Kleve: Bedroht Frost Bienenvölker?

Kleve: Bedroht Frost Bienenvölker?

Die niedrigen Temperaturen können die Existenz der Bienenvölker gefährden. Damit weitreichende Folgen verhindert werden, ergreifen die Imker zu Gegenmaßnahmen. Ansonsten wäre die Artenvielfalt bedroht.

Bienen haben keine Heizung in ihrem Bau nötig, sie sind selbst ein kleines Heizkraftwerk. "Bienen erzeugen durch Muskelbewegungen, das dem menschlichen Zittern ähnlich ist, ihre Wärme", erklärt Georg Kersten, der Vorsitzende des Kreis Klever Imkerverbandes. Die emsigen Tiere erreichen so Temperaturen von 20 bis 30 Grad. Der harte Winter ist also für den Imker kein Grund zu Besorgnis, die Bienen sind angepasst an die langen Frostperioden. Trotzdem kann es passieren, dass die Bienen den Frost nicht überleben. Grund dafür ist aber nicht die eigentliche Kälte.

In den Wintermonaten füllen sich die Kotblasen der Tiere. In den wenigen Sonnentagen fliegen die Bienen dann zum "Reinigungsflug" aus und entleeren ihre Blasen. Meistens gibt es im Februar genug solcher wärmeren Tage, wenn der Frost allerdings zu lange dauert kann das zum Problem werden: Die Bienen können erst ab einer Temperatur von etwa neun Grad fliegen. Dann müssten die Bienen in ihren Stock koten und das würde das Ende des ganzen Stocks bedeuten. Das ist Georg Kersten glücklicherweise aber bisher noch nicht passiert. Trotzdem kann es passieren, dass kranke Tiere durch eine Durchfallerkrankung sterben.

Belastende Ernährung

Ein gefährlicher Faktor ist auch die Ernährung von Tannenhonig. Dieser belaste die Blasen sehr. Dagegen unternehmen die Imker Vorsichtsmaßnahmen: Den Bienen werden mit Ersatzstoffen wie zum Beispiel Zuckerwasser gefüttert. Außerdem sei wichtig, im Herbst einen großer Futtervorrat anzulegen. Kersten beschreibt die spezielle Taktik des Volks mit der Kälte umzugehen: Sie verfallen im Gegensatz zu anderen Tieren nicht in einen Winterschlaf oder -starre. Die Bienen halten die Wärme im Kern und bleiben ständig in Bewegung. So bleiben die Bienen im Inneren warm, die äußeren kühlen ab. Dann wechseln die Bienen ihre Plätze, sodass keine zu stark auskühlt.

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Folgen eines Völkersterbens wäre eine geringere Bestäubung und damit eine geringere Artenvielfalt in der Region. Das würde sich auch auf die Allergien der Menschen in der Umgebung auswirken: Denn an Orten, wo eine große Artenvielfalt herrscht, ist die Gefahr Allergien zu entwickeln deutlich geringer.

Geringe Gefahr

Doch Kersten schätzt die Gefahr in Deutschland als geringer als in den USA ein, wo riesige Völker der Berufsimker größere Schäden zu befürchten haben. Einen Tipp hat der Imker gegen Allergien. Der Honig aus der heimischen Umgebung enthalte die Pollen, auf die auch die Allergiker reagieren.

Durch den regelmäßigen Verzehr dieses Honigs immunisiere sich der Körper.

(RP)