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Bedburger-Hau: Politik berät über Öffnung des Hallenbads BedburgerNass

Schwimmen während der Corona-Pandemie : BedburgerNass: Öffnung in der Schwebe

Vor allem Schulen und Vereine möchten wieder schwimmen, doch Bürgermeister Peter Driessen mahnt: Die Corona-Vorschriften machen eine Freigabe des Hallenbads unwirtschaftlich. Politik soll entscheiden.

Seit März ist das Hallenbad BedburgerNass wegen der Corona-Pandemie geschlossen. Seit Mai dürfte eigentlich wieder geschwommen werden. Doch die Verantwortlichen sehen bislang keine Möglichkeit, den Schwimmbetrieb wieder freizugeben. Vor allem wirtschaftliche Gründe sprechen aus ihrer Sicht dagegen. Das sieht auch Bürgermeister Peter Driessen so, er sprach sich im jüngsten Bauausschuss gegen eine Wiedereröffnung zum gegenwärtigen Zeitpunkt aus. Allerdings wächst langsam der Druck: Vor allem Schulen und Vereine wollen wieder ins Hallenbad. Jetzt soll die Politik entscheiden.

Die Hintergründe: Das BedburgerNass ist in die Jahre gekommen; 1976 wurde das Hallenbad in Schneppenbaum eröffnet. Im Vergleich zu modernen Bädern mit weiten Gängen, einem großen Becken und großzügigen Sanitärbereichen geht es dort beengt zu. 2500 Badegäste nehmen das BedburgerNass in normalen Monaten in Anspruch, erläutert Betriebsleiterin Anastasia Kufeld. Die Auflagen in Zeiten der Corona-Pandemie würden es zulassen, dass sich maximal 30 Gäste gleichzeitig im Bad aufhalten. Dabei müsste aber ein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden – in allen Bereichen, also nicht nur im Wasser, sondern auch im Eingangsbereich, in den Umkleiden und in den Duschen.

Bürgermeister Peter Driessen ist der Meinung, dass die Einhaltung der Regeln mit dem vorhandenen Personal nicht zu leisten beziehungsweise zu überwachen sei. Er verwies im Bauausschuss darauf, dass „nach jeder Schicht mit 30 Schwimmern die Umkleide- und Sanitärbereiche komplett gereinigt werden müssen.“ An den Kassen könnten sich Schlangen von Schwimmern, die auf den Einlass warten, bilden. Sein Fazit: Es müsste mehr Personal eingestellt werden und das bei deutlich verringerter Anzahl von Schwimmern. Das sei nicht wirtschaftlich. Und der Bürgermeister sprach einen weiteren Aspekt an: die Dauerkartenbesitzer. „Wenn wir jetzt für eine Art Notbetrieb öffnen, käme wohl oder übel Unmut auf bei Dauerkartenbesitzern, die aufgrund der Kapazitätsgrenze unter Umständen abgewiesen werden müssen.“

Das sieht auch Betriebsleiterin Kufeld so. Auch, wenn sie am liebsten das Hallenbad sofort wieder öffnen würde. „Aber die Gesundheit geht vor, und die wirtschaftlichen Aspekte dürfen wir auch nicht außer Acht lassen“, sagt sie. Das Bad müsse bei einer Wiederaufnahme des Betriebs auf ein bargeldloses Kassensystem umstellen. Auch das sei kaum zu finanzieren.

Allerdings warten viele Menschen auf eine Öffnung des Hallenbads: Kufeld hatte kürzlich eine Abfrage unter den Vereinen und Schulen gestartet, ob sie das Bad trotz Corona-Pandemie wieder nutzen möchten. Das Ergebnis: „Von den Vereinen und von den Schulen kam ein klares Ja“, sagt Kufeld. 15 Vereine nutzen das BedburgerNass regelmäßig, und es gebe auch Schulen von „außerhalb“, etwa aus Kalkar, die dort regelmäßig Schwimmunterricht stattfinden lassen.

Jetzt liegt der Ball bei der Politik. Die Fraktionsvorsitzenden im Gemeinderat haben eine Vorlage erhalten, in der die Situation geschildert wird. Sie sollen das Thema nun in ihre Fraktionen tragen, eine Entscheidung könnte bereits in der kommenden Ratssitzung am 23. August fallen.