Bedburg-Hau-Moyland: Bronze lockte Diebe in Park des Museums

Bedburg-Hau-Moyland : Bronze lockte Diebe in Park des Museums

Einer der weltweit bedeutendsten Versicherer von Kunstobjekten will nach dem Diebstahl der Bylandt-Skulptur darüber nachdenken, ob die Regularien zum Schutz von Werken noch ausreichend sind.

Der Diebstahl von Kunstwerken, die aus begehrten Materialien geschaffen wurden, wird immer beliebter. Das bestätigte Dr. Hans-Jürgen Kronauer von der AXA ART Versicherung, einem der weltweit bedeutendsten Kunstversicherer. Aus dem Park des Museums Schloss Moyland war am Wochenende eine 700 Kilogramm schwere Bronze-Statue gestohlen worden.

"Das hat vor fünf, sechs Jahren begonnen. Durch den guten Preis der Rohmaterialien — wie etwa Bronze — verführt dies immer mehr Diebe dazu, Kunstwerke zu stehlen", sagt Kronauer und ergänzt: "Meistens handelt es sich jedoch um Objekte, die nicht so schwer sind." 700 Kilogramm seien schon eine Hausnummer, so der Kunstversicherungs-Experte. "Das lässt uns darüber nachdenken, ob unsere Regularien noch ausreichend sind. Wir müssen uns darauf einstellen, dass diese Diebstähle zunehmen. Je größer die Attraktivität ist, diese Materialien einzuschmelzen, mit desto mehr Schäden werden wir konfrontiert", prognostiziert Kronauer.

Eine Möglichkeit, Kunst im Außenbereich vor Dieben zu schützen, seien Bodenverankerungen, so Kronauer, der ergänzt: "Eine Bewachung in Parkanlagen ist schwierig. Das müsste ja nahezu 24 Stunden am Tag geschehen." Seine Versicherung würde sich bei Anlagen, die nicht eingefriedet seien, also etwa von einer Mauer umgeben, eher zurückhalten, so Kronauer. Der Kunstversicherer stellt klar: "Der 'Fall Schloss Moyland' lässt mich darüber nachdenken, wie wir uns und unsere Kunden besser schützen können. Auch muss überlegt werden, welche Sicherheitsmaßnahmen wir ergreifen sollten, um so etwas zu verhindern."

Johannes Look, Verwaltungsdirektor Museum Schloss Moyland, erklärt, dass man sich mit dem Versicherer austauschen werde. "Ob Konsequenzen nach dem Vorfall möglich sind, werden wir besprechen. Was wir hier tun, ist alles mit unserem Versicherer abgestimmt", sagt Look. Man habe jedoch nicht vor, keine Kunst mehr im Park zu zeigen, so der Verwaltungschef.

Die ermittelnde Klever Polizei stellte zu dem Diebstahl der Skulptur aus dem Moyländer Schlosspark keinerlei Informationen in ihr Internet-Presseportal. "Wir wollen keine weiteren Täteranreize schaffen", so erklärte eine Sprecherin der Behörde dieses Vorgehen. Durch Informationen zu dem Kunstraub könnte der Skulpturenpark in "den Fokus weiterer Täter" gerückt werden.

Details zu dem Diebstahl gab die Sprecherin erst auf Anfrage hin preis. Dass die Skulptur gestohlen worden war, zeigte Verwaltungsdirektor Look am vergangenen Montag gegen 10 Uhr der Polizei an. Zuvor war die Bronzefigur nach Polizeiangaben letztmals am Donnerstag der Vorwoche gegen 13 Uhr gesehen worden. Demnach erstreckt sich der mögliche Tatzeitraum über etwa vier Tage.

Um auf das Parkgelände zu gelangen, brachen die Täter nach bisherigem Ermittlungsstand der Fahnder ein Nebentor auf. Laut der Polizeisprecherin ist aufgrund des Gewichtes der Skulptur davon auszugehen, dass die Diebe ein Fahrzeug zum Abtransport benutzt haben. Zudem handele es sich wahrscheinlich nicht um einen Einzelträger. Motiv des Diebstahls ist nach Ansicht der Polizei der Metallwert der Bronzefigur gewesen. Ein Kilogramm Bronze kostet etwa vier Euro. Einen konkreten Fahndungsansatz hat die Polizei nach eigenen Angaben nicht. "Dazu ist die Spurenlage zu schwierig und die Tatzeit zu lang", sagte die Sprecherin der Klever Polizei.

Während der Öffnungszeiten werden die Ausstellungsräume und der Park von Mitarbeitern des Museums beobachtet. Ein externes Bewachungsunternehmen deckt die Zeiten außerhalb der Öffnungszeiten ab.

(RP)
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