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Kleve-Kellen: Beste Schülerzeitung kommt aus Kleve

Kleve-Kellen : Beste Schülerzeitung kommt aus Kleve

Die Karl-Kisters-Realschule hat den 1. Platz beim bundesweiten Schülerzeitungswettbewerb gewonnen. Die jüngste Ausgabe von "Notenfrei" überzeugte auf ganzer Linie. Zur Preisübergabe fahren die Schüler im Sommer nach Berlin.

Noch ein Mal dürfen die Schüler der Karl-Kisters-Realschule nach Berlin kommen, um ihren Preis für Deutschlands beste Schülerzeitung in der Kategorie "Realschule" entgegen zu nehmen. Dann ist erst mal Schluss. Die Kellener Realschüler sind einfach zu erfolgreich. Zum zweiten Mal hintereinander hat das Redaktionsteam mit "Notenfrei" den 1. Platz beim bundesweiten Schülerzeitungswettbewerb belegt, davor stand es bereits mit einem zweiten und einem dritten Platz auf dem Treppchen. Jetzt müssen die Jungredakteure eine Pause einlegen, bevor sie sich wieder für den Wettbewerb anmelden dürfen.

"Notenfrei" überzeugte die Jury wieder auf der ganzen Linie. Die Berufsjournalisten waren begeistert von der Kreativität der jungen Medienmacher, der großen Bandbreite der Themen und der hohen Qualität der Schülerzeitung. "Die jungen Redakteure greifen gesellschaftliche Debatten auf und scheuen nicht davor zurück, auch über Tabuthemen zu berichten", sagt Susanne Martensen vom Medienhaus Gruner + Jahr. Ein Beispiel dafür ist ein Artikel des Neuntklässlers Yosh Beem über die Geschichte der jüdischen Familie Gonsenheimer in Kleve, deren Mitglieder von den Nationalsozialisten verfolgt und umgebracht wurden oder im Vernichtungslager starben. Das Fazit seiner Recherche: "Rassenwahn gab es auch in Kleve. Es gab nur wenige, die den Mut hatten, den Betroffenen zu helfen."

"Notenfrei" hat stets die gleichen Rubriken. Die Schüler schreiben über ihr Schulleben, Gesellschaft Politik und Wirtschaft, das Berufsleben, Mode, Sport und Kultur. Ein fester Bestandteil sind Produkttests. Dieses Mal bewerteten Patrick Müller und Luca Weinem verschiedene Kartoffelchips-Sorten. Grundsätzlich gilt: Jeder Schüler schreibt über das, was ihn am meisten interessiert. In der Redaktionskonferenz wird dann entschieden, welche Beiträge es ins Heft schaffen. Die Sitzungen können schon mal länger dauern. "Wenn es sein muss, sitzen unseren Jungredakteure auch schon mal bis 21.30 Uhr in der Schule", sagt Lehrerin Valérie Vauzanges, die das Zeitungsteam betreut.

"Notenfrei" erscheint in einer Auflage von 450 Stück. 390 davon wurden für je einen Euro erkauft, der Rest ging an Anzeigenkunden. Von der Konzeption über die Umsetzung bis zur Vermarktung — "Notenfrei" ist komplett in Schülerhand. So gibt es nicht nur die Redaktion, sondern auch Teams für Layout, Marketing und Buchhaltung. Einigen Schülern macht die Arbeit an "Notenfrei" so viel Spaß, dass sie sich vorstellen können, einen Medienberuf zu erlernen.

Das Preisgeld von 1000 Euro wollen Schüler und Lehrer für die Fahrt in die Hauptstadt verwenden. "Eingeladen sind nur zwei Schüler und ein Lehrer. Wir fanden das zu wenig. Jetzt finanzieren wir die Fahrt eben selbst", sagt die Lehrerin Helga Diekhöfer. Die Schüler skandieren schon jetzt: "Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin."

(RP)