Bedburg-Hau: Bedburger Nass: Nach Protest ohne Plan

Bedburg-Hau : Bedburger Nass: Nach Protest ohne Plan

Bereits im Juni votierten die Bürger für die Sanierung des Hallenbads in Bedburg-Hau. Federführend ist die Verwaltung auch ein Arbeitskreis wurde ins Leben gerufen. Seitdem ist es still geworden, Konkretes gibt es noch nicht.

Die Aufregung des "Wahlkampfes" ist vorüber — Realität ist in die Sanierungspläne des Bedburger Nass eingekehrt. Am 19. Juni diesen Jahres fand die Auszählung der ersten Bürgerentscheids in der Geschichte Bedburg-Haus statt, von 3569 gültigen Stimmen sprachen sich 2495 für die Sanierung des Bades aus.

Die Bürger erteilten der Verwaltung einen klaren Auftrag, in einem kurz darauf gebildeten Arbeitskreis sollten Befürworter wie Gegner am runden Tisch das Ergebnis mitgestalten können. Zügig wollte man ans Werk gehen, bald schon die Pläne für energetische wie bauliche Sanierungen vorstellen.

Seitdem ist es ruhig geworden um das Hallenbad — dabei soll bereits am 22. November der Haushalt für das kommende Jahr eingebracht werden. Darin enthalten: 1,5 Millionen Euro für die Bädersanierung. Wie die genau verwendet werden sollen — das ist noch offen. Die Verwaltung, die federführend bei der Sanierung ist, habe noch keine konkreten Verhandlungen mit Ingenieuren geführt, wie Dieter Henseler vom Fachbereich Bauen und Planen sagt. Man gehe bei den den Kosten immer noch von den Schätzungen aus, die vor dem Entscheid gemacht wurden. "Wir sind in ersten Gesprächen, haben aber noch keinen konkreten Planer", so Henseler.

Auch vom Arbeitskreis wird es bis zur nächsten Ratssitzung noch keine abschließende Empfehlung geben. "Wir sind erst noch in der Informationsphase", sagt der Vorsitzende des Arbeitskreises, Ralf Wolniewicz. Bisher habe man sich andere Schwimmbäder angeschaut und verschiedene Modelle diskutiert. "Am Anfang war ich irritiert darüber, dass von den Befürwortern wenig konkrete Planungen vorgestellt wurden", sagt Manfred Opgenorth (CDU), der dem Arbeitskreis angehört. Generell arbeite man aber in einem guten Arbeitsklima zusammen.

Drei Mal hat man sich seit Juli getroffen, in der nächsten Sitzung soll es das erste Mal konkret werden — dazu hat man auch bereits den von der Verwaltung beauftragen Planer eingeladen. "Soweit ich weiß, kommt der aus Bremen", sagt Wolniewicz. Auch Günter van Meegen vom Förderverein Hallenbad Bedburger Nass ist bereits über den Planer aus Norddeutschland informiert — und wundert sich über die Aussagen aus der Verwaltung, dass es noch keinen Planer gebe.

Bereits im Mai hatte der Förderverein ganz konkrete Maßnahmen zur Sanierung samt Kostenersparnissen genannt. Ein benachbartes Biomassekraftwerk sollte Einsparungen bei den Energiekosten bringen, eine Photovoltaikanlage Strom sparen. Wie viel davon am Ende noch über bleibt, dazu wollten sich Wolniewicz und van Meegen erst einmal nicht äußern.

Bis die genauen Pläne feststehen, möchte man aber nicht tatenlos bleiben. Auf einem Hallenbadfest hat man bereits einen vierstelligen Betrag gesammelt, mit neuer Bepflanzung den Vorderbereich aufgehübscht. Anfang Dezember sollen dann kleinere Maßnahmen folgen. So sollen Kleiderhaken angebracht, Toilettenschüsseln ausgetauscht werden.

(RP/rl)
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