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Bei Brand in leerstehendem Gebäude in Kleve starb ein Obdachloser

Brand mit Totem in Kleve : Toter bei Brand in leerstehendem Haus

Einer von vier Obdachlosen, die im früheren Kindergarten übernachteten, starb im Feuer. Die Feuerwehr geht davon aus, dass der noch nicht identifizierte Mann im Schlaf am Rauch erstickte.

Was genau den Brand auslöste, steht noch nicht fest, ein „tragisches Unglück“, das einen Menschen das Leben kostete, war es aber in jedem Fall, so die Polizei. Am Freitag, 23. April, gegen 23 Uhr bemerkten Zeugen Rauchentwicklung  auf der Richard-van-de-Loo-Straße in Kleve. In einem leerstehenden Gebäude, das von Obdachlosen als Schlafstätte genutzt wird, war ein Brand ausgebrochen. In einem der Gruppenräume des früheren Kindergartens fanden die Einsatzkräfte der Feuerwehr den Leichnam eines bisher nicht identifizierten Mannes. Drei weitere Personen konnten sich frühzeitig in Sicherheit bringen.

Ralf Benkel als Leiter der Klever Feuerwehr berichtete gegenüber der Rheinischen Post, die Nachbarn hätten bereits eigene Löschversuche unternommen, weil noch mindestens ein Mensch in dem Gebäude vermutet wurde. Benkel schickte gleich einen Trupp in das Haus, dort fanden die Feuerwehrleute den Verstorbenen. „Er ist mit hoher Wahrscheinlichkeit erst erstickt und dann verbrannt“, so Benkel. Denn das sei das Tückische am Feuer: Der Rauch betäube die Leute im Schlaf, so dass sie das Feuer nicht bemerkten. „Deshalb empfehlen wir immer wieder dringend, Rauchmelder zu installieren.“  Der frühere Kindergarten allerdings ist nicht als Wohnhaus und zum Übernächten gedacht. „Die Überlebenden wurden vom Rettungsdienst untersucht und von uns betreut, bis das informierte Ordnungsamt sie übernahm und vermutlich untergebracht hat“, sagt der Feuerwehr-Chef.

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Die Richard van-de-Loo-Straße liegt nahe des Mittelwegs, der Kindergarten steht seit Jahren leer. Das benachbarte Wohngebiet  „Küppersstraße“, einst ein Problembereich der Stadt, wurde städtebaulich komplett umgewandelt, die Baugesellschaft Gewoge realisierte an der Richard-van-de-Loo-Straße ein zeitgemäßes Quartier aus Mehrfamilien mit 86 Wohneinheiten und einigen Einfamilienhäusern. In der Nachbarschaft leben allerdings nach wie vor viele Menschen in schwierigen Verhältnissen, auch Obdachlosigkeit ist ein Thema. 

Die Ermittlungen zur Brandursache sowie zur Identität des Verstorbenen dauern derzeit an. Auch am Sonntag konnte die Polizei keine neuen Erkenntnisse beitragen.