Auch im Kreis Kleve hakt es zum Schulstart Massive Probleme bei Schüler-Fahrkarten

Kreis Kleve · Eigentlich sollen die Schüler jetzt das Deutschlandticket bekommen, doch nicht überall ist die neue Karte auch im Briefkasten. Daher häufen sich die Anfragen bei der Niag. Das Verkehrsunternehmen bittet um Geduld.

 Längst nicht alle Schüler haben bereits zum Start des Schuljahres das Deutschlandticket bekommen.

Längst nicht alle Schüler haben bereits zum Start des Schuljahres das Deutschlandticket bekommen.

Foto: Stephan Singer

Auch im Kreis Kleve haben die Kommunen das Schülerfahrticket „Schokoticket“ auf das Deutschlandticket umgestellt. Eigentlich sollen die Schüler zum neuen Schuljahr daher auch eine deutschlandweit gültige Fahrkarte bekommen. Doch offenbar hakt es da. Teilweise haben Schüler noch gar kein Ticket bekommen, andere hatten noch ein Schokoticket im Briefkasten. Besonders kurios ist das bei einer Familie in Kevelaer, deren Kinder die Gesamtschule besuchen. Ein Kind bekam ein Deutschlandticket, das andere ein Schokoticket.

Das liege daran, dass es Lieferprobleme bei der neuen Chipkarte gegeben habe, heißt es von Seiten der Niag. Daher haben einige Schüler erst einmal das Schokoticket oder eine andere Fahrkarte bekommen, dort gebe es allerdings einen Aufdruck „Deutschlandticket“, um deutlich zu machen, dass die Fahrkarte bundesweit gültig ist. Die Schüler sollen dann später auch ein „echtes“ Deutschlandticket bekommen.

 Weil es Lieferschwierigkeiten gibt, sind auch alte Fahrtkarten mit dem provisorischen Aufdruck Deutschlandticket verschickt worden.

Weil es Lieferschwierigkeiten gibt, sind auch alte Fahrtkarten mit dem provisorischen Aufdruck Deutschlandticket verschickt worden.

Foto: Mokwa

Mehr Sorgen bereitet dem Verkehrsunternehmen, dass viele Tickets zur Niag zurückkamen und es viele Anfragen von besorgten Eltern gab, deren Kinder gar keine Fahrkarte bekommen haben. „Hintergrund sind auch viele fehlerhafte Adressen von Abonnentinnen und Abonnenten, denen die neuen Chipkarten deshalb nicht zugeschickt werden konnten“, so die Niag.

Die große Zahl fehlerhafter Adressen habe auch das Abo-Team bei der Niag überrascht, so Niag-Sprecher Michael Block. Etwa 1000 der rund 25.000 Abos seien betroffen. Offenbar hätten viele Kundinnen und Kunden vergessen, Adressänderungen mitzuteilen. Hinzu kommen viele neue Anträge für das Deutschlandticket.

Woran es liegt, dass diesmal so viele Adressen nicht stimmen, ist auch für die Niag ein Rätsel. Einige Rückläufer habe es immer schon mal gegeben, aber nicht in dieser hohen Zahl. Mit der Umstellung auf das Deutschlandticket habe das aber nichts zu tun, so Michael Block.

Die Folge der vielen Anfragen sind längere Wartezeiten wenn sich jemand per E-Mail, Anruf bei der Abo-Hotline oder im Kundencenter meldet: „Sehr viele Kunden sprechen uns jetzt direkt an und wollen natürlich so schnell wie möglich das neue Deutschlandticket Schule für ihre Kinder umgeschrieben haben“, berichtet Anja Dahmen. Sie ist verantwortlich für den Vertrieb der Tickets.

Sie bedauert die Unannehmlichkeiten: „Dies und die nun erforderliche Recherche der korrekten Adressen führen aktuell leider zu teils deutlich längeren Wartezeiten bei der Hotline und im Kundencenter. Auch auf Mails kann unser Team leider nicht umgehend antworten. Wir bitten unsere Kunden hierfür um Verständnis.“ Wer derzeit kein gültiges Ticket habe, müsse bis zur Zustellung des Deutschlandtickets leider auf andere Ticketarten ausweichen. Diese Fahrkarte müssen die Eltern dann allerdings selbst bezahlen. Eine Rückvergütung wird es kaum geben. Allerdings sollten die Probleme in zwei Wochen erledigt sein, so der Niag-Sprecher.

Das Abo-Team arbeite alle offenen Fälle jetzt schnellstmöglich ab, heißt es. Ziel sei es, bis zum Ende des Monats August alle offenen Abo-Anträge bearbeitet zu haben.

Städte wie Kevelaer und Geldern sind von der Niag über die Probleme informiert worden. „Wir haben diese Informationen an die Schulen weitergeleitet“, erläutert Lena Hanenberg, Sprecherin der Stadt Kevelaer. Sie hat Verständnis dafür, dass es noch hakt. „Wir hatten mit Problemen gerechnet, weil so eine kurzfristige Umstellung eine enorme Herausforderung ist“, sagt sie.

Auch bei der Stadt Geldern habe es einige Rückfragen von Eltern gegeben, weil es ein Schokoticket mit Aufdruck gab. Die Fragen habe man sofort klären können, wie Stadtsprecher Herbert van Stephoudt erläutert. „Zusätzlich wurde ein Begleitschreiben übermittelt, das bei Kontrollen vorzeigbar ist.“ Probleme mit der Lesbarkeit der Tickets seien der Stadt Geldern bislang nicht bekannt.

Vor dem Hintergrund, dass Geldern, wie berichtet, sich erst später für das Deutschlandticket entschieden habe, „ist die Bearbeitung des Ticketversands in kurzer Zeit bislang zu unserer Zufriedenheit verlaufen“.

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