Bildungsakademie für Gesundheitsberufe reformiert Ausbildung

Kleve : Ein neues Berufsprofil für die Pflege

Ab dem 1. März 2020 starten bei der Bildungsakademie für Gesundheitsberufe die ersten Auszubildenden im reformierten Ausbildungsaufbau. Die Reform soll Pflegeberufe attraktiver machen.

An der Bildungsakademie für Gesundheitsberufe (BAG) in Kleve stehen große Veränderungen in der Ausbildung von Fachpflegekräften bevor. Im Rahmen des bundesweiten Gesetzes zur Reform der Pflegeberufe werden ab 2020 die bisher getrennten Ausbildungen der Kranken-, Kinderkranken- und Altenpflege unter der Bezeichnung „Ausbildung zur Pflegefachfrau oder Pflegefachmann“ zusammengefasst.

Andrea Huisman, Leiterin der BAG, begrüßt das neue Konzeot für die Ausbildung sehr: „Fachkräfte müssen in der Pflege immer flexibler werden und sich auf stetig verändernde Anforderungen einstellen.“ Die neue Ausbildung sei vor allem auf die Flexibilität der Pflegekräfte ausgelegt, um eine bessere Anpassung an die sich wandelnde Pflegesituation zu gewährleisten. Das spiegele sich auch in der Ausbildung wider, bei der die BAG Kompetenzen für die Pflege von Menschen aller Altersstufen in allen Versorgungsbereichen vermittelt. „Eine Unterscheidung in Altersgruppen ist einfach nicht mehr alltagsgerecht“, so Huisman.

Unverändert bleibt dabei die Dauer der Ausbildung von drei Jahren und die Anzahl der Theorie- sowie Praxisstunden. Anders als vorher ist jedoch die theoretische Ausbildung für alle Lehrlinge gleich, in der Praxis muss dann ein Vertiefungsschwerpunkt ausgewählt werden. Den schulischen Teil absolvieren die Auszubildenden in der Bildungsakademie, den praktischen Teil in den Krankenhäusern des Katholischen Karl-Leisner-Klinikums, in Altenpflegeeinrichtungen und bei ambulanten Pflegediensten.

„Die Ausbildungsreform soll die Pflegeberufe aufwerten, modernisieren und attraktiver machen“, erklärt Huisman. Sie sieht in dem neuen Ausbildungsaufbau außerdem eine große Chance für die Auszubildenden. So ist diese ab 2020 europaweit anerkannt, Auszubildende sind zudem nach Abschluss der Ausbildung nicht an ihre Einrichtung gebunden und können später eine Vielzahl von Weiterbildungsmöglichkeiten in Anspruch nehmen. „Die neue Ausbildung beinhaltet grundlegende Veränderungen und ist viel mehr als nur ein Zusammenwürfeln der verschiedenen Bereiche“, fasst Andrea Huisman zusammen.

An der BAG starten die ersten 25 Auszubildenden bereits zum 1. März 2020. Außerdem starten sollen 50 Auszubildende zum 1. August und weitere 25 Auszubildende zum 1. Oktober. Insgesamt 100 Pflegefachfrauen und -männer pro Jahr will die BAG so künftig auf ihrem Weg in die Pflege anleiten.

Mit der Akquise der Auszubildenden für den 1. März 2020 hat Huisman schon begonnen, Bewerbungen sind noch bis zum 17. Februar 2020 bei der BAG oder beim Katholischen Karl-Leisner-Klinikum, bei den Einrichtungen des Katholischen Alten- und Pflegehilfenetzwerkes am Niederrhein möglich.

„Die Menschen werden älter“, sagt Andrea Huisman. „Und deswegen brauchen wir mehr gut ausgebildete Fachkräfte.“

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