Kreis Kleve: Breite Front für Präsidentin Prof. Klotz

Kreis Kleve : Breite Front für Präsidentin Prof. Klotz

Campus Cleve, Wirtschaftsforum Kleverland, Wunderland Kalkar und Kleves Bürgermeister beziehen Position im Streit um den Hochschulrat. Peter Wack, Campus: "Hochschule muss hohes Niveau in Forschung und Lehre gewährleisten".

Erfahrungen in Forschung und Lehre und der Nachweis um die Führung einer großen Hochschule mit über 5000 Studenten haben für den Förderverein Campus Cleve Priorität. Man wisse nicht, ob die vom Hochschulrat vorgeschlagene Kandidatin all diese in der Stellenbeschreibung festgelegten Anforderungen erfülle, heißt es in einer Stellungnahme des Campus vom Wochenende. "Die derzeitige Präsidentin genügt allen diesen Anforderungen in vollem Umfang", schreibt Campus-Vorsitzender Peter Wack. "Sie hat bewiesen, dass sie die Hochschule erfolgreich führen kann, und ist wie kaum eine zweite in die vorhandenen Wissenschaftssysteme eingebunden", so Wack.

Nicht nur Wack brach am Wochenende eine Lanze für die amtierende Präsidentin der Hochschule Rhein (HSRW), Prof. Marie-Louise Klotz. Die soll laut einstimmigen Beschluss des Hochschulrates nicht weiter die Geschicke der Hochschule lenken. Diese Entscheidung stieß nicht nur in Teilen der Hochschule, sondern auch im Umfeld auf Unverständnis, teils auf Empörung. Gestern wertete Kleves Bürgermeister Theo Brauer die Entscheidung als einen Verfall der Werte, wenn Fleiß, Engagement und Erfolg - und all dies könne Klotz nachweisen - bei einer Bewerbung nichts mehr gelten. "Es stellen sich hier ganz viele Fragen", so Brauer im Kolpinghaus.

"Der Förderverein sieht seine Aufgabe mit darin, dass die Hochschule langfristig ein Erfolg wird und bleibt", so Wack für den Campus. Prof. Klotz habe einen fulminanten Start hingelegt. "Innerhalb weniger Jahre sind nicht nur eindrucksvolle Gebäudekomplexe entstanden und ein Stamm an Professoren und Mitarbeitern gewachsen, sondern es ist gelungen, mehr als 5 000 Studierende an die Hochschule zu bringen", sagt Wack. Sie könne die Internationalität ausweisen, und sie habe sich als Partner im Bereich von Forschung und Entwicklung bei den Unternehmen im Umfeld einen hervorragenden Ruf erworben. Diese bisherigen Erfolge gelte es auszubauen und zu sichern. "Schlüssel ist dabei, dass es gelingt, auch in Zukunft für eine hohe Anzahl von Studierenden zu sorgen", konstatiert Wack. In den nächsten Jahren werden die Zahlen der Bewerber deutlich sinken und es wird ein Wettbewerb der Hochschulen um Studierende entstehen. Schon jetzt werbe die Radboud Uni Nimwegen um Studierende aus dem grenznahen Raum. Doch: "Der Präsident der Radboud Universität ist Vorsitzender des Hochschulrates der Hochschule Rhein-Waal", so der Campus-Vorsitzende.

"In dieser Konkurrenzsituation muss sich die Hochschule behaupten. Sie kann dies nur, indem sie ein hohes Niveau in Forschung und Lehre gewährleistet, indem sie ihren guten Ruf national und international festigt, indem sie die bereits angebahnten Kontakte zu Hochschulen im In- und Ausland weiter entwickelt, indem sie Kontakte zu den Unternehmen im Umfeld pflegt und indem sie für eine noch stärkere Vernetzung an den beiden Standorten sorgt", listet Wack auf. Dass sie für all dieses stehe, habe die amtierende Präsidentin bewiesen.

Der Vorstand des Fördervereins warnt davor, die Herausforderungen der nächsten Jahre zu unterschätzen. "Es wäre ein Irrglaube, man könne sich auf dem Erreichten ausruhen und brauche dies nur noch zu verwalten. Der Vorstand setzt sich dafür ein, dass die Amtszeit von Prof. Klotz verlängert wird. Das hat mit ihren Erfolgen zu tun, mit ihrer Nähe zu den Menschen und der Region, aber auch mit Respekt und Anstand vor ihrer bisherigen Leistung", sagt Wack.

(RP)
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