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Bienengemeinde Bedburg-Hau: Bunte Blumen für Bedburger Bienen

Bienengemeinde Bedburg-Hau : Bunte Blumen für Bedburger Bienen

Mit einem Vorzeigeprojekt macht die Gemeinde Bedburg-Hau derzeit von sich reden. Auf vielen Brachflächen wurden blütenreiche Saatmischungen ausgebracht. Auch Landwirte gaben Äcker her. Vor allem die Bienen sollen profitieren.

Goch ist die Miteinanderstadt, Geldern die Landlebenstadt, Kleve die Schwanenstadt... und Bedburg-Hau ist jetzt auf dem besten Weg Bienengemeinde zu werden. Oder zumindest zur "bienenfreundlichen Kommune", wie es offiziell heißt.

Die CDU- und die SPD-Fraktion hatten Anfang des Jahres zeitgleich in ihren Anträgen Anstöße für Umweltschutzmaßnahmen geliefert, die inzwischen in ein Vorzeigeprojekt gemündet sind. Damals beantragten beide Fraktionen, dass die Gemeinde "insekten- beziehungsweise vogelfreundliche" Bepflanzungen vornimmt. Beide Anträge erhielten die Zustimmung des Rates. "Die Analyse ist eindeutig. Bienensterben und rund 80 Prozent weniger Insekten sind sehr besorgniserregende Befunde. Da liegt es auf der Hand, dass gehandelt werden muss. Wenn die beiden größten Ratsfraktionen sich jetzt dieser Problemlage annehmen, dann besteht die Chance, dass wir zügig zu einem Maßnahmenpaket finden, welches zur Verbesserung der Lebensbedingungen von Bienen und Insekten beiträgt", sagte seinerzeit SPD-Fraktionschef Wilhelm van Beek.

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Das von van Beek erhoffte "Maßnahmenpaket" hat inzwischen nicht nur konkrete Formen angenommen, sondern ist offenbar noch weitaus größer geworden, als die beiden Fraktionen sich erträumt hätten. So hat die Gemeinde geprüft, welche Flächen sich für eine bienenfreundliche Bepflanzung eignen könnten und ist auf 1,9 Hektar, immerhin rund zwei Fußballfelder gekommen. So wurde unter anderem auf einer großen Fläche hinter dem Discounter Aldi, in unmittelbarer Nähe des Rathauses, entsprechendes Saatgut ausgebracht. Auch ein Teil vom "Alten Sportplatz" neben dem Bauhof und andere kleinere Flächen wurden dafür verwendet. Bauamtsleiter Dieter Henseler ist jetzt schon begeistert, obwohl von Blütenpracht bislang noch wenig zu sehen ist. "In ein paar Wochen ist das hier alles bunt. Das ist nicht nur gut für die Bienen, sondern bestimmt auch ein toller Anblick", sagt er.

Von der Begeisterung über das Projekt anstecken ließen sich auch viele Bauern. "Wir haben mit allen Ortslandwirten gesprochen und haben eine riesige Resonanz bekommen", sagt Henseler. Sehr viele Landwirte waren bereit, Flächen für das Projekt bereitzustellen. Die Gemeinde besorgte das Saatgut und ließ es auch einsäen. "Auch die Kulturlandschaftspflege und -entwicklung im Rheinland hat uns sehr unterstützt", betont Henseler.

Bei den bisherigen Aktionen soll es nicht bleiben. So würden sich Politik und Verwaltung freuen, wenn sich auch viele Bürger an dem Projekt beteiligen würden. Auch hierbei gilt wieder das Prinzip: Die Gemeinde stellt das Saatgut.

Ein weiteres Vorhaben ist noch in der Mache. Die SPD hatte im Dezember einen Prüfantrag gestellt, ob eine Umstellung der Stromversorgung der gemeindlichen Gebäude auf Ökostrom sinnvoll wäre. "Wir übernehmen so eine Vorbildfunktion und betreiben aktiv Umweltschutz", sagte der Fraktionsvorsitzende Wilhelm van Beek. "Bei eventuellen Mehrkosten sollte man auch nachprüfen, ob wir selber Strom über Photovoltaikanlagen erzeugen können", ergänzte FDP-Chef Michael Hendricks. So könnte Bedburg-Hau endgültig zur ökologischen Vorzeigegemeinde werden.

(RP)