Bürgerinitiative Oybaum in Kalkar bangt mehr denn je um Wohnhäuser

Bürgerinitiative: Oybaum-Bewohner überreichen Petition an den Landtag

Die Chancen, weiterhin dauerhaft im Ferienhausgebiet wohnen zu dürfen, sinken anscheinend. Nun wollen die Betroffenen in Düsseldorf um Hilfe bitten.

(nik) Die Sorge ist groß, deshalb nutzen die Anlieger des Oybaum, die um den Werterhalt ihrer Häuser fürchten, jede Möglichkeit, sich zu informieren und Stellung zu beziehen. Zur Bürgerversammlung in der Gaststätte „Op den Huck“ in Appeldorn kamen jetzt etwa 120 Betroffene.

Egbert Peters, Sprecher der Bürgerinitiative, gab einen Rückblick und Ausblick über die Aktivitäten der Bürgerinitiative. Aktueller Anlass der Versammlung war die Erkenntnis, dass sowohl das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung, als auch die Bezirksregierung Düsseldorf den Kreis Kleve angewiesen haben, gegen das dauerhafte Wohnen im Oybaum vorzugehen. Bürgermeisterin Britta Schulz, hatte bisher immer betont, dass alle Bewohner, die vor dem Stichtag 5. April 2017 mit alleinigem Wohnsitz im Oybaum angemeldet waren, Wohnrecht auf Lebenszeit oder bis zum Wegzug hätten – allerdings ohne die Möglichkeit, dieses Wohnrecht zu verkaufen oder zu vererben. Die Information, dass nun auch gegen die „Altfälle“ vorgegangen werden soll, sei für viele Betroffene ein schwerer Schock gewesen.

Die Anlieger hatten nach einem entsprechnden Gutachten zuletzt gehofft, dass die Bezirksregierung bereit sei würde, den Oybaum als weiteren Ortsteil der Stadt Kalkar und als normales Wohngebiet zu betrachten. Düsseldorf teilte jedoch mit, dass eine solch Maßnahme nicht mit der Zielsetzung des Regionalplanes zu vereinbaren sei und man mit der Umwandlung eines Wochenendhausgebietes in ein Wohngebiet keinen Präzedenzfall schaffen möchte.

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Bisher sind alle Bemühungen der Bürgerinitiative auf Erreichung einer Lösung auf politischer Ebene gescheitert. Nun wollen die Betroffenen noch mehr Öffentlichkeitsarbeit betreiben und versuchen, durch verschiedenste Medienbeiträge Aufmerksamkeit zu schaffen.

Die Betroffenen nahmen auf der Versammlung die Gelegenheit wahr, von ihren Erfahrungen zu berichten, und man war sich einig, dass weitergehende Maßnahmen ergriffen werden müssen, um die Zukunft des Oybaum als Wohnort zu sichern. Bei dem Treffen konnten auch weitere Mitglieder gewonnen werden. Am Montag, 11. Februar, werden Vertreter des Gremiums beim Petitionsausschuss des Landtages NRW vorstellig werden und eine entsprechende Petition der Bürgerinitiative persönlich einreichen. Dr. Günther Bergmann (CDU), selbst Kalkarer, ist Mitglied des Ausschusss, der auch gerne als „Kummerkasten“ bei Ärger mit Ämtern oder Behörden genutzt wird.

Bewohner von anderen Sondererholungsgebieten haben die Möglichkeit, sich auf der Homepage www.oybaum.de zu informieren. Weiterhin bietet die neu gegründete Facebook Gruppe „Wohnen im Wochenendhausgebiet“ eine Plattform für Erfahrungsaustausch.

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