Rp-Serie Unsere Seelsorger (50): Bescheiden auf Gottes Wegen

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Von 1949 bis 1977 wirkte Pastor Heinrich Hüntemann in der St.-Barbara-Pfarre Niedermörmter.

KALKAR-NIEDERMÖRMTER Das kann Elisabeth Kröll (83) nicht vergessen: Als ihr erster Mann, Herbert Köffers, 1967 tödlich verunglückte und sie mit dieser Nachricht vom Krankenhaus kam, war Pastor Heinrich Hüntemann mit den vier Kindern im Haus und betete mit ihnen den Rosenkranz. Elisabeth Kröll hat als "Kirchennachbar" noch viele Erinnerungen an den ehemaligen Pastor. Pfarrer Hüntemann wurde am 5. September 1897 in Coesfeld geboren, am 14.

Grundsteinlegung der neuen Kirche in Niedermörmter 1953 mit Pastor Heinrich Hüntemann. Foto: Karl-Heinz Lamers

Juni 1924 in Münster zum Priester geweiht, war von 1943 bis 1949 Pfarrrektor in Ringenberg und von 1949 bis 1977 Pfarrer in Niedermörmter. Dann ging er als Pfarrer i.R. 1977 nach Gescher, wo er am 30. Oktober 1984 starb. Als der Geistliche 1984 in Gescher sein Diamantenes Priesterjubiläum feierte, machten sich aus seiner alten Pfarrgemeinde Niedermörmter nicht weniger als 160 Gratulanten mit geschmückten Fahrrädern auf den Weg, um ihrem früheren Pastor die entsprechende Reverenz zu erweisen.

Irmgard Brüker (68), die den Seelenhirten als einen Mann "von altem Schrot und Korn" bezeichnete, wusste noch, dass verschiedene Landwirte einen Trecker mit Anhänger zum Fahrradtransport bereitstellten. Drei Jahrzehnte war Heinrich Hüntemann in der St.-Barbara-Pfarre in Niedermörmter segensreich tätig. Als er die Pfarre unmittelbar nach Kriegsende übernahm, stand von der spätgotischen Kirche nur noch ein Mauerrest des Chores.

1953 war St. Barbara der erste Kirchenneubau im vom Krieg so schwer getroffenen Klever Land, der geweiht werden konnte. Pastor Hüntemann war später auch der erste Dorfpastor weit und breit, der einen Kindergarten für seine Gemeinde baute. Zu seinem Goldenen Priesterjubiläum, 1974, würdigte der damalige Kalkarer Pastor Norbert Hoffacker seinen Confrater: "Ein guter Hirte, der nie ein Mitglied der ihm anvertrauten Gemeinde aus dem Auge lässt, ein Priester, der Seelenhirte, Sozialarbeiter, Organisator und Finanzier gleichzeitig ist.

" Maria Berns (82), sie gehörte zu den Vorbeterinnen, weiß, dass der Pastor Wert darauf legte, dass alle ihre Kinder in Niedermörmter getauft wurden und einen katholischen Namen bekamen. Bernhard Berns (87), der sechs Jahre im Kirchenvorstand war, erzählte, dass seine vier Söhne, Ludger, Norbert, Bernhard-Maria und Georg mit den Messdienern und dem Pastor ins Lager zum Sauerland fuhren. Eine große Leidenschaft des Pastors war das Kartenspiel "Doppelkopf", dazu kam die Beschäftigung mit Bienen.

Die Schwester des Seelsorgers, Sophie Hüntemann, führte 53 Jahre seinen Haushalt. Die Blumen für die Kirche kamen aus dem großen Pfarrgarten. Hubert Leenen (86) war Nachfolger seines Vaters unter Heinrich Hüntemann Küster und Organist. Es gab eine Choralschola und einen Kirchenchor. Leenen bezeichnete den Geistlichen "als einen frommen Menschen, der sehr bescheiden gelebt hat." Wie einen Schatz hütet er eine Grußkarte des Pastors aus Gescher "an den Männergesangverein Abendstern" in Niedermörmter, den Leenen leitete.

Evaldine Leenen (87), schickte der Pastor vor ihrer Heirat am 3. Juli 1956 zunächst zu Exerzitien nach Kevelaer. Ihre vier Kinder gingen alle unter Pastor Hüntemann zur Erstkommunion. Hüntemann förderte, dass Jungen aus Niedermörmter zum Gymnasium nach Gaesdonck kamen in der Hoffnung, dass sie später einmal Theologie studieren würden. Der kunstsinnige Pastor freute sich nach dem Krieg besonders über die Rettung und Restaurierung einer wertvollen Monstranz.

(RP)