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Café Hope in Kleve an neuer Adresse

Klever Jugendtreff : Ein neues Zuhause für das „Hope“

Das Klever Kinder- und Jugendcafé Hope hat seit dem Sommer eine neue Adresse beim SOS-Kinderdorf Niederrhein. Die freie Trägerschaft übernahm SOS bereits vor einem Jahr.

Neue Räume, mehr Platz für „Chill“-Sofa, Kicker und Darts und vor allem: dass es überhaupt weitergeht mit dem Kinder- und Jugendcafé Hope in Kleve, freut alle Beteiligten. Das SOS Kinderdorf Niederrhein hat seit einem Jahr die Trägerschaft für die Einrichtung, die bis vor einigen Monaten ihr Zuhause am Regenbogen hatte, übernommen und damit die Grundlage für ein Weiterbestehen geschaffen. Bei der Eröffnungsfeier der neuen Räume an der Kalkarer Straße 2 – coronabedingt im kleinen Kreis – begrüßte Peter Schönrock, Einrichtungsleiter des SOS-Kinderdorfs Niederrhein, jugendliche Besucherinnen, Sozialpädagogen und Vertreter der Stadt Kleve.

„Ganz wichtig war uns, dass die Jugendlichen das neue Heim mitgestaltet haben“, sagt Schönrock. Weiter betonte er, dass gerade in dieser kritischen Corona-Zeit offene Kinder- und Jugendarbeit besonders nötig sei. 15 – 20 Jugendliche im Alter zwischen 7 und 27 Jahren kämen täglich hierher, nach der Schule oder nach der Ausbildung, und nutzten die verschiedenen Angebote wie Hausaufgabenbetreuung, Hilfe bei Bewerbungen, sinnvolle Freizeitgestaltung oder kurz: Stärkung und Förderung. Jan Traeder, Leiter des Fachbereichs Jugend und Familie der Stadt Kleve, sagt, die Jugendarbeit habe sich wandeln müssen, denn die Welt, in der Kinder heute aufwachsen sei geprägt von ständiger Verfügbarkeit über soziale Netzwerke, in denen auch permanent Vergleiche angestellt würden. Früh würden Jugendliche von der Flut der Informationen im Internet erfasst, die sie bewältigen müssen. „Es gibt keinen Schonraum mehr in der Hektik der Zeit“, so Traeder. Deshalb sei es immens wichtig, dass engagierte Mitarbeiter neue Ideen entwickeln, um Jugendlichen das Gefühl der Ruhe und Sicherheit zurückzugeben. Er selbst habe in Einrichtungen wie dieser als Jugendlicher die „wertvollsten seiner Lebenserfahrungen“ gemacht.

Sozialpädagogin Tina van Laar, die zusammen mit ihrem Kollegen Lennard Winkelmann das „Hope“ betreut, berichtete von ihrer täglichen Arbeit in den neuen Räumen. Seit dem Sommer sind diese schon in Betrieb, die Eröffnung habe man aber wegen der Corona-Krise verschoben. „Der Tisch in der Mitte ist immer noch der erste Anlaufpunkt für jeden der kommt“, sagte sie. Dass es aber jetzt eine PC-Ecke gibt, sei für alle ein wichtiger Punkt. Hier würden zum Beispiel mit ihrer Unterstützung Bewerbungen geschrieben oder auch mal ein Kochrezept für die Koch-AG recherchiert. Es gibt eine E-Sport-AG, was viele sehr begrüßt hätten. Aber realer Sport als Freizeitbeschäftigung stehe auch auf dem Plan. Einmal pro Woche werde auch ein gemeinsamer Besuch im Sternbuschbad angeboten. Der Kiosk heißt in Erinnerung an die alte Adresse „Regenbogen“. Es gibt Lollis, Chips und Süßes in viele Variationen. „Den Kiosk führen die Jugendlichen völlig eigenverantwortlich mit Einkauf, Lagerhaltung und allem“, so van Laar. Nach der Vorstellung der neuen Räume ging es gegenüber zum SOS-Familienzentrum, wo bei Kaffee und Kuchen die Feier fortgesetzt wurde. An einer Stellwand hatten Kinder und Jugendliche aufgeschrieben, was ihnen im neuen „Hope“ gut gefällt und was sie sich wünschen. „X-Box- Zocken“ ist danach hoch im Kurs. Aber „Wir können eine Werkstatt benutzen“ war auch zu lesen. Dass es Ferienfreizeiten gibt, dass zusammen gekocht wird und dass hier jemand zuhört, wurde auch notiert.