Gefahr für Radfahrer auf der Römerstraße.

Bürgermonitor : Auf der Römerstraße in Kleve wird gerast

RP-Leser Clemens Giesen fordert Tempo 30 für die Straße. Er findet, dass der Fahrradschutzstreifen seine Wirkung verfehlt.

Kleve Die Verkehrsregelung an der Römerstraße sorgt wieder mal für Unmut. RP-Leser Clemens Giesen hat festgestellt, dass dort oft viel schneller gefahren wird als erlaubt. Außerdem haben es Radfahrer in seinen Augen schwer. Und dass, obwohl für sie ein spezieller Schutzstreifen eingerichtet wurde.

Der Hintergrund: Die Römerstraße ist eine wichtige Verbindungsstraße von der Klever Ober- zur Unterstadt. Bekanntlich gibt es nur zwei Verbindungen von oben nach unten und umgekehrt: Über den Klever Ring am Krankenhaus oder über die Ring- und Gruftstraße. Weil die Ringstraße stark frequentiert ist, nutzen viele Autofahrer die Römerstraße. Für viele Bürger, die in Materborn wohnen, ist dieser Weg außerdem kürzer. Das führt, zumindest während der Stoßzeiten, zu einer hohen Verkehrsbelastung auf der Römerstraße.

Politik und Verwaltung haben das Problem bereits vor langem erkannt. Und sie haben gehandelt:  Fahrradfahrer erhielten einen „Schutzstreifen“, damit  sie besser in Richtung Innenstadt radeln können. Dieser Streifen ist mit weißer Farbe farblich markiert, Radfahrer haben hier Vorrang, Autofahrer dürfen ihn nur überqueren, wenn kein Radverkehr ist. Parallel dazu wurde der Parkraum auf der Straße neu sortiert: Um mehr Platz auf der Straße für Fahrräder und Auto-Begegnungsverkehr zu bekommen, wurden die Parkbuchten auf den Bürgersteig verschoben. Das Auto steht  nur noch mit einem Rad auf der Fahrbahn. Das sollte zugleich auch den Pkw-Verkehr in Richtung Lindenallee entlasten, der sich stets an rechts parkenden Pkw vorbeiquetschen musste.

Das Problem, so wie es RP-Leser Clemens Giesen schildert: Beide Maßnahmen verfehlen den gewünschten Effekt, haben zeitweilig sogar eine  gegenteilige Wirkung. „Wenn wenig los ist, wird auf der Straße gerast, wenn Berufsverkehr ist, blockieren die Autos den Fahrradschutzstreifen“, berichtet Giesen dem Bürgermonitor der RP. Schuld seien zum einen die auf den Bürgersteig verlegten Parkplätze, die die Römerstraße breiter machen und zum Rasen verleiten, und zum anderen die an der Ampel wartenden Autofahrer, die sich zu weit rechts einordnen und so Radlern den Weg versperren.

Besonders kritisch sei, dass es an der Römerstraße zwei Schulen gibt. „Für die Schüler ist die Situation dort gefährlich“, sagt Giesen. „Ich habe schon oft erlebt, dass die mit dem Rad fahrenen Schüler absteigen mussten, weil ihnen von Autofahrern auf dem Schutzstreifen der Weg versperrt wurde. Sie sind dann auf den Bürgersteig ausgewichen.“

Zurzeit gilt auf der Römerstraße Tempo 50. Giesen, der Anwohner ist,  fordert, dass dort eine Tempo-30-Zone eingerichtet wird. „Das würde zumindest dafür sorgen, dass dort nicht mehr gerast wird. Machmal sehe ich Autofahrer, die mit 60, 70 Stundenkilometern hier unterwegs sind“, sagt er. Für das Radverkehrsproblem hat er auch einen Vorschlag. „Man könnte die Römerstraße zur Einbahnstraße machen. Dadurch hätten die Fahrradfahrer automatisch mehr Platz“, sagt er.

Die Klever Stadtverwaltung kann derzeit noch keine Stellungnahme zu der Sache abgeben. Es bedürfe noch umfangreicher und zeitintensiver Untersuchengen, an denen auch die Polizei beteiligt werden müsste, teilt die Verwaltung mit. Sie verspricht jedoch: Sobald Erkenntnisse vorliegen, werden diese mitgeteilt.

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