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Kleve-Kranenburg: Besonnener Umgang mit schwerem Gerät

Kleve-Kranenburg : Besonnener Umgang mit schwerem Gerät

Fortbildung für Wehrleute aus Kleve und Kranenburg: Das Aufgabenspektrum der Feuerwehren hat sich erweitert, neben der Brandlehre rückt die technische Hilfeleistung immer mehr in den Vordergrund für die freiwilligen Helfer.

Alarmfahrt. Die Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr bahnen sich mit Blaulicht und Martinshorn den Weg durch den Straßenverkehr. "In der Regel bemerkt der Bürger nur durch die Einsatzfahrt die Arbeit der Feuerwehr. Damit diese im Einsatzfall für das breite Aufgabenspektrum vorbereitet ist, passiert die meiste Arbeit hinter den Kulissen", erklärt Stadtbrandinspektor Jürgen Buil, Leiter des Fachbereichs 3, Aus- und Fortbildung der Stadt Kleve, im Gespräch mit unserer Zeitung. Buil leitet das Modul "Grundausbildung der Freiwilligen Feuerwehren", an dem auch angehende Wehrleute der Gemeinde Kranenburg teilnehmen.

"In der Grundausbildung werden die angehenden Feuerwehrmänner und Frauen in zwei Modulen zu jeweils 75 Stunden im Zeitraum von zwei Jahren auf Ihre Aufgaben vorbereitet", ergänzt der Ausbildungsleiter. Diesmal steht das Thema Technische Hilfeleistung in der Praxis auf dem Lehrplan. Hierzu hat sich die Gruppe auf das Gelände der Autoverwertung Bettray in die Pannhofenstraße nach Kleve begeben. "Wir sind der Firma Bettray zu großem Dank verpflichtet, da sie bereits seit vielen Jahren die Arbeit der Feuerwehr massiv unterstützt, in dem sie uns immer wieder Fahrzeuge zur Verfügung stellt, an denen mit schweren, technischem Gerät geübt werden kann", ergänzt der stellvertretende Wehrführer der Stadt Kleve, Stadtbrandinspektor Achim Rademacher, der sich persönlich vom Ausbildungsstand des Grundlehrgangs überzeugt.

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Wochen zuvor wurde neben vielen anderen theoretischen und praktischen Themen, die Anwendung von hydraulischen Rettungsgeräten und deren Einsatztaktik behandelt. "Das Aufgabenspektrum der Feuerwehren hat sich stark erweitert. Denn neben der Brandlehre rückt die technische Hilfeleistung immer mehr in den Vordergrund der Helfer", sagt Rademacher, dem gefällt, wie umsichtig die angehenden Feuerwehrmänner und -frauen mit Schere und Spreitzer umgehen als sie bei dem simulierten Verkehrsunfall versuchen, die eingeklemmte Person aus dem Fahrzeug zu befreien.

"Fahrzeuge sind heute mit diversen Airbags unterschiedlicher Art ausgestattet, wobei zu den kritischen Komponenten auch Gurtstraffer sowie automatische Überrollbügel bei Cabrios gehören. Dabei können nicht ausgelöste Airbags eine Gefährdung für die Einsatzkräfte darstellen, die bei den Rettungsarbeiten mit schwerem Gerät unbeabsichtigt ausgelöst werden könnten", ergänzt Rademacher.

So werden an diesem Übungsmorgen auch die Grundsätze der "AIRBAG-Regel", wie Abstand halten, Innenraum erkunden, Rettungskräfte warnen, Batterien abklemmen, Abnehmen der Innenverkleidung und weitere Gefahren an den Komponenten der Sicherheitseinrichtungen behandelt. Wie wichtig es ist, dass sich keine Gegenstände zwischen Airbag und Unfallopfer befinden, beweist die Tatsache, dass diese im Falle des nachträglichen Auslösens zu gefährlichen Geschossen werden können. Zudem hatte der Grundlehrgang an diesem Morgen einen Waldarbeiter aus einer Schlucht und eine im Eis eingebrochene Person zu retten. "Für die Aus- und Fortbildung investieren die Ehrenamtler unentgeltlich viel Zeit und Engagement in Ihrer Freizeit. Daher ist es für uns Ausbilder wichtig, immer wieder aufs Neue, neben dem normalen Feuerwehrdienst, eine möglichst realitätsnahe, interessante Aus- und Weiterbildung durchzuführen", so Jürgen Buil abschließend.

Übrigens: Nach der Grundausbildung warten nun weiterqualifizierende Lehrgänge wie Atemschutzgeräteträger oder Sprechfunker auf die Wehrleute wobei sich Männer und Frauen, die sich für die Mitarbeit in der Feuerwehr interessieren, jederzeit herzlich willkommen sind, sich bei den örtlichen Einheiten über die Arbeit der Feuerwehr zu informieren. Die Freiwilligen Feuerwehren sind gut ausgebildet und ausgestattet, müssen aber in allen Lagen ständig zeitgemäß bleiben. In der bestehenden Professionalität, mit der sie ihre Aufgaben erfüllen, erkennt der Bürger praktisch keinen Unterschied in der Arbeit von Ehrenamtlichen oder beruflich eingesetzten Personal. In diesem Zusammenhang dürfen es sich die Verantwortlichen in den Kommunen, Bund und Ländern nicht erlauben, Brand- und Katastrophenschutz nach Kassenlage vorzunehmen.

(RP)