Kreis Kleve: Bildung für kleine Kinder

Kreis Kleve: Bildung für kleine Kinder

"Frühkindliche Bildung" heißt der deutschsprachige Studiengang der Hochschule Rhein-Waal, der sich mit der Förderung und Bildung von Kindern befasst. Prof. Dr. Barbara Hänel-Faulhaber stellt den Studiengang vor.

"Klex" heißt der Raum. Er sieht aus wie ein Kindergarten —ist aber viel mehr. Obwohl: Kinder sollen darin auch spielen, sollen ihre normalen Kindergarten-Gruppenstunden mit Erzieherin erleben. Wie ein Alltag im Kindergarten eben. Und doch ist es ein wissenschaftlicher Raum.

Thomas Müller, Vorstandschefb Sparkasse Goch-Kevelaer-Weeze. Foto: Evers, Gottfried

Denn die Studenten der Hochschule Rhein-Waal können die Gruppe beobachten, ohne die Kinder zu stören, können theoretisch Erlerntes in der Praxis sehen, ihre Schlüsse ziehen, davon lernen. "Deshalb möchten wir langfristig mit Kindergärten und Kindertagesstätten Kooperationen aufbauen", sagt Studiengangsleiterin Prof. Dr. Barbara Hänel-Faulhaber. Vielleicht Situationen erreichen, in der alle Beteiligten, Kinder, Erzieher, Studenten und Dozenten voneinander profitieren können.

Lernen sollen die Studenten auch, wie welche Kinder mit welchen Begabungen unterstützt werden können, wie sie gefördert werden können. Damit Begabungen nicht brach liegen bleiben, damit die Kinder später leichter durch Schule, Ausbildung und Beruf kommen. "Frühkindliche Bildung" heißt der deutschsprachige Studiengang der Hochschule Rhein-Waal. Dazu müssen sich die Studenten nicht nur mit Pädagogik und Entwicklungspsychologie befassen, auch Betriebswirtschaftslehre und Management stehen auf dem Programm. "Denn unsere Absolventen werden für auch für Leitungspositionen ausgebildet", sagt Hänel-Faulhaber.

Sie rechnet damit, dass mit dem Rechtsanspruch für einen Krippenplatz und dem Ausbau der Einrichtung genügend Stellen für Absolventen dieses neuen Studiengangs, der jetzt ins erste Semester geht, da sein werden. Zumal die Berufsfelder vielfältig sind — Stellen gibt's in pädagogischen Einrichtungen, Verbänden und Jugendämtern. Die Absolventen können aber auch als Berater in der Politik arbeiten.

Die "Frühkindliche Bildung" sei ein ausgesprochen wichtiger Bereich für die Zukunft der Kinder. "Das ist inzwischen ja auch in der Politik angekommen, dass die Förderung von Kindern noch vor der Grundschule von enormer Wichtigkeit ist", sagt die Studiengangsleiterin. Gerade in dieser Zeit seien Kinder für Bildung empfänglich. Das gelte auch für eine mögliche Zweisprachigkeit. Aus diesem Grund seien frühpädagogische Ansätze in den ersten Bildungsjahren von essenzieller Bedeutung, um die Potenziale der Kinder rechtzeitig zu erkennen und zielgerichtet zu fördern.

Auch dies werden die Studenten in ihrem Studium erfahren — das geht dann bis zu Naturwissenschaft und Mathematik in der Frühpädagogik. Die gewonnenen Ansätze können die Studierenden wiederum mit den Kindern im "Klex" spielerisch umsetzen. Sie können lernen, wie man die Potenziale der Kinder erkennt, die da spielen. Oder einfach lernen, wie Kinder einfach lernen können, wenn sie man sie nur früh genug fördert.

(RP/rl)
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