Brejpott-Quaker Kellen mit Männerballett Froschkönige

Karneval : James Bond rettet den Quaker-Frosch

Karneval ist Hochkonjunktur für die Freunde des Männerballetts. Die „Froschkönige“ der Brejpott-Quaker in Kellen gehören dazu.

Muttersöhnchen Franz-Josef Valentin träumt auf der Bühne der Kellener Brejpott-Quaker von einer großen Karriere: „Einmal als James Bond die Welt retten. Ich sehe mich schon in Hollywood“. Da meldet sich eine geheimnisvolle Stimme: „Franz-Josef, dein Wunsch soll heute in Erfüllung gehen. Die Quaker-Filmstudios machen es möglich. Komm hinter die Zauberwand.“ Die Bond-Melodie ertönt und aus der Schiebetür betritt der Agent Ihrer Majestät mit Wodka-Martini, geschüttelt, nicht gerührt, den Raum und spricht den weltberühmten Satz „My name is Bond, James Bond.“ Das ist seit einigen Wochen der Auftakt eines atemberaubenden Showtanzes der „Froschkönige“, seit 2013 als Männerballett bei den Brejpott-Quakern in Kellen etabliert.

„Wir sind aber kein Männerballett, sondern eine Showtanzgruppe“, berichtigt René Coumans (39), der gemeinsam mit Trainerin Kim Geurds (30) vor sieben Jahren die Idee hatte. Wenig später kam die zweite Trainerin Farina Claaßen (37) dazu. „Seemannstanz war damals als Überraschung eine Premiere und ist direkt gut angekommen“, sagt Claaßen, deren Mann Alexander sich um die Musikbearbeitung kümmert. Ab August bis Karneval wird mit den zwölf Tänzern zwischen 19 und 39 Jahren geprobt. „Zwischendurch gibt es auch Trainingstage in der Turnhalle“, erzählt Coumans.

Die beiden Trainerinnen sind ganzjährig für die „Froschkönige“ im Einsatz. „Aschermittwoch bekommen wir von der Quaker-Spielleitung schon das Motto der kommenden Sitzungen mitgeteilt. Im April treffen wir uns bei René, um Ideen zu sammeln und Musik zu überlegen“, sagt Kim Geurds. Als Dennis Blum (38) zum ersten Trainingsabend kam und ihm die Titelrolle als James Bond zugedacht war, kräuselten sich seine Nackenhaare: „Das ist unmöglich umzusetzen und die Musik ist zu schnell. Ich habe dann ein bisschen überlegt“, erzählt er, der am Ende aber stolz und glücklich war, dass er in geheimer Mission den Frosch rettet.

Trainerin Kim Geurds hatte seinerzeit geträumt von Franzosen und Froschschenkeln. „Das könnte es sein“, sinnierte sie und überlegte sich die Musik, die dann von Alexander Claaßen geschnitten wurde. „Die Geschichte vom Agenten, der in Frankreich den Quaker-Frosch retten muss, damit er nicht von Ganoven zu Froschschenkeln verarbeitet wird und dann am Ende mit einer großen Party wieder im Brejpott landet, ist für uns schon eine Herausforderung“, sagt René Coumans.

Dennis Blum bei den Brejpott-Quaker als „James Bond“. Foto: Klaus-Dieter Stade (kds)

„Das Wichtigste ist der Spaß. Das Kind im Manne, das ist ganz wichtig“, betont Dennis Blum und ergänzt: „Man merkt, wie wir uns im Laufe des Jahres steigern.“ Fünf Tänzer sind von Beginn an mit dabei. Die Techniker Hans Heinz Hübers und Christian Hübers zeichnen für das Bühnenbild verantwortlich. René Coumans schwärmt von den Kellener Brejpott-Karnevalisten: „Wir sind alle im Verein integriert. Es ist schon etwas besonderes, bei den Quakern auf der Bühne zu tanzen.“ Dass die Showtruppe eine eingeschworene Gemeinschaft ist, sieht man daran, dass zwei Tänzer jedes Mal von Hilden und Erkelenz zum Training kommen. „Ob Schichtdienst, Fußballverein, Feuerwehr oder Familie, alle setzen sich für die Froschkönige ein“, sagt er.

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