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Bürgerdialogs auf dem Marktplatz: Kalkar soll lebendiger werden

Martplatz-Gestaltung : Kalkar soll lebendiger werden

Im Rahmen eines Bürgerdialogs auf dem Kalkarer Marktplatz wurden die Ergebnisse aus der letzten Ausschusssitzung präsentiert und diskutiert. An der Parkplatzfrage scheiden sich die Geister.

Das Thema Parken bewegt in Kalkar die Gemüter. „Die große Krux ist die Rheinkieselbelastung. Wenn hier weiterhin Fahrzeuge parken und rangieren muss man sich im Klaren sein, dass es immer wieder Schäden geben wird“, erklärte Frank Sundermann, Leiter des Fachbereichs Planen, Bauen, Umwelt, im Rahmen eines anberaumten Bürgerdialogs auf ebenjenem historischen Untergrund vor dem Kalkarer Rathaus. Von 11 bis 16 Uhr widmete er sich am Samstag, gemeinsam mit Bürgermeisterin Britta Schulz und einigen anderen Ausschussmitgliedern, den Fragen und Anregungen der Stadtbewohner.

Gesprächsgegenstand war natürlich das Thema der Stadtratssitzung vom 28. Mai. Hier hatte man sich ausführlich mit der im Integrierten Handlungskonzept verankerten Umgestaltung des Kalkarer Markts befasst. „Das zuständige Büro hat innerhalb von einer Woche Pläne unserer präzisierten Ergebnisse erstellt. Die gehen so auch noch an das LVR-Amt für Denkmalpflege“, so Sundermann. Dort sieht man vor allem Probleme bei Maßnahmen, die das Rheinkieselpflaster betreffen. Bei guter Ausarbeitung der konkreten Pläne sei man allerdings auch zu Kompromissen bereit, hieß es.

Mit Blick auf die verschiedenen Markt-Gestaltungsvarianten, die für alle sichtbar auf großen Plakaten präsentiert wurden, ergibt sich, ähnlich wie auch im Ausschuss selbst, auch bei den Bürgermeinungen ein zwiegespaltenes Bild. Zwei prominente Ansichten treffen vor allem bei der Parkplatzfrage aufeinander. Manche halten sie für essenziell, andere könnten sich auch ein Marktleben ohne weitläufige Stellplatzflächen vorstellen. Zu letzterer Gruppierung gehört auch Anke Sommer. Sie ist Lehrerin am Jan-Joest-Gymnasium und wohnt in Innenstadtnähe. „Die Idee einer Verkehrsberuhigung finde ich sehr gut. Bei den Parkplätzen halte ich das Minimalprinzip für zukunftsweisend. Wir haben genug Stellplätze außerhalb des Zentrums“, sagt sie.

Für Dietmar Hohmt ist eine andere Thematik von Interesse. Er ist Vorsitzender des Seniorenbeirats der Stadt Kalkar und hält eine Kompromisslösung für erstrebenswert. „Im Grunde schlagen zwei Herzen in meiner Brust. Einerseits wünsche ich mir natürlich eine Gestaltung, die die Marktplatzfläche für Senioren begehbarer macht. Andererseits soll man auch erkennen können, dass all das hier für mehrere Generationen ausgelegt ist. Die Jugend von heute, das sind die Senioren von morgen.“ Seine konkreten Vorstellungen ergänzt er durch einen Appell an die Kalkarer Bürger. „Ich finde es sehr, sehr gut, dass die Verwaltung durch Veranstaltungen wie diese die Menschen hier miteinbezieht. Allerdings ist es auch wichtig, dass wir Bürger die Komfortzone verlassen und diese Möglichkeiten nutzen.“

Die Bürgermeisterin für ihren Teil, kann es kaum erwarten, dass sich endlich etwas tut. „Wir haben hier als Stadt die Verantwortung, uns für die Zukunft aufzustellen. Wir wollen Kalkar als lebendige Stadt präsentieren, die Aufenthaltsqualität verbessern. Dazu muss man auch mal ein paar gewagte Schritte gehen. Das ist kein Leichtsinn, sondern stets vernünftig abgewogen.“ Weitergehen soll es mit Präsenzveranstaltungen im Sommer, wo dann an der finalen Endscheidung gefeilt wird. Wenn es gut laufe, könne man bereits im Herbst 2021 mit den ersten Baumaßnahmen rechnen, so die Verwaltung.