, unterschiedlichste Musik und Spiele für die Kleinen, aber auch eine Menge Infotainment. Wer schon immer wissen wollte, was sich hinter Studienfächern wie Gender and Diversity, Bionik, Bio Science and Health oder Mobility and Logistics verbirgt, der dürfte seine Fragen beantwortet bekommen haben. Von Hochschulpräsident Oliver Locker-Grütjen und seiner Referentin Petra Radtke, die der Presse einen Überblick lieferten, oder von vielen anderen Lehrenden und natürlich von den Studierenden selbst. Echte Klever konnten aber nicht nur die Bildungsmöglichkeiten checken, sie konnten auch mit eigenem Wissen auftrumpfen. Das Team der Hochschulbibliothek hatte nämlich einen Test entwickelt, der für Heimatfreunde mit Fragen wie „Als was diente die vielstöckige Bibliothek ursprünglich?“ natürlich ein Klacks war.

Der neu aufgebaute Wissensspeicher, der Audimax, überhaupt die auffällig weißen Hörsaalgebäude – alle Klever kennen sie, zumindest von außen. Dass es mal eine echte Hochschule mit bis zu 7300 Studenten (momentan sind es 6500) werden würde, die am früheren Hafen junge Leute aus der ganzen Welt mit zeitgemäßen Studieninhalten für den Arbeitsmarkt qualifiziert, das konnten die Aktiven des „Vereins zur Förderung von Bildungsangeboten auf Hochschulniveau in Kleve und Region“ bei seiner Gründung 2006 noch nicht ahnen. Als im November 2008 die Landesregierung beschloss, am Niederrhein eine Hochschule mit den Standorten Kleve und Kamp-Lintfort zu genehmigen, ging es dann aber doch recht schnell: Die Gründung war am 1. Mai 2009, Prof. Marie-Louise Klotz wurde die erste Präsidentin. „Wir sind dem damaligen Landrat Wolfgang Spreen und Theo Brauer als Bürgermeister jener Zeit sehr dankbar dafür, dass sie uns so sehr unterstützt haben“, sagte Locker-Grüntjen, der heutige Chef.

Auch der Förderverein mit dem langjährigen Kreis-Wirtschaftsförderer Hans-Josef-Kuypers an der Spitze gehört da natürlich erwähnt. „In der ersten Zeit ging es darum, Studenten für die Klever Hochschule zu interessieren und Lehrende zu finden, zu bauen und zu entwickeln, inzwischen ist Konsolidierung angesagt. Mit dem Land war vereinbart, viele internationale Studenten anzuwerben – tatsächlich haben wir 63 Prozent ausländische Studierende, allerdings auch junge Leute aus den Kreisen Kleve und Wesel und aus anderen Gebieten“, sagt der Präsident.

Den Fachkräftebedarf der Wirtschaft ausbilden in interdisziplinären Studiengängen, die es an Universitäten so kaum gibt – darum gehe es. „Wir sind eine Hochschule für angewandte Wissenschaften“, sagt Petra Radtke. „German Engineering“ und andere Disziplinen kommen bei den internationalen Studenten sehr gut an, zumal viel in englischer Sprache gelehrt wird. Aber auch Fachleute für Gleichstellung, Umweltmanagement oder Kindheitspädagogik müssen sich keine großen Jobsorgen machen. „Der Markt saugt derzeit alles auf“, sagt Locker-Grütjen.